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Kiske Somerville

Kiske Somerville

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All Music Guide (englisch)

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Kiske - Somerville
Kiske - Somerville, Frontiers, 2010
Ramy Ali Drums
Magnus Karlsson Lead Guitar, Keyboards
Michael Kiske Vocals
Jimmy Kresic Keyboards
Martin Schmidt Drums
Mat Sinner Bass, Backing Vocals
Amanda Somerville Vocals
Produziert von: Mat Sinner Länge: 53 Min 14 Sek Medium: CD
1. Nothing Left to Say7. A Thousand Suns
2. Silence8. Rain
3. If I Had A Wish9. One Night Burning
4. Arise10. Devil In Her Heart
5. End Of The Road11. Second Chance
6. Don't Walk Away12. Set A Fire

Man nehme eine der besten Stimmen die der Metalbereich jemals zu bieten hatte, dazu eine stimmstarke Blondine, die auf dem besten Weg ist, sich einen Namen zu machen. Dann packe man diese beiden Stimmen in Songs eines sagenhaft guten aber leider völlig unterbewerteten Metal-/AOR-Songschreiber und verpasse dem Ganzen eine Produktion von einem der momentan angesagtesten Metalbassisten. Hört sich irgendwie nach Resteverwertung an, oder?

Ist es aber nicht! Was dabei herauskommt, wenn man all diese Dinge berücksichtigt und dann noch bei Frontiers veröffentlicht, ist für mich eine der Überraschungen des vor sich hinregnenden Sommers. "Kiske Somerville" schimpft sich dieser Rundling, der mit einem durchaus Rosamunde Pilcher-verdächtigen Cover auf die Ladentheke gestellt wird. Michael Kiske vorzustellen würde gleichzusetzen sein damit, dass man Rosamunde Pilcher als die Neuentdeckung am Seicht-TV-Himmel im Altenheim anpreist. Anders sieht es da schon bei seiner Duettpartnerin aus. Amanda Somerville ist wahrscheinlich nur einer kleineren Schar an Menschen bekannt. Bei AVANTASIA durfte sie mit ihrer Stimme schon zum Gelingen von "The Scarecrow" beitragen, KAMELOT hat auf "Ghost Opera" ihre Stimme in den Kunststoff gebrannt und auf der 2008er Nordamerika-Tour von EPICA durfte sie Simone Simons am Mikro vertreten und/oder unterstützen, die währenddessen krank war. Somit wären die ersten beiden kryptischen Eingangsbeschreibungen geklärt. Hinter dem völlig unterbewerteten Songschreiber verbirgt sich kein Geringerer als Magnus Karlsson. Ich habe ihn u. a. als Schreiber, Texter, Komponist und Musiker der beiden sehr starken ALLEN & LANDE -Scheiben in Erinnerung. Was er da aufs Notenpapier gebracht hat, ist schon beeindruckend. Inzwischen steht er auch in den Diensten der Powermetaller PRIMAL FEAR , was direkt überleitet zu dem angesagten Metalbassisten. Das dürfte derzeit Mat Sinner sein - und auch den werde ich hier jetzt nicht weiter vorstellen.

Erweitert man dieses Quartett noch um ein bis zwei Drummer, einen zusätzlichen Gitarristen und einen Keyboarder hat man die Mannschaft auf dieser Veröffentlichung beisammen.

Was einem aus den Boxen um die Ohren gehauen wird, würde ich als New-AOR bezeichnen (und habe somit ein neues Genre erschaffen). "Kiske Somerville" ist nicht wirklich Metal, zum Powerrock fehlt es ein wenig an Wumms, für Rock ist es aber dann doch eine Spur zu hart. Was es mit dem AOR gemein hat, ist die Tatsache, dass es sich um Melodien handelt, die im Ohr hängen bleiben, die man nach dem ersten Hören schon mitsummen und als gute Freunde bezeichnen kann. Sicher wird das dem harten Metaller zu seicht und dem Softrocker zu hart sein. Aber die zwölf Songs sprechen die breite Masse zwischen diesen Polen an. Gefällig, poliert, mit dem richtigen Kick an der richtigen Stelle - eben AOR-typisch - wird hier eine knappe Stunde lang gute Laune verbreitet. Sollte man If I Had A Wish als Referenztitel nehmen, könnte man eventuell in die Irre geleitet werden. So flott wie dieser Song, den es auch als Video im Internet zu betrachten gibt, sind die wenigsten der Nummer. Aber die Eingängigkeit die dieses Lied verbreitet haben alle gemeinsam. So macht es wenig Sinn irgendeinen Titel besonders hervorzuheben - hier gibt es nur gute Songs oder aber Durchschnittskost - je nach Betrachtungsweise. Mir gefällt's und wegen mir dürfte das nicht die letzte Veröffentlichung der Beiden gewesen sein, denn die Stimmen passen sehr gut zusammen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 29.09.2010


 
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