Discografie (Originalalben und ausgewählte Compilations):
"Creedence Clearwater Revival", Juni 1968
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"Bayou Country", Januar 1969
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"Green River", August 1969
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"Willy And The Poor Boys", November 1969
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"Cosmo's Factory", Juli 1970
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"Pendulum", Dezember 1970
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"Mardi Gras", April 1972
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"Live In Europe", Dezember 1973
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"The Concert", Oktober 1980 (Aufgenommen Januar 1970 im Oakland Colissium)
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"The Golliwogs", 1975 (Pre-CCR)
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"Creedence Gold", 1972 (Compilation)
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"More Creedence Gold", 1973 (Compilation)
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"Creedence Country", 1981 (Compilation)
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Manchmal fängt alles mit einer Erinnerung an. Anfang der Sechziger geboren, gehören zu den Kindheitserinnerungen Radio Luxemburg auf Mittelwelle und die Tagesschau mit Bildern aus Vietnam. Es verging quasi kaum ein Tag, an welchem ich als Dritt- oder Viertklässler im aus Decken gebauten Zelt nicht ein kleines Kofferradio liegen hatte und Songs hörte, die im elterlichen Haushalt unbekannt waren. Diese Lieder prägten sich unbewusst ein, während die Namen der Interpreten zumeist wieder verloren gingen und bei späteren musikalischen Entdeckungsreisen erneut ans Tageslicht kamen. Nach dem Abendessen wurde in der Regel die Tagesschau eingeschaltet und fast an jedem Tag gab es einen Bericht vom südostasiatischen Kriegsschauplatz oder Neues von den Pariser Friedensverhandlungen zu sehen.
In späteren Jahren versuchten etliche Filme das Trauma des für Amerika verlorenen Vietnam-Krieges in irgendeiner Form aufzuarbeiten. Das Spektrum reicht bis in die heutigen Tage von Kritik bis Verherrlichung. In vielen dieser Streifen tauchen Szenen auf, in denen Musik aus Transistorradios zu hören ist. Die gespielten Songs sind wahrscheinlich jedem halbwegs Rock-Interessierten bekannt und das Gefühl des "was waren das für geile Songs damals" beschleicht einen. Einige dieser Singles haben Titel wie "Fortunate Son" oder "Who'll Stop The Rain", aber wie hieß denn bloß die Band mit diesem unnachahmlichen Sound und der rauen eindringlichen Stimme?
Diese Story handelt von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, einer Band, die innerhalb von knapp drei Jahren einen Songfundus für die Ewigkeit anlegte und verdientermaßen 1993 in die "Rock & Roll Hall Of Fame" aufgenommen wurde.

PROLOG
Mitte der Siebziger. Deutschland ist nach zwanzig Jahren zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister, ABBA starten mit Waterloo durch, man selber gammelt sich durch die gymnasiale Mittelstufe und hat nach dem Abflauen der Glamrock-Welle musikalische Defizite. Rock-Dinosauriern wie LED ZEPPELIN, PINK FLOYD, DEEP PURPLE oder EMERSON, LAKE & PALMER damals eher abgeneigt, konnten da schon mehr die aufstrebenden STATUS QUO begeistern.
Nachdem eines Abends der Bremer "Musikladen" bis auf ein oder zwei Künstler erneut wenig begeistern konnte, stand noch der Sieger des Telefon-Votings aus. Fünf Songs wurden anfangs vorgestellt und zum Ende der Sendung wurde der sogenannte "Oldie" gespielt. An diesem Tag hatte eine Band gewonnen, deren Name mir nichts sagte... CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL!
Proud Mary hieß der siegreiche Song und das anschließend ausgestrahlte Schwarz-Weiß-Filmchen ließ mich wie gebannt vor der Glotze sitzen. "Rollin', rollin' on the river...", das alles kam mir so bekannt vor, als seien die Tage im selbstgebauten Zelt erst gestern gewesen. Jahre waren vergangen, doch die Einzigartigkeit dieses Liedes ließ es sofort wieder lebendig werden. Für mich stand ab diesem Abend fest, dass es sich keinesfalls nur um einen x-beliebigen "Oldie" handelte sondern um ein zeitloses Dokument songschreiberischer Größe.
In jenen Tagen inmitten der siebziger Jahre strahlte der Westdeutsche Rundfunk mittwochs eine Sendung namens "Diskothek im WDR", präsentiert durch den US-amerikanischen Diskjockey Mel Sandock aus. Auch hier wurde über "Oldies" abgestimmt, streng nach Alphabet getrennt. Irgendwann war es so weit, der Buchstabe "C" war an der Reihe. Die ersten "Drei" wurden gespielt, prompt waren zwei CCR-Titel darunter - Hey Tonight und Up Around The Bend.
Mangels ausreichend monetärer Mittel musste das Weihnachtsfest abgewartet werden, um endlich Vinyl zu erhalten. Die mir bekannten Tracks stammten von verschiedenen Alben, also musste ein Sampler her, auf dem sie alle vertreten waren. "Chronicle - The 20 Greatest Hits" aus dem Jahre 1976 ist seit diesen Weihnachtstagen fester Bestandteil meiner Hörgewohnheiten. Anfangs vollkommen fasziniert von den vielen doch so bekannten Songs, deren Eingängig- und Einzigartigkeit sich über die Jahre hinweg in den Erinnerungen versteckt hatte und die jetzt mit einem Mal vollständig ans Tageslicht zurückkehrten, vergeht seitdem kaum eine Woche in der dieses Album nicht aufgelegt wird. Die später nachgekaufte CD löste das Doppel-Album ab, doch dieses wird alleine schon wegen seines umfangreicheren Booklets gehütet wie die Juwelen der Königin von England.
"Chronicle" folgte irgendwann "Chronicle, Volume Two" und verschaffte einen größeren Einblick in die Alben der Kalifornier. Interessant in diesem Zusammenhang, dass die CD einen etwas veränderten Inhalt als das Jahre zuvor veröffentlichte Doppelalbum hat. Die überlangen Keep On Chooglin' und Ramble Tamble sprengten den Rahmen und wurden zugunsten eher bandtypischer Drei-Minuten-Songs ausgetauscht. Als Fan der Band sollte man sich allerdings auch die einzelnen Alben zulegen und die vielleicht größte Band der Jahre 1969/70 wieder aufleben lassen. Diese keine Vollständigkeit für sich in Anspruch nehmende Story will es zumindest versuchen...
DIE STORY
Die Geschichte von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL begann in El Cerrito, einem kleinen Städtchen in der Nähe von San Francisco. John Fogerty wuchs hier gemeinsam mit seinem Bruder Tom und drei weiteren Geschwistern auf. Während der einige Jahre ältere Tom über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügte und schon früh in Bands u.a. als Sänger mitwirkte, sammelte der scheuere John in seinen frühen Teenagerjahren Rhythm & Blues- und Rock'n'Roll-Schallplatten und flüchtete in eine Traumwelt, in der er sich als Bandleader einer Rock'n'Roll-Band sah. Zeitgleich begann er aber mit dem Gitarre- und Pianospiel und ließ schon früh eine außerordentliche Begabung erkennen.
Neben Bluesmusikern wie Ray Charles, Muddy Waters, Bo Diddley oder Howlin' Wolf hat der junge John ein Faible für die Country-Musik, einer Richtung, der nicht überall Gegenliebe entgegenschlägt. Einflüsse dieser Musik sind bereits auf ab 1968 veröffentlichten CCR-Alben unverkennbar, eine Cover-Version von beispielsweise Cotton Fields (vom Album "Willy and the Poor Boys", November 1969) unterstreicht dies nur zu deutlich.
Hank Williams (dessen Jambalaya John Fogerty 1972 als Solist veröffentlichte und es damit bis auf Platz 16 der US-Billboard-Charts schaffte) oder Jimmie Rodgers übten einen Einfluss auf den aufstrebenden jungen Musiker aus und sind auf seinen späteren Soloalben weitaus prägnanter vertreten als noch zu "Creedence"-Zeiten.
Sein Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Künstlern des "Sun"-Labels (Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Roy Orbison oder der aufstrebende "King Of Rock'n'Roll" Elvis Presley). Die LP "Cosmo's Factory" (Juli 1970) beinhaltet gleich drei Songs seiner Idole (Before You Accuse Me, Ooby Dooby und My Baby Left Me), die sich nahtlos mit den Klassikern seiner eigenen Band vermischen.
John Fogerty, der seine schulischen Aktivitäten zugunsten musikalischer Interessen auf ein Minimum herunterschraubt, trifft 1959 auf den späteren Drummer Doug Clifford, als dieser angelockt durch Johns Klavierspiel im Musikzimmer der Schule den Raum betritt und einem Jungen entgegensieht, der wie eine schlechte Buddy Holly-Kopie ausschaut und Töne produziert, ob denen der junge Clifford seinen Ohren kaum trauen will. Die beiden beschließen eine Band zu gründen und finden auf der Suche nach weiteren Mitstreitern ihren Bassisten Stu Cook, einen Klassenkameraden Dougs.
Durch die Erzählungen Johns neugierig geworden, kommt sein älterer Bruder Tom, der gerade die Auflösung seiner eigenen Gruppe hinter sich hat, mit zu einer Probe in den Hobbykeller von Cooks Elternhaus. Fortan sind die Vier eine Band von zig-tausend anderen die von einer großen Karriere träumen und mehr oder weniger fleißig üben.
In diesen Tagen übernimmt Tom Fogerty die Lead-Vocals. Die junge Gruppe macht zunehmend musikalische Fortschritte und veröffentlicht unter diversen Namen (TOMMY FOGERTY & THE BLUE VELVETS, TOMMY FOGERTY & THE BLUE VIOLETS, THE GOLLIWOGS) Singles, die über einen ab und an mehr zufälligen lokalen Erfolg nicht herauskommen. Das Quartett hat seinen später typischen Stil noch nicht gefunden und experimentiert herum, wobei man sich mal an den Rock'n'Roll Bands der Fünfziger und später an den Acts der "British Invasion" (allen voran den BEATLES) orientiert. Auffallend ist jedoch die zunehmende Kreativität Johns, der immer größeren Einfluss auf die Kompositionen und Arrangements nimmt. Zwar sind bei den Songwriter-Credits beide Brüder angegeben, allerdings arbeitet der Jüngere immer verbissener an seinen Fähigkeiten und der angestrebten Karriere, während die anderen drei Bandmitglieder zunehmend die Ausführenden seiner Ideen werden. John übernimmt schließlich im Vertrauen auf seine kräftige Stimme auch den Lead-Gesang und wird damit endgültig zum dominierenden Teil der Gruppe.
In der aufstrebenden Szene San Franciscos sind THE GOLLIWOGS, wie sie zu diesem Zeitpunkt noch heißen, nur eine kleine Nummer. "The Summer Of Love" ist noch nicht da, Bands wie GRATEFUL DEAD oder QUICKSILVER MESSENGER SERVICE haben sich bereits mit ihren ersten Gehversuchen und überlangen psychedelisch angehauchten Songs besonders in Studenten- und Intellektuellen-Kreisen einen guten Ruf erworben. Die Fogerty-Brüder passen da irgendwie genau so wenig rein wie in die Sphären späterer Pop-Hippie-Acts a la THE MAMAS & THE PAPAS. Ihre Basis ist mehr der Rock'n'Roll der Fünfziger Jahre, ihre Ausstrahlung eher bieder und passt besser in die Clubs der Arbeiter-Vororte in der Bay-Area.
John Fogerty ist bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu weit in der Welt herumgekommen, die Musik besonders der Südstaaten hat es ihm allerdings angetan. Seine Suche nach "dem" Sound lässt ihn immer mehr in den Bereich des Mississippi-Deltas und der Bayous abtauchen. Die toten Flussarme, Sümpfe voller Mangroven, alte Schaufelrad-Dampfer und die Geschichten Mark Twains üben einen zunehmenden Einfluss auf seine Kompositionen aus. Der Klang wird immer eigenständiger und führt letztendlich zu einem völlig neuen Begriff in der Musikwelt: "Bayou-Rock", als dessen Erfinder John Fogerty mit seinen Songs in die Rock-Geschichte eingehen wird.
Was immer der "San Francisco-Sound" auch gewesen sein mag oder soll, CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL hatten damit so gut wie gar nichts zu tun. Vermutlich gab es eine ganze Reihe von Fans aus den Südstaaten, die glaubten sie stammten aus ihrer Heimat. Ihr Debut-Album (Juli 1968) mag noch vereinzelte Reminiszenzen an die Hippiebewegung wecken, in der Folgezeit entstand ein Sound, der tief im Süden der USA verwurzelt schien. Das Besondere an der Musik von CCR war jedoch die grenzübergreifende Wirkung ihrer Songs. Lieder, die junge und nicht mehr ganz so junge Hörer erreichten, von gegen den Vietnamkrieg protestierenden Hippies ebenso wie von den dort eingesetzten und mehr oder weniger überzeugten Soldaten geliebt wurden und egal ob Mann oder Frau ansprachen.
CREEDENCE - und speziell John Fogerty, der als Sänger, Lead-Gitarrist, Songwriter, Arrangeur und Produzent der Band fungierte - schufen mit ihren Drei-Minuten-Songs weit mehr als typisches Chartfutter jener Zeit, sondern verliehen den immer seichter werdenden Top 40 Muskeln, in dem sie sowohl durch ihren einzigartigen Rock'n'Roll als auch mittels ihren Texten enorme Wirkung erzielen konnten.
Der Einfluss der Band auf Künstler wie Bob Seger, Bruce Springsteen, Tom Petty, George Thorogood oder John Cougar Mellencamp ist unverkennbar. Elvis Presley und Tina Turner (bei deren Farewell-Tour 2000 John Fogerty als Special Guest auftrat) coverten Proud Mary (ohne den Erfolg von CCR zu erzielen) und würdigten damit eine Gruppe, die in den Jahren 1969 und '70 an der Weltspitze stand. Die Mischung aus Rock, Country, Blues und Southern-Elementen mit dem eigentümlichen Bayou-Sound sollte Generationen von neuen Musikern beeinflussen.
Während ihre Songs nahezu jedem halbwegs interessierten Radiohörer bekannt sind, blieben der Bandname und die dazugehörigen Musiker längst nicht so im Gedächtnis verhaftet wie vergleichsweise jene der BEATLES oder ROLLING STONES. Bei den Feierlichkeiten zur Aufnahme CCRs in die "Rock & Roll Hall Of Fame" fand Bruce Springsteen die passenden Worte: "In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern waren sie nicht unbedingt die hippste Band der Welt, sie waren nur die Beste."
Die erste Zeit der zweiten Sechzigerhälfte sah die Fogerty Brüder, Stu Cook und Doug Clifford an einem Wendepunkt ihrer bisherigen Karriere. In der Zwischenzeit beim Label "Fantasy" untergekommen, hatte man mit der im November 1965 veröffentlichten Single Brown Eyed Girl sogar einen kleineren Hit in Kalifornien landen können. Hier hatte John die Lead-Vocals übernommen und von nun an sollte sein Bruder Tom mehr und mehr in den Hintergrund treten. Die beiden Brüder wurden als gemeinsame Autoren genannt, jedoch war John quasi der Alleinverantwortliche was den Sound betraf.
Fälschlicherweise in die Reihe der damaligen Britpop-Bands gedrängt, konnte die Band den Achtungserfolg von Brown Eyed Girl nicht wiederholen. THE GOLLIWOGS, wie sie zu diesem Zeitpunkt noch hießen, hatten kein klares Konzept und eiferten eigentlich nur irgendwelchen Erfolgsformeln hinterher, wobei die Versuche sehr unter dem Einfluss der Werke John Lennons und Paul McCartneys standen. Für einen ehrgeizigen Musiker wie John Fogerty eine unbefriedigende Situation, die er durch permanente Soundtüfteleien und durch das Schreiben eigener neuer Songs sowie dem Covern relativ unbekannter Stücke zu entrinnen versuchte. Während dieser Phase wurde er endgültig zur treibenden und die Richtung vorgebenden Kraft des jungen Quartetts.
John und Doug Clifford hatten ihren Militärdienst hinter sich, Stu Cook sein Examen im Studium der Wirtschaftswissenschaften und der ältere Fogerty-Bruder Tom arbeitete bei einem kalifornischen Energieversorger.
Die Sorge vor einem Einsatz in Vietnam hatte John geprägt und sollte sich später in einigen Songtexten niederschlagen. Er hatte Glück nur sechs Monate bei einer Reserveeinheit verbringen zu müssen und fand im Anschluss daran einen Job im Lager ihrer Plattenfirma "Fantasy".
Die Karriere als Musiker stand für die Vier am Abgrund und man beschloss einen letzten Versuch zu riskieren. Diese Kraftanstrengung wurde vorläufig durch Tom und Stu finanziert. Der ältere Fogerty hatte eine Abfindung seines Arbeitgebers erhalten und Cook verkaufte das Auto, das ihm seine Eltern zum bestandenen Examen geschenkt hatten.
Das Jahr 1967 sollte die Wende einleiten. Die Plattenfirma "Fantasy" hatte den Besitzer gewechselt, neuer Labeleigner war fortan ein gewisser Saul Zaentz. Dieser hatte, nachdem er seit Jahren für das Label gearbeitet hatte, mit Hilfe geliehenen Geldes den bisherigen Eignern ihre Firma abgekauft. Zaentz galt als ehrgeizig und von großem Erfolgswillen geprägt. Obwohl "Fantasy" eigentlich ein Jazz-Label war und er mit Pop und Rock eher wenig anfangen konnte, glaubte der neue Eigentümer, ein großes Potential in der aufstrebenden Band zu erkennen.
Die nach Erfolgen suchenden Musiker kamen Zaentz gelegen, versprach er sich durch sie doch die kommerziellen Zugpferde seines aufstrebenden Unternehmens. Sein Reden und die von ihm gemachten Versprechungen ließen die geschäftlich naiven GOLLIWOGS von Höhenflügen in BEATLES-Sphären träumen und letztendlich einen Vertrag abschließen, der ihnen die meisten Rechte an ihrer eigenen Musik nahm. Der Grundstein für eine große Karriere war gelegt, gleichzeitig bildete dieser Vertrag den Anfang vom Ende zwischen der Freundschaft von John Fogerty und Saul Zaentz und die Basis für einen langen späteren Rechtsstreit zwischen den beiden.
John, Tom, Stu und Doug hatten den Namen GOLLIWOGS nie gemocht. Übersetzt heißt dieses Wort so viel wie "Negerpuppe". In den amerikanischen Südstaaten gehörten dementsprechende Figuren häufig als Schirmständer oder Aschenbecher zum Wohnungsmobiliar und symbolisierten eine Degradierung der schwarzen Bevölkerung. Die Band wurde einige Jahre zuvor von "Fantasy" zu diesem Namen gezwungen und sah nun den passenden Zeitpunkt gekommen, sich wieder von ihm zu verabschieden. Mit einer neuen musikalischen Ausrichtung sollte auch ein neuer Bandname her.
John Fogerty teilte Saul Zaentz bei einer Zusammenkunft gegen Ende des Jahres 1967 mit, dass die Band sich für einen auffallenden und dem Zeitgeist entsprechenden Namen entschieden hatte: CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL.
Ein Freund Toms hörte auf den Vornamen "Creedence" und erinnerte an das Wort "creed", welches im Englischen so viel wie "Glaubensbekenntnis" bedeutet. "Clearwater" hatte seine Wurzeln in einer Fernsehwerbung für eine Biermarke. John sah darin auch so etwas wie das Saubere von fließendem, klaren Wasser. "Revival" stand insbesondere für den dringend benötigten Neuanfang.
Zaentz zeigte sich einverstanden. Fortan traten die Vier unter ihrem neuen Namen auf und sollten bereits in den folgenden Monaten erstaunliche Fortschritte machen.

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