Trackliste "Creedence Clearwater Revival":
- I Put A Spell On You (4:25)
- The Working Man (3:02)
- Suzie Q. (8:34)
- Ninety-Nine And A Half (Won't Do) (3:35)
- Get Down Woman (3:02)
- Porterville (2:13)
- Gloomy (3:48)
- Walk On The Water (4:16)
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Trackliste "Bayou Country":
- Born On The Bayou (5:10)
- Bootleg (2:58)
- Graveyard Train (8:32)
- Good Golly Miss Molly (2:39)
- Penthouse Pauper (3:37)
- Proud Mary (3:07)
- Gloomy (3:48)
- Keep On Chooglin' (7:40)
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Discografie (Originalalben und ausgewählte Compilations):
"Creedence Clearwater Revival", Juni 1968
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"Bayou Country", Januar 1969
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"Green River", August 1969
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"Willy And The Poor Boys", November 1969
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"Cosmo's Factory", Juli 1970
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"Pendulum", Dezember 1970
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"Mardi Gras", April 1972
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"Live In Europe", Dezember 1973
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"The Concert", Oktober 1980 (Aufgenommen Januar 1970 im Oakland Colissium)
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"The Golliwogs", 1975 (Pre-CCR)
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"Creedence Gold", 1972 (Compilation)
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"More Creedence Gold", 1973 (Compilation)
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"Creedence Country", 1981 (Compilation)
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Die letzte Amtshandlung unter dem Banner THE GOLLIWOGS waren die Aufnahmen zur Single Porterville / Call It Pretending, die im Oktober 1967 erschien und wie die vorherigen Releases die Musikwelt keinesfalls aus den Angeln hob. Die Songs orientierten sich noch zu sehr an den seinerzeit angesagten Pop-Bands, das auf die Charts getrimmte Call... ist ein Paradebeispiel für die verzweifelten Erfolgsversuche sich an Trends anzuhängen statt sich auf die eigenen Stärken zu besinnen.
Dieser unglückliche Umstand blieb insbesondere John Fogerty nicht verborgen und seine Suche nach "dem Sound" fand nicht nur im Studio sondern auch bei Soundchecks vor Konzerten der Band statt. Selbst nach Erscheinen des ersten Albums war sein "Fahnden" nach dem klanglichen Gewand für das Songmaterial CCRs nicht beendet.
Bei einer Veranstaltung in San Francisco, auf welcher die Gruppe trotz erster beachtlicher Charterfolge ins Vorprogramm abgeschoben wurde, war John während des Soundchecks gerade dabei, etwas völlig Neues auszuprobieren, als man ihm den Strom abdrehte. Dieses "Neue" sollte nicht viel später zu einer neuen Hymne werden und eine Spielart des Rocks hervorbringen, die seit jenen Tagen auch weit über die Grenzen des amerikanischen Südens hinaus zu einem Begriff wurde. Der sogenannte "Swamp"-Rock sollte untrennbar mit CREEDENCE und insbesondere John Fogerty verbunden bleiben. Das ausprobierte "Neue" waren die Anfangstöne von Born On The Bayou...
Davon gab es im Oktober 1967 noch wenig zu spüren. John steckte im Suchstadium und übernahm mehr und mehr die Führung innerhalb der Band. Die beiden Titel der letzten GOLLIWOGS-Single stammten bereits allein aus seiner Feder und er fungierte während der Aufnahmen ebenfalls als Produzent.
Ein wichtiger weiterer Faktor tauchte in seinen Kompositionen auf und sollte fortan viele Texte seiner Songs prägen. Eindrücke und Erinnerungen aus seiner Jugend, als auch sein Denken über die seinerzeit aktuellen Geschehnisse in seinem Heimatland flossen zunehmend in die Lyrics ein und sollten wenige Jahre später besonders bei den in Vietnam eingesetzten GIs Wirkung zeigen.
Das beginnende Jahr 1968 zeigte eine Band, die ein neues Demo produzierte und eine weitere Single veröffentlichen wollte. Ihr Label "Fantasy" schien es damit jedoch nicht eilig zu haben und so vergingen Monate bis zum Juni des selben Jahres, bevor statt der erwarteten Single der erste selbstbetitelte Longplayer "Creedence Clearwater Revival" erschien.
Der ursprünglich vorher zur Veröffentlichung geplante Song war ein alter Hit eines gewissen Dale Hawkins. John Fogerty hatte mit Suzie Q. eine Fremdkomposition ausgewählt, wahrscheinlich auch um sich nicht einem allzu großen Druck auszusetzen. Zwar hatte er eine Vorstellung über die weiteren musikalischen Schritte seiner Band und schrieb zunehmend eigenes Material, hielt es jedoch für einfacher, etwas bereits existierendes neu so zu arrangieren, wie er sich den zukünftigen Klang CCRs vorstellte.
Als Suzie Q. schließlich aufgenommen war, hatte man einen Song von acht Minuten und sechsunddreißig Sekunden Länge, womit man natürlich den gewöhnlichen Drei-Minuten-Single-Rahmen sprengte. Dass ausgerechnet CCR in den Folgejahren zu Meistern der Drei-Minuten-Hits wurden, lässt die damalige Situation aus heutiger Sicht nahezu legendär erscheinen.
Durch einen Zufall sollten CREEDENCE erst einmal im Bereich der Bay Area einem größerem Publikum bekannt werden. Der Streik der DJs einer Radiostation sollte zum Auslöser werden und der Band durch einen Benefizauftritt viele Sympathien bescheren. Man spielte Songs vom demnächst erscheinendem Debutalbum und traf auf ein begeistertes Publikum.
Auslöser besagten Streiks war die Ankündigung der Sendereigentümer, das bis dato progressiv ausgerichtete Programm kommerzieller gestalten zu wollen. Letztendlich endete der Aufstand erfolglos und einige DJs wechselten zu einer anderen Radiostation. Von dort aus schickten die befreundeten Moderatoren fortan das über acht Minuten lange Demo zu Suzie Q. permanent durch den Äther und trafen auf eine Hörerschaft, die ständig beim Sender anrief um herauszufinden wo man den Song kaufen konnte.
Saul Zaentz hatte die vier jungen und geschäftlich unerfahrenen Männer zwar mit einem Vertrag von dem er sich reichlich Profit versprach an sein Unternehmen gebunden, allerdings reagierte "Fantasy" alles andere als rasant. Die Planung des Albums dauerte länger als erwartet, die Band selber verfügte kaum über finanzielle Mittel und hing am Dollar-Tropf ihrer Plattenfirma. Zu dieser Zeit bezahlte Tom Fogerty außer für sich auch die Mieten der anderen drei und gab ihnen zudem ein paar Dollar fürs Essen. Selber bereits zweifacher Vater, hatte Bruder John mittlerweile auch einen Sohn während Doug Cliffords Frau schwanger war.
Da man das Geld für einen Grafiker sparen wollte, malte Laurie Clifford das Cover des Debutalbums. Saul Zaentz erkaufte sich seine Nennung als Produzent der LP durch 1.200 Dollar, mit denen CCR einen dringend benötigten neuen Verstärker bezahlen konnten. Insgesamt kostete die gesamte Albumproduktion weniger als 2.000 Dollar, denn selbst an der Rückseite des Covers sparte "Fantasy", in dem man einen Vizepräsidenten der Firma und eigentlichen Jazz-Fan einen Text verfassen ließ, der im Grunde kaum auf die Band selbst einging und statt dessen die Szene San Franciscos besprach.
Im Juli 1968 schließlich erschien mit "Creedence Clearwater Revival" das erste Album unter dem neuen Namen. Johns Fähigkeiten als Komponist waren noch nicht so ausgereift wie auf den nachfolgenden Alben und lassen seine Eigenkompositionen aus heutiger Sicht als eher durchschnittlich erscheinen. Die drei Coverversionen der LP (I Put A Spell On You, Suzie Q., Ninety-Nine And A Half) gehen mit Sicherheit als die stärksten Songs durch, wobei allerdings das neue Arrangement diese Titel als bereits CCR-typisch erscheinen lässt.
Der Opener I Put A Spell On You beeindruckt sofort durch seine unheimliche Atmosphäre. Die eindringliche Stimme John Fogertys, sowie die spartanische und trotzdem dichte, packende Instrumentierung ziehen den Hörer bereits mit den ersten Tönen in einen schwer zu entrinnenden Bann. Abgesehen von dem Demo zu Suzie Q. ist es das erste Mal, dass sich von einem CREEDENCE-typischen Sound sprechen lässt.
Die eigenen Songs The Working Man, Get Down Woman und Gloomy gelten zurecht nicht gerade als Klassiker der Bandhistorie und stehen für den Übergang aus der GOLLIWOGS-Phase zur nun anbrechenden CCR-Ära. Porterville war bereits im Oktober '67 erfolglos mit Call It Pretending als Single veröffentlicht worden und erreichte wie die anderen Eigenkompositionen keineswegs das Niveau der späteren Releases.
Als Ausnahme ist Walk On The Water zu betrachten. Bereits im Juli 1966, noch als GOLLIWOGS, erstmals unter dem Titel Walking On The Water aufgenommen, kann man den gemeinsam von Tom & John Fogerty geschriebenen Song wohl als ersten "Fogerty"-Klassiker ansehen. Mit seinem langen Solo im Mittelteil noch ein wenig an Bands aus der Hippie-Bewegung San Franciscos erinnernd, geht besonders Johns Gesang unter die Haut.
Wilson Pickets' Ninety-Nine And A Half (übrigens auch nicht von ihm selbst komponiert) und besonders Suzie Q. besaßen das Kaliber, das dem eigenen Material noch größtenteils fehlte und katapultierten CREEDENCE in die Charts. Litten die selbstgeschriebenen Tracks bis auf Walk... noch an Unausgereiftheit, so ließen besonders die drei neu arrangierten Coverversionen auf den nun kommenden Sound schließen und beeindruckten nicht nur die Plattenkäufer im heimischen Kalifornien durch eine runderneuerte Form des Rock'n'Roll.
Entgegen der üblichen Veröffentlichungsweise, vorab eine Single zu veröffentlichen, brachte "Fantasy" zuerst das Album heraus. Ende der sechziger Jahre hatte der LP-Markt noch nicht seine spätere Bedeutung erreicht. Statt dessen dominierten die Single-Charts und kurbelten die Albenverkäufe eher an. Ohne Hit hatte ein Künstler es schwer, viele Langspielplatten zu verkaufen. Wohl auch durch die allgemein herrschende Aufbruchsstimmung begünstigt, die mehr und mehr Rockbands hervorbrachte welche vom Single-Schema abwichen und längere Songs im Repertoire hatten, gelang CCR rasch der Einstieg in die LP-Charts. Ihr erstes Album schaffte es bis auf einen für die Newcomer beachtlichen Platz 52. Die Verkäufe überstiegen die Eine-Millionen-Dollar-Marke (*) und brachten der Band ihre erste goldene Schallplatte (*) ein.
Suzie Q. erschien einige Zeit später und wurde aufgrund seiner Überlänge in "Part 1 & 2" aufgeteilt. Herausgebracht wurde die Version, die John bereits als Demo eingespielt hatte. Die Single verkaufte sich überraschend gut und erreichte schließlich Platz 11 der Charts.
Das als zweite 45er ausgekoppelte I Put A Spell On You konnte diesen Erfolg unverständlicherweise nicht wiederholen und blieb bereits auf der Position 58 hängen.
John Fogerty arbeitete zu dieser Zeit zwecks Aufbesserung der maroden Finanzen noch als Aushilfe an einer Tankstelle und hatte gerade den Bescheid zur Befreiung vom Reservedienst bei der Army erhalten. Eine unglaubliche Last schien von seinen Schultern zu fallen und von nun an schien es, als würde seine Kreativität regelrecht explodieren. Sein schon immer vorhandener Erfolgswille ließ ihn mit aller Kraft daran gehen einen Nachfolge-Hit zu Suzie Q. zu schreiben.
In ihrem Heimatland sorgten CREEDENCE für einige Verwirrung. Für jemanden der die Band im Radio hörte, schienen sie alles andere als den sogenannten "San-Francisco-Sound" zu verkörpern. Wie Doug Clifford in einem Interview bemerkte, dachten die Leute aufgrund des Klangs von Johns Stimme und der Art ihres Zusammenspiels, sie könnten eher aus Louisiana stammen. Johns Art, Worte wie "burnin'" als "boinin'" (auf der folgenden Single Proud Mary) zu singen, ließ selbst Einwohner der am Mississippi gelegenen Bundesstaaten glauben, es mit Leuten aus ihrer Gegend zu tun zu haben.
Dass es CCR jedoch nicht nur um die Verherrlichung und dem Besingen von Cajun, Bayou und Delta ging, ließ ein Vorfall erkennen, der sich kurz vor Veröffentlichung des ersten Albums abspielte. Die Aufbruchsstimmung besonders bei den Studenten, zunehmende Unruhen am Campus vieler Universitäten und das rigorose Eingreifen der Staatsmacht mittels Polizei und Militär, brachte die vier jungen Männer dazu, Plakate zu entwerfen aufgrund deren Inhalts man die Fogertys, Stu Cook und Doug Clifford durchaus als Revoluzzer bezeichnen konnte. Beim Ankleben ihrer Plakate tauchte die Polizei auf, verhaftete die Band und ließ sie einen Tag hinter schwedischen Gardinen verbringen.
Dass CCR mit ihrer Meinung wohl richtig lagen, zeigte kurz darauf die Tatsache, dass der damalige kalifornische Gouverneur und spätere U.S.-Präsident Ronald Reagan mit dem Segen des über den Watergate-Skandal gestrauchelten seinerzeitigen Präsidenten Richard Nixon die Nationalgarde den Campus der Universität Berkeley besetzen ließ. Tränengas gegen Studentenselbstverwaltungen oder Attacken auf das Publikum während eines Festivals ("Denver Pop") bewegten John Fogerty, die Gedanken seiner Generation zu formulieren. Überglücklich dem Inferno des Krieges in Vietnam entronnen zu sein, versuchte er seine Beobachtungen in den Lyrics einiger seiner Songs unterzubringen.
Hatten CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL 1968 noch für einen respektablen Achtungserfolg sorgen können, sollte im folgenden Jahr der absolute Durchbruch gelingen. Das Album "Bayou Country" erschien im Januar 1969 und ließ die Band erstmals auch in die Top 10 der Album-Charts einsteigen. Als höchste Notierung war der siebte Platz zu vermelden; über eine Millionen (*) verkaufte Einheiten und ihre erste Platin-Auszeichnung (*) brachten dem Quartett den so lange angestrebten Erfolg, sowie ihrem Label "Fantasy" einen großen Haufen an Dollars.
Zum wohl bekanntesten und erfolgreichsten Song von "Bayou Country" avancierte Proud Mary. Gemeinsam mit Born On The Bayou gegen Jahresende 1968 als Single ausgekoppelt, kletterte der Track in den nationalen Single-Charts im Februar des Folgejahres bis auf den zweiten Platz und erreichte gewaltige Verkaufszahlen. Erstmals gab es auch eine goldene Schallplatte (*) für eine ihrer 45er.
Typisch für CREEDENCEs Single-Veröffentlichungen war die Tatsache, dass es sich quasi um zwei A-Seiten handelte, die je nach Ausrichtung der jeweiligen Charts auch unterschiedliche Platzierungen verzeichnen konnten. Gilt Proud Mary als mehrfach gecoverter, absoluter Evergreen, so wurde Born On The Bayou zu einer Hymne des "Bayou-" oder "Swamp-Rock", wie man diese Musik mit dem Auftauchen CCRs zu bezeichnen begann.
John hatte Fragmente mehrerer Songs aus seinen Notizen zusammengesetzt, aus denen mit Proud Mary die seiner Meinung nach beste von ihm stammende Komposition entstand. Die spätere "River Boat Queen" war in den ursprünglichen Aufzeichnungen eine Waschfrau namens "Mary".
Proud Mary erreichte landesweit in sämtlichen Playlisten höchste Notierungen, man schien dem Lied nirgendwo entrinnen zu können. Die vielen Radiostation innerhalb des Landes sendeten es ununterbrochen, aus den Fenstern der Plattenläden schallte einem der Track entgegen und vorbeifahrende Autos oder das geöffnete Fenster aus dem Apartment des Nachbarn ließen immer wieder eines hören: Proud Mary! Selbst eher kritische Zeitgenossen wie Bob Dylan erklärten den Song zum Favoriten des Jahres.
Mit Born On The Bayou war CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, oder anders gesagt John Fogerty, allerdings etwas viel Entscheidenderes gelungen: Der Sound, der die Band so dermaßen populär machen sollte, war gefunden worden!! Er hatte das markante Gitarrenriff während eines Soundchecks im Avalon Theater zu San Francisco für sich entdeckt und später langsam in seiner dunklen kleinen Wohnung Songs wie Proud Mary, Born On The Bayou oder den überlangen Konzert-Favoriten Keep On Chooglin' aus den nebulösen Vorstellungen seiner Welt des Mark Twains entwirrt und neu zusammengesetzt.
Bei den Aufnahmen zu "Bayou Country" kristallisierte sich deutlich die Vormachtsstellung John Fogertys heraus. Bis auf Good Golly Miss Molly, mit dem John einem seiner Idole - Little Richard - im typischen CCR-Stil huldigte, stammte das restliche Material ausnahmslos aus seiner Feder. Sämtliche Songs lebten von seiner Lead-Stimme und darüber hinaus trat er von jetzt an auch offiziell als Arrangeur und Produzent der Band auf. Dass er zudem die Band managte und damit seinen Bruder Tom entmachtete, ließ bereits früh erste interne Spannungen aufkommen. John allein bestimmte die musikalische Ausrichtung, wohl auch im Glauben daran, dass es sich hierbei um die letztendlich erfolgreiche Ausrichtung handelte.
Neben Bezügen auf die gesellschaftliche Aktualität, ließen seine Songs noch eine weitere Seite erkennen. Er hatte sich eine Welt geschaffen, in der seine Musik lebte. Diese Welt des Südens hatte er bis dato noch nie gesehen und kannte sie nur aus Büchern, Filmen, Songtexten oder Erzählungen. Die Bayous (was aus dem Indianischen stammt und so viel wie "tote Flussarme" bedeutet), verhangene Sümpfe voller Mangroven und uralter riesiger Eichen, seine Vorstellung vom Mississippi-Delta und die Geschichten Mark Twains beeinflussten Johns Songwriting und ließen ihn zwar den Rock'n'Roll nicht neu erfinden, ihm aber eine neue kraftvolle Art hinzufügen.
"Fantasy" mögen in ihren Reaktionen nicht immer die Schnellsten gewesen sein, jedoch hatte Saul Zaentz erkannt, dass eine etwas aufwendigere Produktion seinen "Schützlingen" und damit auch seinen Gewinnerwartungen gut tun würde. CREEDENCE spielten in den imposanten RCA-Studios in Hollywood, einem Ort wo die ROLLING STONES drei Jahre zuvor ihr Satisfaction aufs Band brachten, die Basic-Tracks zu "Bayou Country" ein.
Die Grundelemente für CCRs zweites Album wurden mit allen vier Musikern live spielend aufgenommen, während John im Anschluss daran die Platte quasi allein beendete, indem er einige weitere Instrumente hinzufügte und sämtliche Vocals übernahm. John neigte bereits in dieser Zeit zu Alleingängen, von denen seine Bandkumpanen zunehmend weniger angetan waren. Ohne Tom, Stu und Doug im Studio, spielte er noch immer mit den Lyrics zu Proud Mary, ehe es zur endgültigen Version kam. Das zum Song gehörende Solo entstand ebenfalls ohne Wissen der anderen; John entschied sich für eines, von dem er glaubte es klänge nach dem von ihm bewunderten Gitarristen Steve Cropper der Band BOOKER T. & THE MGs.
Nur John Fogerty allein schien zu wissen, wie die Songs in ihrer endgültigen Version klingen sollten und in bandinternen Diskussionen kostete es ihn viel Mühe, seine Kollegen davon abzubringen, wenigstens die Backing-Vocals für Proud Mary übernehmen zu dürfen. Damit war der Grundstein für das schnelle Auseinanderbrechen CCRs gelegt. John hatte die Formel für ihren Erfolg gefunden, der Rest der Band wollte sich jedoch auf Dauer nicht mit der Rolle seiner Begleitmusiker zufrieden geben. In diesen Tagen ließ der einsetzende Erfolg die Unzufriedenheit der anderen Drei noch im Untergrund schwelen.
"Bayou Country" war nicht nur das Album, das den Sound von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL definierte, es stellte das erste Meisterwerk ihres Schaffens dar. Mit diesem Album brach man als eine geballte neue Kraft des Rock'n'Roll in eine Pop-/Rockmusikwelt ein, die entweder vom seichtem Top 40-Sound verkleistert schien oder sich in den endlosen haschgeschwängerten Solieskapaden vieler Hippie-Bands verlor. Die BEATLES standen vor ihrem Ende und die STONES hatten zunehmend Probleme mit der Justiz, Konzert-Desastern wie Altamont und teilweise auch innerhalb der Band. Da kam eine Gruppe wie CCR, mit einer Musik ähnlich der einer frischen Brise, wie gerufen.
"Bayou Country" enthielt zwar nur sieben Songs, aber neben der erfolgreichen Single, Keep On Chooglin' und der Little Richard-Hommage Good Golly Miss Molly (erschien in Frankreich als Single; Red.) befanden sich noch drei weitere starke Tracks auf der Platte.
Bei Graveyard Train handelte es sich um ein ziemlich düsteres, bluesiges, überlanges Stück, Bootleg kam wie ein Bo Diddley auf Country daher und Penthouse Pauper wurde nicht ohne Grund über zehn Jahre später noch einmal von den Southernrockern MOLLY HATCHET aufgenommen.
CCR hatten sich mit diesem Album eine Nische geschaffen, die sie von nun an für knapp zwei Jahre mit weiteren unsterblichen Klassikern füllen sollten.

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