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Kiske

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Kiske
Kiske, Frontiers Records, 2006
Michael KiskeVocals, Guitars, Keyboards
Sandro GiampietroGuitars
Fontaine BurnettBass
Karsten NagelDrums
Produziert von: Michael Kiske Länge: 46 Min 28 Sek Medium: CD
1. Fed by stones7. Sing my song
2. All-Solutions8. Silent craving
3. Knew I would9. Truly
4. Kings fall10. Painted
5. Hearts are free11. Sad as the world
6. The king of it all

Michael Kiske war in den vergangenen Monaten in den Schlagzeilen, wie schon lange nicht mehr. Nach dem alternative-lastigen und dennoch überzeugenden SUPARED-Debüt gab er ein Gastspiel bei PLACE VENDOME und veredelte ein feines Melodic Rock-Album mit seiner markanten Stimme.
Allerdings hat sich Michael mit seiner offenen Kritik an der Heavy Metal-Szene wenig Freunde gemacht. Dabei - das ist jetzt allerdings nur meine ganz persönliche Meinung - waren viele seiner Statements gar nicht so aus der Luft gegriffen. Hätte Michael allerdings verstärkt mit 'gesundem Menschenverstand' argumentiert, anstatt in jedem zweiten Satz mit der anthroposophisch-christlich theologischen Argumentationskeule draufzuprügeln, hätte er weitaus mehr Zustimmung und Verständnis geerntet.

Das soll jetzt zwar nicht das Thema sein, und doch kommt man daran nicht vorbei, denn es steht zu befürchten, dass sein neues selbstbetiteltes Album aufgrund der Szenenkritik nicht überall unbedingt mit der nötigen Objektivität aufgenommen werden wird.
Ich sag es gleich offen und ehrlich: Ich schätze Michael Kiske als einen der besten deutschen Sänger und ich schätze auch seine Wandlungsfähigkeit als Künstler. Natürlich gefallen mir manche Sachen von ihm besser als andere, aber das liegt in der Natur der Sache.

Auf seinem neuen Album entführt Michael sein Publikum wieder eine völlig neue musikalische Welt. "Kiske" ist ein sehr gefühlvolles, ruhiges Album geworden, das weitaus mehr in der Singer-/Songwriterszene als im Rock verwurzelt ist.
Die meisten Songs hätten stilistisch zwar auch auf der SUPARED-Scheibe keinen all zu krassen Stilbruch dargestellt, aber der Rockanteil wurde noch einmal dramatisch reduziert.
Geblieben ist allerdings das untrügliche Gespür für mitreißende Melodien und eine fast schon unverschämte Eingängigkeit, die immer wieder Vergleiche zu den Songs von Lennon und McCartney, oder - wenn man nicht gleich ganz so in die Vollen gehen will - zu frühen ENUFF Z'NUFF zulässt.

Um es nochmal ganz deutlich zu sagen: "Kiske" ist kein Rock-, und schon gar kein Heavy Metal-Album. Es bietet aber anspruchsvolle, intelligente Musik, die vor allem vom Songwriting als solchem und Michaels großartiger Stimme geprägt wird. Michael Kiskes echte Fans werden ihn sicher auch bei diesem Schritt seines künstlerischen Weges begleiten und darin einen Reiz entdecken können.
All jenen aber, die Michael Kiske immer noch ausschließlich auf seine HELLOWEEN-Phase reduziert sehen möchten, liefert das Album weitere Argumente, um ihn jetzt endgültig und für alle Zeiten zum großen Verräter am Heavy Metal zu brandmarken.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 06.07.2006

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