Trackliste "Green River":
- Green River (2:31)
- Commotion (2:37)
- Tombstone Shadow (3:36)
- Wrote A Song For Everyone (4:55)
- Bad Moon Rising (2:17)
- Lodi (3:08)
- Cross-Tie Walker (3:17)
- Sinister Purpose (3:19)
- The Night Time Is The Right Time (3:07)
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Discografie (Originalalben und ausgewählte Compilations):
"Creedence Clearwater Revival", Juni 1968
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"Bayou Country", Januar 1969
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"Green River", August 1969
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"Willy And The Poor Boys", November 1969
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"Cosmo's Factory", Juli 1970
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"Pendulum", Dezember 1970
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"Mardi Gras", April 1972
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"Live In Europe", Dezember 1973
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"The Concert", Oktober 1980 (Aufgenommen Januar 1970 im Oakland Colissium)
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"The Golliwogs", 1975 (Pre-CCR)
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"Creedence Gold", 1972 (Compilation)
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"More Creedence Gold", 1973 (Compilation)
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"Creedence Country", 1981 (Compilation)
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Mit Proud Mary hatten John Fogerty & Co. einen überwältigen Single-Hit gelandet, der die Band erstmals in die Top 10 der Hitparaden brachte. Selbst die hohen Verkaufszahlen ihres zweiten Album "Bayou Country" standen etwas im Schatten der mega-erfolgreichen Single. CCRs Album Numero zwo gab allerdings für eine weitere Auskopplung nichts Erfolg versprechendes mehr her. Zwar hatte man auf besagtem zweiten Longplayer durch einen vergleichsweise geraden Rock'n'Roll mit Einflüssen aus dem amerikanischen Süden geglänzt, während der Erstling durchaus noch Konzessionen an die Hippie-Szene Friscos erkennen ließ, jedoch erwiesen sich die noch zur Verfügung stehenden fünf Tracks als zu lang, sperrig oder bluesig.
Um den geschafften Sprung in die Charts nicht nur als kurze Episode verbuchen zu können, dachte John daran, Musik zu schreiben, die auf ein vermeintlich breiteres Interesse stoßen sollte. Die Single-Hitparade diente ihm quasi als Werbung für die Alben von CCR. Das Jahr 1969 ließ seine Kreativität regelrecht explodieren, und so gelang ihm mit der im April veröffentlichten Single Bad Moon Rising / Lodi ein weiterer Geniestreich und ein erneuter zweiter Platz in den Charts. Wie bei der vorherigen Veröffentlichung konnte man erneut von zwei A-Seiten reden, was letztendlich zu einer weiteren Auszeichnung mit "Gold" (*) führte.
Die Grundideen zu den beiden Songs trug John Fogerty, wie bei vielen seiner Kompositionen, schon lange mit sich herum. Jetzt schien allerdings der Zeitpunkt gekommen, an dem, wie aus zahlreichen Teilen eines Puzzles, plötzlich fertige Songs entstehen sollten. Johns Lyrics mochten oftmals pessimistisch wirken, mit seinen häufig gegenteiligen Melodien gelang es ihm die beiden Gegensätze zu verbinden und eine ganz eigene Faszination auf die Hörer von CREEDENCE-Songs auszuüben.
Das fröhlich klingende Bad Moon Rising beispielsweise besaß einen Text, der beeinflusst war von einem düsteren Film, den John Jahre zuvor gesehen hatte. Die Bilderwelt des Songtextes basierte auf einer Story, in der ein von Naturkatastrophen gebeutelter Farmer einen Pakt mit dem Teufel schließt um seine Ernte zu retten. Im Jahr der Ernennung Richard Nixons zum Präsidenten der USA und zunehmender Proteste auch innerhalb des Landes gegen das Engagement in Südostasien, konnte man ihn auch als Warnung interpretieren. Die Zeilen "Don't go round tonight, it's bound to take your life, there's a bad moon on the rise" ließen eine Deutung als Warnung vor der Politik und den verheerenden Auswirkungen des Krieges in Vietnam durchaus zu.
Lodi war ursprünglich lediglich ein Name, der John faszinierte. Er schrieb ihn in sein Notizbuch, worin er ihn eine Weile mit sich herumtrug ohne eine passende Verwendung zu finden. Letztendlich basierte Lodi auf einem kalifornischen Ort, in dem sie einst ohne künstlerischen und finanziellen Erfolg gespielt hatten. John sah das u.a. auch darin begründet, dass Tom, Stu und Doug sich zu wenig in die Band einbrachten und es mit ihrer Einstellung aus seiner Sicht schier unmöglich schien, weiter nach oben zu kommen. Johns Auseinandersetzungen mit ihnen bezüglich den Anforderungen an eine Spitzenband wurden in Lodi verarbeitet, der Name steht als Synonym für viele kleine Nester, durch die sie erfolglos getingelt waren.
Johns kompositorische Kreativität und seine Verbissenheit ließen ihn bereits am nächsten Album arbeiten, welches nur sieben Monate nach "Bayou Country" erscheinen sollte. Doch nicht nur die neue Langspielplatte wollte geplant und aufgenommen sein, CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL waren auch auf dem Live-Sektor gefragt und angesagt. Häufig bereits als Headliner spielend, kamen ebenfalls die großen Festivals des Jahres 1969 hinzu. Zudem sollten sie in den angesagten großen Fernsehshows auftreten; einer Sache, von der sie einige Zeit zuvor nur träumen konnten.
Hatten die BEATLES 1964 mit ihrem Auftritt in der "Ed Sullivan Show" für eine ungeahnte Euphorie gesorgt und sie zu Superstars in den USA werden lassen, so hinterließ CCRs Auftritt in der gleichen Sendung keineswegs vergleichbare Spuren. Ihre Platten wurden Top-Seller, die mit denen der Fab Four locker konkurrieren konnten, und ihre Konzerte verzeichneten einen enormen Zuspruch, der Kult jedoch, wie jener der um das Quartett aus dem englischen Liverpool entstanden war, blieb bei ihnen aus. CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL fehlten die charismatischen Bandmitglieder; Musiker mit einer Ausstrahlung eines John Lennon und Paul McCartney oder Mick Jagger und Keith Richard suchte man in der Gruppe vergeblich. Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Janis Joplin waren Persönlichkeiten jener Zeit, die jedem Rock-/Popmusik-Fan bekannt schienen, während man im Fall von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL oftmals nicht so recht wusste, wer sich dahinter eigentlich verbarg. Hätte zumindest John Fogertys Bruder Tom durchaus Gefallen an der Darstellung eines Superstars gefunden, so hatte der Kopf der Band, und damit das entscheidende Bandmitglied, John, zwar nichts gegen ein paar Bierchen und gelegentliches High-Life einzuwenden, sein Naturell ließ ihn jedoch optisch wie auch in Interviews eher als hart arbeitenden Musiker denn als sich mit Glamour umgebenden Künstler erscheinen.
Während das Cover von "Bayou Country" die Band in einer Landschaft zeigte, die in Mississippi oder Louisiana hätte aufgenommen sein können, waren die Musiker bis dato nicht über die Grenzen der Staaten an der Westküste hinausgekommen. Erst die Touren zum zweiten Album ließen die Gruppe durch die Lande reisen. Das Erscheinungsbild von Provinzlern oder Cowboys, die es höchstens bis zur nächsten Stadt schaffen, passte zwar irgendwie zur dargebotenen Musik, für die Presse gab es abgesehen davon allerdings erst einmal relativ wenig zu berichten. CCR lieferten zwar Songtexte ab, die durchaus für das eine oder andere Aufsehen sorgten (Fortunate Son, Who'll Stop The Rain), jedoch gab es im Gegensatz zu manchen anderen von der Militärzensur aussortierten Songs (Eve Of Destruction - Barry McGuire, Give Peace A Chance - John Lennon) für sie nie Probleme, diese auch im Radio für die GIs in Vietnam platzieren zu können. CREEDENCE schienen ausschließlich mit ihrer Musik für Schlagzeilen zu sorgen.
Das "Woodstock Festival", Mitte August des Jahres 1969, sollte u.a. auch mit CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL als auftretende Musiker glänzen. Bis in die heutige Zeit genießt diese über drei Tage währende Veranstaltung einen legendären Ruf, sicherlich auch geschickt durch die dazugehörigen Livemitschnitte auf Vinyl (später noch einmal überarbeitet als CD) und dem "Woodstock"-Film vermarktet. Das letzte Jahr des endenden Jahrzehnts sollte CCR vorher noch zu weiteren Festivals mit angesagten Bands oder Solisten jener Tage führen.
Als die Single Green River / Commotion im Juli erschien, hatte man neben Jimi Hendrix, den BYRDS und JETHRO TULL bereits auf dem "Newport Pop Festival" in Northridge (Kalifornien) gespielt. Tränengasattacken gegen das Publikum erlebten sie während des "Denver Pop Festivals", wo die Band wiederum auf Jimi Hendrix traf und am 4. Juli 1969, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, traten CREEDENCE vor weit über 100.000 Zuschauern gemeinsam mit LED ZEPPELIN, CANNED HEAT und Joe Cocker in Atlanta (Bundesstaat Georgia) auf.
Die Single Green River / Commotion, im gleichen Monat veröffentlicht, bescherte der Band neben hohen Platzierungen in den heimatlichen USA und einer goldenen Schallplatte (*) erstmals auch einen Nummer-Eins-Hit in Großbritannien. CCR hatten endgültig in Europa Fuß gefasst und zählten zu den weltweit erfolgreichsten Bands.
John Fogerty verarbeitete auf Green River erneut von ihm Erlebtes. Die Sommerferien verbrachten die Fogertys mit ihren Söhnen zumeist in einer Hütte auf dem kalifornischen Land, wo es einen Bach gab, an dessen Ufer Bäume mit Schaukeln und Seile für die Kinder standen. Diesen Kindheitserlebnissen widmete John mit Green River einen Song, dessen Titel der Name eines Limonaden-Getränks jener Tage war. Wo es hieß "Well, take me back down where cool water flows..." steckte auch das Etikett einer Flasche dahinter, auf dem ein sich zum Horizont schlängelnder grüner Fluss abgebildet war.
Das dritte Album der Band erschien im August 1969 unter dem gleichen Titel ("Green River") wie die vorab ausgekoppelte Single. Der Longplayer brachte CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL bis an die Spitze der "Billboard"-Charts und bescherte ihnen die zweite Platin-Auszeichnung (*).
Die Kritiken zum Album fielen durchgehend zufriedenstellend aus, allerdings war der Tenor, dass man CCR in die Ecke der Singles-Bands drängte. Einerseits hatte John Fogerty angestrebt Hits zu landen, andererseits wollte er mit "seiner" Musik anerkannt werden. Die ganze Bandbreite der Eigenkompositionen und Interpretationen - von ihn maßgeblich beeinflussenden Songs - tat sich erst beim Hören eines vollständigen Albums auf.
"Green River" enthielt insgesamt neun Songs, von denen vier vorab auf Singles erschienen. Dieser Umstand und der Fakt, dass besagter Longplayer keine überlangen Tracks enthielt, führte möglicherweise zum oben genannten Tenor, denn an der Qualität des Songmaterials gab es nichts zu zweifeln. Vielmehr hätte jedes einzelne Lied für eine weitere 45er ausgekoppelt werden können; John Fogerty hatte einen Höhepunkt in seinem Schaffen erreicht. Acht von neun Albumtracks entstammten seiner Feder und wiederum stand sein Name allein als der des Produzenten und Arrangeurs.
CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL als Synonym für "John Fogerty und eine Begleitband ohne jeglichen Einfluß"? Die später von beiden Seiten, sprich John und dem Rest der Band, sehr unterschiedliche Sicht der Dinge konnte niemals richtig geklärt werden, da man nach Toms Ausstieg 1971 und dem endgültigen Split im Jahr darauf keine gemeinsamen offiziellen Aktivitäten mehr bestritt. Sicherlich legte das ehemalige Mastermind CCRs mit "Premonition" (1998) ein grandioses Live-Album vor, auf dem mit Unterstützung anderer Begleitmusiker auch etliche CREEDENCE-Klassiker zu hören waren. "Den Sound" von 1968-70 erreichte man trotz wirklich gelungener neuer Aufführungen nicht wieder. John mochte zwar noch den gleichen Verstärker wie dreißig Jahre zuvor verwenden, die Aura der Songs in alter Besetzung war entschwunden und ließ sich nicht mehr einfangen.
Tom Fogerty, Stu Cook und Doug Clifford bildeten die vielleicht unterbewertetste Rhythmussektion des Rock'n'Roll jener Tage. Das Anhören der damaligen Alben genügte, um einen durch die teils dramatischen und dennoch tighten Songs in eine Stimmung puren Vergnügens zu versetzen. Die perfekt eingesetzte Rhythmusgitarre mit ihrem ureigenen Sound und treibenden spartanischen Akkorden, ein Bass der den Teppich für die Melodien bot und präzise Drums ohne jeglichen "Schnick Schnack" sowie einem ordentlichen Drive, bereiteten das Fundament für die Realisierung der Ideen John Fogertys.
Auf "Bayou Country" hatten CCR "ihren" Sound endgültig gefunden und mit Proud Mary, Born On The Bayou oder Keep On Chooglin' absolute Klassiker veröffentlicht. Das nachfolgende "Green River" allerdings erklärte John in späteren Interviews zu seinem persönlichen Favoriten. Er bezeichnete Songs wie Bad Moon Rising oder Green River als Auszüge seiner musikalischen Seele und solche die seinem Herzen am nächsten standen.
Mit besonderem Stolz erfüllte ihn die Tatsache, dass die Hitsingle Green River keinesfalls nur wie eine Kopie Proud Marys klang und damit nicht den für die Rock- & Popmusik typischen Fall der Wiederholung eines Erfolgschemas produzierte. Musikalisch stellte der Song einen Gruß an das Label "Sun Records" dar, dessen Künstler John während der Fünfziger nachhaltig beeindruckt und geprägt hatten.
Textlich dagegen basierte er auf Erinnerungen an die Kindheit. Für ihn war das Verbringen der Sommermonate in dem kleinen Haus unter den Bäumen am Fluss wie die Westküstenvariante der Bayous im Süden der USA.
Mit Cross-Tie Walker auf "Green River" zollte John "Sun Records" einen weiteren Tribut, während Sinister Purpose eine gänzlich andere Richtung einschlug. Plötzlich schien die Stimmung düster und ernsthaft zu werden und die Atmosphäre einer schwarzen Messe irgendwo tief in den Südstaaten machte sich breit. Die einzige Fremdkomposition des Albums, The Night Time Is The Right Time, bezeichnete ein Kritiker treffend als eine Huldigung an Ray Charles, während Commotion als ein Wink auf die Rockabilly-Songs des vorherigen Jahrzehnts verstanden werden konnte.
John Fogerty hatte mit seiner Band zwar einen einzigartigen neuen Stil und Sound kreiert, seine Songs jedoch schienen sich immer wieder an den großen Vorbildern aus der Vergangenheit zu orientieren. So bezeichnete man Tombstone Shadow als ein Echo auf Robert Johnsons Cross Road Blues. Das leicht melancholische Lodi andererseits, erschien erneut sehr persönlich und zeichnete ein Leben, das er möglicherweise ohne den Erfolg von Proud Mary hätte führen müssen.
Wrote A Song For Everyone wird zuweilen als "verlorener" Klassiker bezeichnet, handelt es sich doch um eine tiefgründige Aussage über das Verderben, in das sich die Menschheit anscheinend unbelehrbar bewegt. Die Worte "Saw the People standin', thousand years in chains, someone said it's different now, look it's just the same" haben bis heute nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt.
John verstand es trefflich, unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen, ohne vom Stile CCRs abzuweichen. The Night Time... bot pursten Gospel mit einem unter die Haut gehendem Gitarrensolo, wo hingegen ein Cross-Tie Walker völlig relaxt daherkam und Stu Cooks Basslinie, die sich mit dem typischen Spiel einer Maultrommel vergleichen ließ, gegen Ende des Songs zwangsläufig für Bewegung in den müden Beinen sorgte.
Trotz einem stilprägendem Top Ten- ("Bayou Country") und einem Nummer-Eins-Album ("Green River") im Rücken, sowie Singles die man weltweit selbst in den trostlosesten Gegenden aus Radios und Jukeboxen schallen hörte, blieb die Resonanz in der Presse eher zurückhaltend. Das Label der Band, "Fantasy", schien vom plötzlich hereingebrochenen Erfolg ziemlich überrascht und betrieb eine PR-Arbeit, die einem Act dieser Größenordnung nicht gerecht werden konnte. Fatalerweise agierte John Fogerty nicht nur als Songschreiber, Produzent, Arrangeur etc., er übernahm (wahrscheinlich auch aufgrund seiner Rolle innerhalb der Gruppe) den Part der Ansprechperson bei nahezu sämtlichen Interviews und hatte mittlerweile zudem den Platz des Bandmanagers inne und damit seinen Bruder Tom abgelöst, der einst noch die Mieten der anderen Drei bezahlt hatte. Eine solche Flut an Aufgaben konnte selbst ein verbissener Arbeiter wie John in seiner kreativsten Phase nicht mehr fehlerlos meistern.
Nahezu gleichzeitig mit dem Erscheinen ihrer dritten Langspielplatte im August 1969 stand das "Woodstock Festival" an, für das u.a. auch CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL gebucht waren. Bei der späteren Vermarktung, sprich der Veröffentlichung von Live-Material besagter Veranstaltung, traf John eine Entscheidung, die sich kommerziell gesehen als Fehler erwies und vom Rest der Band missbilligt wurde.
Die Veranstaltung "Woodstock Music and Art Fair" wurde von ihren Planern und Machern auf das Wochenende 15. bis 17. August 1969 festgelegt. Ort des Geschehens war eine Farm im Bundesstaat New York, an dem bis zu einer halben Million überwiegend jugendlicher Besucher (erwartet hatte man lediglich einen Bruchteil dieser Menge) mehr oder weniger unter Drogen stehend mit Sex & Drugs & Rock'n'Roll gegen eine in ihren Augen den Krieg befürwortende ältere Generation friedlich demonstrierte. Diese drei Tage gingen im Nachhinein als "Woodstock Festival" in die (Musik-) Geschichte ein und ließen die Namen der Teilnehmer (u.a. THE WHO; Jimi Hendrix; Janis Joplin; CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG; THE BAND) zu Legenden werden.
Bei Ticketpreisen von acht Dollar pro Tag (die überhaupt nur ein geringer Prozentsatz der Zuschauer bezahlt hatte) erhielten CCR die für damalige Zeiten erstaunliche Summe von 10.000 $ für ihren Auftritt.
CREEDENCE waren als die Hauptattraktion des zweiten Tages gebucht worden, was in der Realität einen Gig um morgens 2 Uhr 30 bedeutete. Vor ihnen hatten ihre kalifornischen Landsleute von GRATEFUL DEAD ein durch Drogenkonsum und widrige Wetterumstände (Dauerregen) mehr oder weniger geschlauchtes Publikum in den Schlaf gespielt. Nachdem John, Tom, Stu und Doug mittels eines Hubschraubers die heillos verstopften Straßen überwunden hatten, standen die Vier vor einer unglaublich großen, mit Matsch besudelten, sich häufig bereits in Schlafsäcken verkrochenen und im Dunkeln zu verschwinden drohenden Menschenmasse.
CCR spielten ihr für die damalige Zeit übliches Live-Set, bestehend aus elf Songs und trafen dabei auf ein Publikum, das größtenteils auch durch die seinerzeit vielleicht beste Rock'n'Roll-Band nicht mehr wach zu bekommen war. Zudem hatten Fogerty & Co. mit erheblichen Soundproblemen zu kämpfen, so dass besonders John über den Auftritt nicht allzu glücklich war. Sein Eindruck von Woodstock passte auch später nicht in das Bild, das der Öffentlichkeit, sprich den anvisierten Plattenkäufern, angepriesen wurde. Statt einem die Gesellschaft verändernden Aufbruch der "Love & Peace"-Generation blieben bei ihm viel mehr die Eindrücke von Verkehrschaos, Mangel an Lebensmitteln, Dauerregen, Matsch und eine aufgrund übermäßigen Drogenkonsums kaum aufnahmefähige Zuhörerschaft haften.
Als das Dreifach-Live-Album "Woodstock" nachfolgend veröffentlicht wurde, fehlte bei den darauf vertretenen Künstlern der Name CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL. Die gesammelten Livemitschnitte entwickelten sich zu einem Mega-Verkaufserfolg und auch der Film über jenes legendäre Wochenende füllte die Kassen. Doch wie bereits beim Vinyl tauchten CCR in besagtem Streifen nicht auf. John Fogerty, in seiner Funktion als Manager der Band, weigerte sich aus künstlerischen Gründen die Aufnahmen zu veröffentlichen. Der von technischen Problemen begleitete Gig mochte zwar ein Highlight in der CREEDENCE-Historie darstellen, den hohen Anforderungen Johns wurde er jedoch nicht gerecht. Sein von Perfektionismus geprägtes Anspruchsdenken verhinderte letztendlich einen wahrscheinlich historischen Moment in der Laufbahn CCRs der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Wirtschaftlich gesehen entpuppte sich diese Entscheidung als Desaster, an dem Tom Fogerty, Stu Cook und Doug Clifford ihrem Bandchef sicherlich nicht unberechtigt die Schuld gaben und somit zu einem weiteren Riss innerhalb des Gruppengefüges beitrugen.

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