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Krissy Matthews

Hit The Rock

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Hit The Rock
Hit The Rock, Rock The Earth, 2011
Krissy Matthews Guitars, Harmonica, Percussion, Vocals
Keith Matthews Bass Guitar
Miikey Dean Smith Drums, Percussion
Charlie Coombes Keyboards
Haylee Dean Smith Backing Vocals
Oli Whitworth Backing Vocals
Produziert von: Oli Whitworth, Krissy Matthews, Keith Matthews, Miikey Dean Smith Länge: 60 Min 16 Sek Medium: CD
1. Feeling For The Blues8. Hit The Rock'n'Roll The Car
2. Sweet Loving9. Too Much
3. Tell Me10. You Can't Always Get What You Want
4. Mystery Train11. All Night Long
5. Time Machine12. Second Class Zone
6. When Times Were Hard13. Back On The Road
7. Images

Der junge Krissy ("I was born in 92, in this modern day and age" - Feeling For The Blues ) legt hier sein zweites Album vor, und behauptet doch frech und frank wie Myriaden anderer, ein Feeling für den Blues zu haben. Noch so einer, denkt man.
Muss aber dann seine Meinung doch etwas ändern, denn der junge Mann schüttelt den Blues so auf seine eigene Art und Weise, dass man ihm tatsächlich bestätigen muss, dass er einen Blues hat, und dass er in der Lage ist, seiner Variante des popigen Power Blues Rock durchaus eigenes Leben einzuhauchen. Das heißt nun nicht, dass er das so gegen den Strich bürstet wie PAUL, aber es klingt nach Krissy, hat eine eigene Färbung und ist außerdem noch sehr gut anzuhören. Er steht damit in einer Reihe mit den anderen jungen Bluesern aus UK und den USA, und zwar durchaus eigenständig.

Wie er in Feeling im Solo eben das unter Beweis stellt, und das so etwas gegen den Strich bürstet, Tonlängen variiert, den Takt ändert - sehr nett. In Sweet Loving wird das Sologeschehen durch die Drums bestimmt, nicht die Gitarre. Tell Me ist eine hochmelodische, mit singendem Bass ausgestattete Ballade, die plötzlich in ein Double Bassdrum Modern Rock Riff umkippt. Fremdkompositionen wie der Mystery Train (gab's von Elvis etwa schon mal besser, auch von THE BAND - schon mal besser, wobei ich damit nicht die Gitarrenarbeit meine) oder der STONES Klassiker You Can't Always… (in anfangs sehr reduzierter Version mit stark verhallter Gitarre, fast schon ein Gospelsong) bedarf es gar nicht, um Klasse zu zeigen. So wird jeder Song etwas variiert, und zeigt etwas Eigenes. Mal ist es eine Break in Too Much, mal eben ein Tempowechsel zwischen Texas Blues und Rock'n'Roll im Hit the Rock'n'Roll The Car (seltsamer Titel), zusätzlich mit Gitarrenduell. Second Class Zone kann sicher nicht den vielschichtigen Songaufbau meinen, der da aufscheint, nebst schönem Honky-Tonk Piano, und auch nicht die Slide! Ein ganz sicheres Brett live, da möchte' ich wetten. Das fabelhafte, sich langsam steigernde Back On The Road bildet den Abschluss einer sehr guten Bluesrock CD.

Krissy ist am ehesten mit Jimmy Bowskill zu vergleichen - hier wird wirklich gute Musik abgeliefert von so jungen Leuten, dass man nur staunen kann, wo die den Blues her haben (und natürlich ist es nicht der Blues, durchlitten und durchlebt, sondern ein Blues, dem dieses 'Authentische' fehlt - aber auch die Langweile, die oft einher geht mit dieser Authentizität).

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 10.07.2011


 
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