Discografie (Originalalben und ausgewählte Compilations):
"Thin Lizzy", April 1971
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"New Day", August 1971 (EP)
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"Shades Of A Blue Orphanage", März 1972
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FUNKY JUNCTION, "A Tribute To Deep Purple", Januar 1973
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"Vagabonds Of The Western World", September 1973
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"Night Life", Oktober 1974
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"Fighting", August 1975
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"Jailbreak", März 1976
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"Remembering Part 1", August 1976 (Compilation)
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"Johnny The Fox", Oktober 1976
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"Bad Reputation", September 1977
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"Live And Dangerous", Juni 1978
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"Live And Dangerous", 1978 (Video)
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"Black Rose", April 1979
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"The Boys Are Back In Town", 1979 (Video)
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"The Continuing Saga Of The Ageing Orphans", September 1979 (Compilation)
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Philip Lynott, "Solo In Soho", April 1980
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"Chinatown", September 1980
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"The Adventures Of Thin Lizzy", März 1981 (Compilation)
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"Killers Live", Mai 1981 (EP)
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"Renegade", November 1981
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"Rockers", Dezember 1981 (Compilation)
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Philip Lynott, "The Philip Lynott Album", Oktober 1982
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"Thunder And Lightning", März 1983
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"Life Live", November 1983
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"Whisky In The Jar / The Rocker / Sarah / Black Boys On The Corner [Ltd. Edition 12"]", August 1986 (EP)
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"Dedication - The Very Best Of", März 1991 (Compilation)
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"BBC Radio One Live In Concert", November 1992
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"The Peel Sessions", Oktober 1994 (Compilation)
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"One Night Only", Juli 2000
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"Vagabonds Kings Warriors Angels", Januar 2002 (Compilation, 4-CD Box)
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"Rock Masters", 2004 (DVD)
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"Thin Lizzy At Rockpalast", April 2004 (DVD)
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"Thunder And Lightning Tour", 2005 (DVD)
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"Greatest Hits", August 2005 (DVD)
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Im frühen Oktober des Jahre 1979 entstand ein Promotion-Video zur Single Sarah. Hergestellt in den Londoner Hewitt Studios, war das Filmchen als Widmung an Phils Familie zu betrachten, insbesondere hier seiner Großmutter und kurz zuvor geborenen Tochter. Betrachter bemerkten anschließend, das Filmchen hätte einer besseren Regie bedurft. In Erinnerung blieb allerdings die Schlussszenerie, in welcher Scott Gorham vorgab, die Lead-Vocals zu bestreiten. Sarah wurde am 20. Oktober '79 veröffentlicht und erreichte einen mäßigen Platz 24 in den britischen Charts, wo es sich allerdings für 13 Wochen behaupten konnte.
Zur selben Zeit erschien ebenfalls die neue Single von Gary Moore, Spanish Guitar. Der auf dem MCA-Label veröffentlichte Song hinterließ in den Hitparaden keinerlei Eindruck. Die Kritiken nahmen den Track als ein Aufwärmen des Konzepts der vorherigen Single Parisienne Walkways auseinander. Nachdem Moore THIN LIZZY im Streit verlassen hatte, wurden die ursprünglich von Phil Lynott eingesungenen Gesangsspuren durch die neu eingesungenen Vocals Gary Moores ersetzt.
Während Lynott sich in den finalen Arbeiten zu seinem Solo-Debut befand, wobei u.a. auch der LIZZY-Aushilfsdrummer Mark Nauseef mitwerkeln durfte, reaktivierte er parallel dazu die GREEDY BASTARDS, welche jetzt allerdings plötzlich nur noch THE GREEDIES hießen. Das "Bastards" entfiel wahrscheinlich, da man befürchtete, die angepeilten Käuferschichten einer Weihnachtsplatte würde man so verschrecken. Die Single A Merry Jingle, eine Kombination aus We Wish You A Merry Christmas und Jingle Bells, verschreckte in erster Linie die Fans von THIN LIZZY. Obwohl man THE GREEDIES als Gäste mehrerer Fernseh-Weihnachts-Specials unterbringen konnte, reichte es für die Single nach ihrem Erscheinen am 1. Dezember '79 gerade mal zu einem glanzlosen Platz 24.
Das Projekt sollte Lynotts letztes musikalisches Lebenszeichen der endenden Siebziger darstellen. Das Line-Up der GREEDIES umfasste zu jener Zeit neben Phil noch seine Bandkollegen Brian Downey und Scott Gorham sowie die ex-SEX PISTOLS Steve Jones (Gitarre) und Paul Cook (Drums). Der Regisseur einer jener Christmas Shows bezeichnete das Projekt als ein "wahnsinniges Chaos", welches kurz darauf, sehr zur Erleichterung "ernsthafterer LIZZY-Fans", zu den Akten gelegt wurde.
Die Bingley Hall im englischen Stafford sah am 18. Dezember '79 den letzten Auftritt der Gruppe im auslaufenden Jahrzehnt, welcher auch gleichzeitig das Ende der Zusammenarbeit mit Dave Flett bedeutete. Dem war mittlerweile klar geworden, nach Ansicht seiner Kollegen nicht genug Neues in die Band einzubringen. THIN LIZZY befanden sich erneut auf der Suche nach passender Verstärkung und Flett konnte nach eigener Aussage stolz darauf sein, der legendären Gruppe, wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum, angehört zu haben.
Die nun beginnenden Achtziger sollten neue Triumphe für Phil Lynott und THIN LIZZY mit sich bringen. Bei entfernter Betrachtung der Lage gestaltete sich diese durchaus positiv. Lynott bereitete seine Hochzeit vor, sein Solo-Album stand in den Startlöchern und seine Band befand sich in einer Top-Form. Deren vorheriges Studio-Werk "Black Rose" konnte sowohl kommerziell als auch bei den Kritikern große Erfolge verbuchen. Drei daraus resultierende Hit-Singles durften verbucht werden, was mit viel Aufsehen in der Öffentlichkeit verbunden war.
Wer genauer hinschaute und zum engeren Kreis der Gruppe zählte, dem konnte jedoch nicht verborgen bleiben, dass dem einst instinktiv zielsicheren Lynott sowie der Marketing Abteilung Phonograms mittlerweile verstärkt Fehler bzw. Falscheinschätzungen der Lage unterliefen.
Verborgen gehalten vor der Presse, hatten LIZZY mit Terence Charles White einen neuen Partner für Scott Gorham auf der vakanten Position der Sechssaitigen gefunden. Gorham und Lynott hatten ihn 1977 mit PINK FLOYD im New Yorker Madison Square Garden gesehen, wo er als sogenannter "Begleitmusiker" solistische Glanzpunkte setzte. Während THIN LIZZY neue Gitarristen testeten, probte White zeitgleich nebenan in einem anderen Studio für eine Tournee mit Cliff Richard. Phil Lynott zeigte sich vom Spiel des Gitarristen sichtlich beeindruckt. Besagter Terence Charles White, allgemein unter dem Namen "Snowy" White bekannt, wurde der Öffentlichkeit im Februar 1980 offiziell als neues Bandmitglied vorgestellt. Bereits Wochen zuvor hatte man in Insiderkreisen über diese Entscheidung spekuliert. White konnte auf vorherige Arbeiten mit u.a. Peter Green (FLEETWOOD MAC) oder Al Stewart zurückblicken und war der erste in England geborene Musiker in Lynotts Gruppe. Sein bluesiger Stil wurde als frischer neuer Bestandteil zukünftiger THIN LIZZY-Songs angesehen und sollte der Band eine gewisse Langlebigkeit für die beginnenden Achtziger verleihen.
Sehr schnell wurde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, der Neue wäre der Falsche. Die spätere Erzählung von Dave Flett zu diesem Thema sprach gewiss nicht für ihn allein. Wie dieser zu berichten wusste, standen LIZZY vor der Wahl zwischen ihm und Snowy White. Dieser hatte damals noch einige Verpflichtungen mit PINK FLOYD zu absolvieren, bevor er bei THIN LIZZY einsteigen konnte. White erschien ihm als einer der gefühlvollsten Gitarristen, welcher allerdings nicht in eine Band wie LIZZY passte. Wenn auch musikalisch ohne Zweifel durchaus fähig, Snowy war schlichtweg der falsche Mann.
Am Valentinstag des Jahres 1980 (14. Februar) heiratete Phil Lynott die Mutter seiner Tochter Sarah, Caroline Crowther. Die Gästeliste enthielt solch illustre Namen wie Lemmy Kilmister (MOTÖRHEAD) oder Mark Knopfler (DIRE STRAITS), aber auch ein alter Weggefährte wie Brian Robertson hatte sich mittlerweile wieder mit Lynott ausgesöhnt und erschien zur Feier. Wie so oft im Leben Phils sollte es auch an diesem Tag nicht ohne Zwischenfälle abgehen. Dieses Mal sorgte der Brautvater für einen Eklat. Im Rahmen seiner Rede kam er zu dem Punkt bzw. Tag, an welchem Lynott ihn um die Hand seiner Tochter gebeten hatte. Seine Antwort "Warum nicht? Du hast ja eh schon alles andere!" empfanden viele der Anwesenden als glatten Affront und drohten Phils zukünftigen Schwiegervater mit einem Rausschmiss.
Wieder einmal sollte sich die ruhige und besonnene Art Scott Gorhams auszahlen. Der Kalifornier betrat die Bühne und sprach einige Toasts auf das Brautpaar aus. Anschließend wünschte er den beiden noch einmal alles Gute und machte sich auf und davon.
Noch nicht ganz aus den Flitterwochen wieder daheim, begann Lynott mit den Dreharbeiten zum Promotion-Video für seine erste Solo-Single Dear Miss Lonely Hearts. Phil hätte sich besser für eine längere Zeit seiner jungen Familie widmen sollen, denn offensichtlich waren weder die LIZZY-Fans oder gar andere Käuferschichten bereit für ein weiteres Werk aus dem Hause Lynott. Am 14. März 1980 veröffentlicht, brachte es Dear Miss Lonely Hearts nur bis zu einem mickrigen Platz 32, um bereits nach sechs Wochen wieder sang- und klanglos aus den britischen Charts zu verschwinden. Nach Ansicht vieler Kritiker ist diese Komposition Phil Lynotts & Jimmy Bains der Solo-Track, welcher dem typischen LIZZY-Material noch am nächsten kommt. Die irischen Heimat bescherte der Platte einen wärmeren Empfang. Die dortigen Fans pushten den Song bis auf den sechsten Platz der Hitparade.
Bereits im Januar '80, noch vor dem Einstieg Snowy Whites, hatten LIZZY sich für die ersten Aufnahmen zum nächsten Longplayer ins Studio begeben. Für die Aufnahmen zu "Chinatown" wurden als Verstärkung der Keyboarder Tim Hinckley (Keyboards), das spätere Bandmitglied Darren Wharton (Keyboards, Backing-Vocals) und der "Ultravoxer" Midge Ure angeheuert. Dass Masse nicht gleichbedeutend mit Klasse sein musste, schien vielen Fans der Gruppe allmählich aufzugehen, woran die zunehmend unübersichtliche Arbeitsweise Phil Lynotts einen nicht unerheblichen Anteil einzunehmen begann.
Trotz reichlicher Studioarbeiten und familiären Verpflichtungen fand der LIZZY-Boss anscheinend noch genügend Zeit zu einer erneuten Präsentation poetischer Werke, in diesem Fall seines dritten Buches "A Collected Works Of Philip Lynott".
Bevor sich THIN LIZZY unverständlicherweise ohne aktuelles Album Ende April auf eine kurze Tour durch Skandinavien begaben, absolvierte man vorab eine zehntägige Konzertreise durch Irland. Hintergrund war sicherlich die Einarbeitung des neuen Gitarristen Snowy White, doch offensichtlich schien sich das Management der Band nicht recht im Klaren über die stressbedingte Situation zu sein. Besonders Lynott musste schon hyperaktive Fähigkeiten beweisen, um all diese Verpflichtungen fehlerfrei zu meistern. Vermutlich nahm sein Drogenkonsum in jener Zeit beachtliche Ausmaße an, denn die zunehmende Arbeit wurde nicht von steigenden Erfolgen begleitet, auch wenn die irische Tour wie gewohnt erfolgreich verlief.
Privat wie beruflich deutete es sich an, dass Phil anfing, die Übersicht zu verlieren. Beispielsweise ersteigerte seine Frau Caroline während Lynotts Abwesenheit aufgrund Konzert-Verpflichtungen ein Haus für 130.000 englische Pfund, das man auf gerade einmal 90.000 Pfund geschätzt hatte.
Nachdem die LIZZY-Fans gerade den Einstieg Snowy Whites und erste daran geäußerte Bedenken verarbeitet hatten, erschien mit "Solo In Soho" am 18. April 1980 Phil Lynotts erstes Album ohne seine Band. Die englische Musikpresse reagierte ob des Dargebotenem "not amused" und schlachtete die Scheibe regelrecht ab. Die wohl auch daraus resultierende höchste Notierung auf der Position 28 führte zu einer nicht ganz unerwarteten Enttäuschung. Weshalb die Verantwortlichen der Phonogram eine höhere Erwartungshaltung hegten blieb unverständlich, denn die meisten Songs der Platte waren in jeweils ein bis zwei Tagen entstanden und klangen dementsprechend unfertig. Lynott wirkte phasenweise regelrecht ausgebrannt und hatte sich mit diesem Schnellschuss keinen Gefallen getan.
Einen Höhepunkt bildete gewiss die zweite Single King's Call, ein Tribut an den sogenannten König des Rock'n'Roll. Ohne das Elvis Presleys Name im Text erwähnt wurde, wusste jeder um wen es sich hierbei handelte. Die Gitarre Mark Knopflers verlieh dem Song einen unverwechselbaren Sound und ließ die Plattenfirma an einen Hit glauben. Die LIZZY-Fans wollten allerdings neues Material der Gruppe und keine solistischen Eskapaden Phil Lynotts. King's Call wurde nach seinem Erscheinen am 14. Juni 1980 regelrecht ignoriert und blieb in den englischen Charts auf einem mageren Platz 35 hängen. Ein für 10.000 Pfund gedrehtes Video vermochte ebenfalls nicht zu verhindern, dass nach vier Wochen Feierabend in den UK-Charts angesagt war. Ein wenig besser gestaltete sich die Situation in Irland, wo es Phils Platte bis zur Position 20 brachte. Der dortige Plattenmarkt besaß allerdings so gut wie keinerlei Bedeutung, und es deutete sich an, dass Lynotts Solo-Karriere bereits am Ende war, bevor sie überhaupt begonnen hatte.
Trotz der schlechten Kritiken bewies "Solo In Soho" letztlich sogar eine gewisse Langlebigkeit. Das hymnenhafte Yellow Pearl (Lynott/Ure) wurde für fünf Jahre das Titelthema der BBC-Sendung "Top of the Pops". Der Song Tattoo landete später auf einem Demo von HUEY LEWIS AND THE NEWS und trug mit dazu bei, ihnen einen Plattenvertrag zu verschaffen.
Die irischen Dates zeigten THIN LIZZY mittlerweile zum Quintett angewachsen. Midge Ure spielte dort letztmals die Keyboards für Phils Band. Lynott wollte fortan einen festen Mann an den Tasteninstrumenten, wofür Ure aufgrund seiner Verpflichtungen mit ULTRAVOX nicht in Frage kam. Joe Leach, ein alter Freund der Gruppe, schlug den erst siebzehnjährigen Darren Wharton aus Manchester vor. Der wurde flugs zu einer Probe eingeladen, während LIZZY in den Londoner Good Earth Studios am kommenden Album "Chinatown" werkelten. Nachdem Wharton dem Titelsong neue Ideen einhauchen konnte und auch das übrige Repertoire spielend beherrschte, war er ab sofort fünftes Mitglied der Band. Die Fans in den folgenden skandinavischen Konzerten durften bereits Live-Versionen späterer Album-Tracks wie Chinatown, Sweetheart oder Sugar Blues erleben.
Im Anschluss daran ging es wieder ins Londoner Studio zur Fortsetzung der Arbeiten am bevorstehenden zehnten Studiowerk THIN LIZZYs. Den Album-Titel "Chinatown" hatte man nach der Gegend im Stadtteil Soho genannt, wo der Aufnahmeort gelegen war. Das vorliegende Songmaterial fiel vergleichsweise duster aus. Hatten LIZZY die ersten Rehearsals noch quasi allein bestritten, so übernahm ab dieser Phase Kit Woolven die Leitung. Tony Viscontis ehemaliger "Lehrling" stand nun in der Pflicht, den Erfolg von "Black Rose" noch zu toppen.
Dieses Ziel entfernte sich allerdings zunehmend weiter, denn von einer kontinuierlichen Studioarbeit konnte keinesfalls die Rede sein. Bevor man das Album fertig stellen konnte, war bereits eine weitere Tournee angesagt. Die Monate Mai und Juni des Jahres 1980 sahen THIN LIZZY auf einer ausgedehnten Konzertreise durch die britischen Hallen. Phils erste Solo-Single Dear Miss Lonely Hearts war inzwischen erschienen und hatte ihren Weg in die Set-List der Gruppe gefunden. Die sporadischen Sessions stellten allmählich eine Gefahr für die Qualität von "Chinatown" dar. Kombiniert mit einer Tour, die nichts außer ein paar bis dato unveröffentlichte Songs promotete und ansonsten die übliche Lawine von LIZZY-Klassikern auf die Konzertbesucher losließ, sah das alles nicht nach einer wirklichen Weiterentwicklung der Band aus. Zu allem Übel erkrankte Phil Lynott auch noch inmitten der Tournee. Sechs Konzerte mussten infolge seiner schweren Grippe abgesagt werden und später nachgeholt werden, was unterm Strich weitere wertvolle Studiozeit kostete.
Wenn es schon kein Album zur Tour gab, dann zumindest eine Single. Chinatown wurde im Verlauf der britischen Konzertreihe veröffentlicht und sollte einen Vorgeschmack auf die "neuen" LIZZY geben. Am 24. Mai '80 herausgebracht und mit einem Video (Stilecht im Rotlichtbezirk von Londons Chinatown gedreht. Kosten: ca. 14.000 Pfund) gepusht, reichte es erstaunlicherweise nicht einmal für einen Platz in den Top 20. Die Bilanz im UK belief sich auf neun Wochen Aufenthalt in den Single-Charts mit der Höchstnotierung # 21, während es auf der kleineren grünen Insel nebenan immerhin für einen zwölften Platz reichte.
Hatte man im Jahr zuvor Großbritannien in Sachen Konzerte trotz eines äußerst erfolgreichen Album ("Black Rose") unverständlicherweise sträflich vernachlässigt, so erschien die jetzige Tour ebenso unbegreiflich. Die GB-Tour mochte zwar innerhalb weniger Stunden ausverkauft gewesen sein und die Wiederauferstehung der Band nach all den Turbulenzen seit Gary Moores plötzlichem Ausstieg vom Publikum frenetisch gefeiert werden, künstlerisch machte die Sache absolut keinen Sinn. Naheliegender war da eher die Vermutung, das LIZZY-Management wollte noch einmal (?) richtig Kohle verdienen. Vielleicht aufgrund zunehmender Zweifel an einer weiterhin erfolgreichen Zukunft der Band?
Snowy White und Darren Wharton hatten nun ihre Einarbeitung hinter sich. Phil Lynott zeigte sich als die treibende Kraft beim Einsatz von Keyboards und dem Anwachsen seiner Gruppe zum Quintett. Die zunehmende Verwendung von Synthesizern auf den Platten anderer Bands beeinflusste sein Denken verstärkt in Richtung Pop-Musik. In Wahrheit hätten THIN LIZZY zu jener Zeit dringend einen Musiker wie Brian Robertson oder Gary Moore gebraucht, welcher wieder Biss in die Songs und die Band zurück auf den kommerziell erfolgreichen Rummelplatz der Rock-Musik gebracht hätte.
Bis in die heutigen Tage bietet das Thema "Snowy White" ausreichend Stoff für angeregte Diskussionen. In der im Jahre 2004 erschienenen Biographie von Alan Byrne wird eine Person, die anonym bleiben möchte, folgendermaßen zitiert: "Snowy war nicht der Typ eines Gitarristen welcher im LIZZY Line-Up hätte auftauchen sollen. Er war kein Rocker und kam dieser Schablone auch niemals nahe. Um es näher auszudrücken ... er war ein Musiker für Musiker und passte zu keiner Zeit richtig in die typische LIZZY-Kategorie." Hätte es Mitte der Neunziger eines Kommentars der Kult-Comic-Figuren Beavis & Butt-Head bedurft, es wäre wohl auf ein "This guy sucks and doesn't rock" hinausgelaufen (... so weit die vereinfachte Version...).
White selbst hegte zum Zeitpunkt seines Einstiegs keinerlei Erwartungen. Er gab vor, die Vorgeschichte der Band und ihre Musik zu kennen und wusste angeblich selbst nicht so recht, ob er diese Art von Musik überhaupt richtig mochte. Während einer Diskussion mit Phil Lynott erwähnte er dem gegenüber seine Bedenken über seinen zukünftigen Status in der Band. Lynott sagte White darauf hin einen erheblichen Freiraum zu und versprach ihm "sein eigenes Ding" in der Gruppe durchziehen zu können. Wie Snowy selber zugab, kam es auch nicht im Entferntesten dazu. Im Gegenteil, nach einer Weile erzeugte die Situation bei ihm selber eine ziemliche Frustration.
Zwar gab es im Sommer 1980 nichts über ein neues THIN LIZZY-Album zu berichten, dafür sorgten andererseits Schlagzeilen außerhalb der Musik für ein gewisses Aufsehen. So ging das Gerücht umher, Phil sei während eines Auftritts in Southampton von einer Flasche niedergestreckt worden. Wahrscheinlich hätte ein Bericht über abgesagte Gigs aufgrund einer Grippe zu profan geklungen. Es sollte halt eine Präsenz in der Presse stattfinden. Das Publicity-Team der Band, ob nun gesteuert vom Management oder der Plattenfirma, tat der Gruppe damit nicht gerade einen Gefallen. Bereits im Juni des gleichen Jahres interviewte das renommierte Musikmagazin "Sounds" einen reichlich frustrierten Phil Lynott, der selber nicht nachvollziehen konnte, warum man ihn vor Album-Veröffentlichung auf eine ausgedehnte Tour durch Großbritannien schickte. In Sachen Darren Wharton und insbesondere Snowy White äußerte er sich allerdings zufrieden.
Im Anschluss an die britischen Dates folgten weitere Arbeiten des neuen Gitarristen mit PINK FLOYD, was zwangsläufig zu neuerlichen Verzögerungen bei der Erstellung von "Chinatown" führte. Während White mit FLOYD auftrat, war es mittlerweile August 1980 geworden und mehr als zwei Monate seit Veröffentlichung der Single Chinatown hatten das Land durchzogen. Zu diesem Zeitpunkt schien ein eventueller Eröffnungszeitpunkt des Album nach wie vor nicht absehbar.
Der Herbst nahte und THIN LIZZY bereiteten sich inzwischen auf zwei wichtige Tourneen vor. Während die erste eine Rückkehr nach Japan bedeuten sollte, würde man im Verlauf der anderen erneut durch den fünften Kontinent, Australien, touren.
In etwa zeitgleich erschien mit Killer On The Loose eine weitere Single der Band. Das genau in diesen Tagen auch ein die Schlagzeilen dominierender Mörder ("Yorkshire Ripper") sein Unwesen trieb, brachte wiederum mehrere Verbände von Feministinnen auf den Plan, welche LIZZY vorwarfen, dessen Verbrechen quasi als Werbung für ihre Single zu missbrauchen. Es folgten einige Presseartikel, die einen allmählich zornig werdenden Phil Lynott zu Worte kommen ließen. Dabei hätte Lynott eigentlich gar nicht viel sagen müssen, denn Killer On The Loose erhielt quasi kostenlose Werbung seitens der englischen Frauenverbände. Diese zeigten sich nämlich außerordentlich erbost darüber, dass in dem Song nach ihrer Meinung das grausige Werk Jack The Rippers verharmlost wurde. Sie stellten es so dar, als würde hier nur ein harmloser Frauenkiller präsentiert, den es zu bedauern galt.
Interpretation und Grausen hin oder her, durch den massiven Protest dieser Verbände wurde eine ungeahnte Publicity für die zweite Single aus dem noch nicht veröffentlichten Album "Chinatown" betrieben. Ein Spielverbot bei der BBC konnten die schockierten Damen nicht erreichen und auch die Gunst der Plattenkäufer wurde durch ein derartig übersteigertes Emanzipationsbestreben nicht zum Negativen beeinflusst.
Der für THIN LIZZY recht aggressive Song fand eigentlich überall Anklang und erreichte den zehnten Platz der UK-Charts, während er in Irland sogar bis auf die Fünf kletterte. Trotz aller verursachter Aufregungen sollte es der letzte größere Single-Hit für die Band bleiben.
Während die Gruppe in Fernost verweilte, wurde "Chinatown" am 10. Oktober 1980 endlich veröffentlicht. Das Album schoss sofort auf die Position 11 und schaffte anschließend als höchste Notierung eine Nummer 7 im Vereinigten Königreich. Die Aussichten auf ein eventuelles Nummer 1 Album schienen sich allerdings mehr und mehr in Luft aufzulösen. Wie Scott Gorham später zugab, hatte man realisiert, dass es nicht mehr weiter aufwärts gehen konnte. Ihn selbst zog diese Erkenntnis weiter hinunter in den Drogensumpf. Nach seiner Meinung besaß das vorliegende Songmaterial ausreichend Qualität, um die selbst gesteckten hohen Ziele zu erreichen. Gorham betrachtete Drogen als Teil der Musikkultur, wobei er allerdings hinzufügte, dass einige unter ihnen zu jener Zeit mit diversen Drogen hantierten. Eine Metapher für die zunehmende verwirrende Stilvielfalt in der Musik LIZZYs und ihres Masterminds Phil Lynott?
Weitere Singles wurden aus dem Album "Chinatown" nicht mehr ausgekoppelt. In Anbetracht der Tatsache, dass besonders der Opener We Will Be Strong einen klassischen THIN LIZZY-Song darstellte, durfte erneut von einer ausgelassenen Chance in punkto Single-Auswahl die Rede sein. We Will Be Strong weckte Erinnerungen an das überragende Do Anything You Want To von der LP "Black Rose", welche ebenfalls mit einem herausragenden Track startete. Besonders Lynotts Vocals des textlich doch sehr mutigen Songs waren schlichtweg überragend ausgefallen. Musikalisch gab es hier feinsten melodischen Hardrock einer Band, die in ihren großen Momenten als nahezu unschlagbar angesehen werden durfte. Dem Hörer musste hier das Herz aufgehen: rhythmisch ungewöhnlich angelegt und durch Lynotts charakteristischen Gesang geprägt, setzten brillante Gitarren dieser völlig eigenständig klingenden Hymne die Krone auf.
Der Titeltrack Chinatown verfügte neben einem treibenden Rhythmus und einem einprägsamen Riff über Texte, deren Beurteilung zwischen "banal" und "wahnsinnig" schwankte. Wie auch immer, der Song, besonders aufgrund seiner Lyrics, trug nicht allzu viel zum beabsichtigten asiatisch-orientalischen Einschlag des Album bei, was er aufgrund seines Titels eigentlich hätte tun sollen. Ähnlich verhielt es sich mit dem Rest der LP. Wie seinerzeit auf "Jailbreak" hätte Lynott eine kontinuierlich unterschwellige Bedrohung erzeugen können, doch "Chinatown" hatte nichts von dem.
Dass ausgerechnet die beiden härtesten und rockigsten Stücke der Platte als Singles veröffentlicht wurden verblüffte damals so manchen Musikinteressierten. Im Nachhinein betrachtet, kam diese Entscheidung gar nicht so überraschend. Die Hard'n'Heavy-Szene war zur Jahrzehntwende regelrecht explodiert. Die sogenannte New Wave Of British Heavy Metal (NWOBHM) brachte neue und kommerziell eminent erfolgreiche Acts hervor, die zudem voller Tatendrang steckten. 1980 landeten IRON MAIDEN mit ihrem Debut oder SAXON mit gleich zwei Alben ("Wheels Of Steel" und "Strong Arm Of The Law") absolute Volltreffer. Die etwas "älteren" AC/DC veröffentlichten das Über-Album "Back In Black", WHITESNAKE ("Ready An' Willing"), BLACK SABBATH ("Heaven And Hell"), JUDAS PRIEST ("British Steel") oder MOTÖRHEAD ("Ace Of Spades") erreichten erstaunliche Verkaufszahlen und stellten eine überzeugende Konkurrenz für THIN LIZZY dar. Um in der Hardrock-Fangemeinde nicht weiter an Boden zu verlieren, bedurfte es dringend einer Demonstration von nach wie vor vorhandener Härte mit ungeschliffenen Ecken und Kanten. Genau diese Attribute konnte "Chinatown" jedoch nicht über die volle Länge liefern und enthielt im Gegensatz dazu stellenweise Songmaterial, welches man besser auf einem Solo-Album Lynotts platziert hätte. Unter diesen Umständen war der erreichte siebte Platz in den Album-Charts gar nicht mal so schlecht. Im Prinzip stellte "Chinatown" zumindest ein halbes Lynott-Werk dar. Fünf Mal hatte er die alleinigen Credits erhalten, zwei Tracks waren Kooperationen der ganzen Band und je ein Mal hatte Phil etwas mit Snowy White und Brian Downey zustande gebracht.
Die Knackpunkte bildeten wahrscheinlich Sweetheart, Didn't I und Hey You. Die Songs zerrissen ein Album stilistisch unterschiedlichster Prägung. Was "Black Rose" zum vielleicht besten Studio-Album THIN LIZZYs werden ließ, misslang hier. Es fehlte schlichtweg die Klasse. Das rockige und trotzdem drucklos wirkende Sweetheart konnte auch durch seine Twin-Gitarren nicht viel retten. Noch größere Langeweile erzeugten Didn't I und Hey You, welche bestenfalls als B-Seite für Singles taugten. Mit Hardrock hatte das absolut nichts mehr zu tun, und gerade dieser stand ganz offensichtlich in der Gunst der Plattenkäufer.
Vor allem die Songs, welche nach dem ersten Hören scheinbar in der zweiten Reihe standen, bewiesen nach mehreren Durchläufen bis heute nicht ausreichend gewürdigte Größe. Bei Genocide (The Killing Of The Buffalo) ging Lynott mit viel Einfühlungsvermögen auf die Problematiken der indianischen Urbevölkerung Nordamerikas ein und benutzte diese quasi als Spiegel für selbst gemachte Erfahrungen. Was dieser unterschwellig bedrohlich wirkende, mit einem verschleppten Tempo vorgetragene Song thematisch mit "Chinatown" zu tun hatte, blieb zwar unklar, jedoch hatten LIZZY hier einen weiteren unterbewerteten Klassiker eingespielt.
Sugar Blues gab Snowy White eine Plattform, sich auf der Gitarre auszutoben. Im Text spielte Lynott wieder mit Drogen, stand "Sugar" doch letztlich für nichts anderes als Kokain.
Having A Good Time, häufig als Füller abgetan, stellte die einzige gemeinsame Komposition Phils mit seinem neuen Gitarristen. Der äußerst relaxt aus der Hüfte gespielte Track sorgte für die einzigen Momente guter Laune einer ansonsten eher düster wirkenden Scheibe. Dass Lynott zu diesem Zeitpunkt durchaus Interesse an der Mitarbeit Snowy Whites zu haben schien, bewies inmitten des Songs eine Passage wie folgende: "We'll be having a good time, it's a rock and roll pastime, Hey Snowy ... play a bit for me, (- Solo White -), that was Snowy White, and he likes err ... it in the night, the next to play I must say is Scott Gorham". Hier bewiesen THIN LIZZY leider viel zu selten, was für sie als eine Einheit tatsächlich machbar gewesen wäre. Having A Good Time - ein total untergegangenes Juwel.
Noch einmal durfte Jim Fitzpatrick die Cover-Gestaltung eines Album übernehmen, welches gemeinhin als der sichtbare Beginn des Abstiegs der legendären Gruppe gilt. Schaute man sich einmal die Credits und Danksagungen auf der Innenhülle an, blieb einem zumindest eine gewisse Verwirrung im LIZZY-Lager nicht verborgen. "Pope John Paul of Poland - a good man, Football is the most popular game in the world, is nuclear power necessary?, home cookin' - catering with tits" standen für ein völliges Durcheinander von Danke an Promotern und Aussagen über irgendwas von wem auch immer.
Weiteres Durcheinander vermeldete später auch der Produzent Kit Woolven. Ursprünglich als Toningenieur unter der Regie Tony Viscontis an Phil Lynotts Debut arbeitend, werkelte er im Endeffekt an zwei Alben, nämlich auch als Produzent von "Chinatown". Lynott hatte beispielsweise während der Soloaufnahmen eine Idee, die umgehend aufs Band für "Chinatown" musste. Bei Arbeiten für die Gruppe gab es Einfälle für die Solo-LP. Inmitten der Aufnahmen für "Solo In Soho" platzten LIZZY-Musiker herein und man unterbrach wiederum für die nächste Scheibe der Gruppe. Chaos pur, Visconti zumeist abwesend und ein Kit Woolven, dem es zunehmend schwerer fiel sich gefühlsmäßig in das jeweilige Album hinein zu versetzen, bildeten schon in den Ursprüngen keine Grundlage für quali- wie quantitativ erfolgreiche Veröffentlichungen. Im Nachhinein ließ sich sagen, dass vor allem die Schärfe und die Klarheit im Sound von "Black Rose" bei seinem Nachfolger fehlten. "Chinatown" klang vergleichsweise dumpf und stumpf.
Nachdem man zuerst einige erfolgreiche Konzerte in Japan absolviert und darauf folgend "down under" für sechs Konzerte in Australien unterwegs war, kehrten die Musiker erst am 28. Oktober '80 wieder nach England zurück und hatten damit wertvolle Wochen verpasster Promotion vertan. In Australien war es, wie bei THIN LIZZY üblich, natürlich wieder nicht ohne Probleme abgegangen. Beim ersten Gig in Sydney hatte man aufgrund von Problemen mit dem australischen Zoll nicht die komplette eigene Pyro-Anlage benutzen können. Eine lokale Firma "löste" das Problem, indem sie während des Songs Are You Ready ein Loch in die Hallendecke sprengte. Snowy White erlitt eine leichte Brustverletzung und Teile der PA fielen um. Nach Reparaturarbeiten von über einer Stunde Länge konnte der Auftritt fortgesetzt werden.
Gerade zurück in Großbritannien, starteten die nächsten Rehearsals für eine weitere US-Tournee und erste Vorbereitungen zu Lynotts zweitem Solo-Album. Gelernt hatte Phil anscheinend nicht viel, denn die Aufnahmen zum Nachfolger verliefen ähnlich denen von "Solo In Soho", sprich nicht an einem Stück. Ein weiterer Flickenteppich sollte für den Durchbruch als Solist sorgen.
Die für rund einen Monat angesagte Tournee durch die USA sollte zum letzten Versuch werden, den dortigen Markt zu knacken. Mit dem schwächsten (*) Album seit Jahren im Gepäck, ein schier unmögliches Unterfangen, welches zudem erneut von einem unglaublichen Pech verfolgt wurde. Während eines Auftritts im Ontario Theater in Washington zog sich Scott Gorham eine Knieverletzung zu und sah sich fortan gezwungen, die weiteren Konzerte auf einem Stuhl sitzend zu absolvieren. Jeder Gitarrist einer Rock'n'Roll-Band wäre dadurch vollkommen behindert gewesen, doch erschwerend kam für LIZZY hinzu, dass der zweite Mann an der Sechssaitigen, Snowy White, absolut kein Showmann war, welcher das Malheur hätte kompensieren können.
Kaum in London angekommen, ging es sofort weiter nach Paris. TV-Termine standen auf dem Programm und zehrten an den abnehmenden Kräften einer Gruppe, die eigentlich eine kreative Auszeit benötigt hätte.
(*) Gingen die Meinungen bezüglich der Alben von THIN LIZZY bereits in der Vergangenheit weit auseinander, so sollte sich dieses dem Beobachter ab ca. 1980 in einer noch gravierenderen Form darstellen. In der im Jahre 2004 veröffentlichten Biographie "Thin Lizzy" von Alan Byrne wird "Chinatown" als vergleichsweise schwaches Album beschrieben. Ein Jahr später erscheint das umfangreiche Werk "Best Of Rock & Metal - Die 500 stärksten Scheiben aller Zeiten" als Herausgabe des anerkannten Genre-Magazins "Rock Hard". Hier belegt "Chinatown" einen beachtlichen Platz 118 und wird als "Knaller in bester THIN LIZZY-Manier" bezeichnet. Das letzte Studio-Album der Band aus dem Jahre 1983, "Thunder And Lightning", erhielt seinerzeit in der deutschen Ausgabe des niederländischen Szene-Magazin "Aardshok" eine vortreffliche Bewertung und belegte eine Stufe mit SAXONs Metal-Granate "Power And The Glory". Vier Jahre später, im März 1987, wird genau jener Longplayer im Rahmen einer Rock-History im damals marktführenden Blatt "Metal Hammer" als "sehr schwaches Album" abgetan.)
Bereits Anfang 1981 kehrten ein sichtlich müder Phil Lynott und seine Kollegen ins Studio zurück, um Vorkehrungen für das nächste Album der Gruppe zu treffen. Die vergleichsweise gleichgültigen Reaktionen des Publikums während der "Chinatown"-Tour erforderten ein Nachdenken und mit einem weiteren Lynott-Album in der Pipeline waren wichtige Entscheidungen zu treffen. Man hatte registriert, dass die Veröffentlichung von Phils "Solo In Soho" die Möglichkeiten der LP "Chinatown" deutlich geschmälert hatte und nahm diese Fehler nun in den Vorgehensplan für das Jahr 1981 mit auf. Die weiteren Veröffentlichungen sollten besser terminiert werden.
Der Zeitraum 4. bis 13. Januar 1981 sah die Gruppe in Nassau (Bahamas), wo sowohl ein neues THIN LIZZY-Album als auch Phils zweites Solowerk in Angriff genommen wurden. Konstantes und vor allem konzentriertes Arbeiten war wiederum nicht möglich, denn noch im selben Monat ging's auf eine ausgedehnte Tournee durch Skandinavien und Westeuropa. Die Gruppe bot in der Regel wahrlich tolle Konzerte. Oder besser gesagt, der überwiegende Teil der Bandmitglieder. Snowy White zeigte sich zwar spielerisch perfekt, spielte seine Parts allerdings ohne ersichtliches Feeling regelrecht lustlos herunter und hinterließ auf der Bühne einen schlichtweg gelangweilten Eindruck.
Ende Februar '81 begab sich die Band erneut ins Studio, dieses Mal wieder daheim in London in die Good Earth Studios. Gleichzeitig setzte Phil Lynott seine Arbeiten am zweiten Solo-Album fort, wobei ihm u.a. Jimmy Bain helfend zur Seite stand.
Im März erschien zunächst die Lynott-Single Yellow Pearl, ursprünglich bereits auf "Solo In Soho" vertreten. Die Wiederveröffentlichung der Lynott/Midge Ure-Komposition erfolgte in einer neuen, von Ure abgemischten Version und erreichte unerwartet hoch die Position 14 in den Single-Charts. Das dazugehörige Video, teurer als jedes bisherige LIZZY-Video, wies ebenfalls Midge Ure als Regisseur aus, der zudem als Silhouette in dem Filmchen auftauchte und großen Anteil an dem Top-20-Hit für Phil Lynott hatte.
Im weiteren Verlauf des Jahres unternahm Lynott neben seinen Arbeiten mit der Band auch einige weitere Solo-Aktivitäten. U.a. trat er gemeinsam mit Midge Ure in einer Fernseh-Show auf und absolvierte anschließend vier Live-Dates in Großbritannien.
Am 11. April 1981 veröffentlichten THIN LIZZY ihre erste "Greatest Hits"-Sammlung bei der Phonogram. Ursprünglich unter dem Titel "The Adventures Of Thin Lizzy" veröffentlicht, trug die Scheibe in der damaligen Bundesrepublik Deutschland den Namen "Lizzy Killers". Das Cover zeigte die Band in den Sonnenuntergang reitend. In Großbritannien gab es eine weitere Top-10-Platzierung in den Album-Charts. Nummer 6 als höchste Position, 13 Wochen notiert und mehr als 100.000 verkaufte Exemplare alleine im UK bescherten der Band eine weitere goldene Schallplatte und damit verbunden ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis.
Die europäischen Konzertdaten zu Anfang des Jahres sollten vorerst die einzigen für das Jahr 1981 bleiben. Lediglich für Großbritannien und Irland standen geplante Dates für den weiteren Jahresverlauf an, um dort nicht auch wie bereits in den USA und allmählich auf dem alten Kontinent Fans zu verlieren.
In den ersten Monaten des Jahres '81 beherrschte eine allgemeine Konfusion das LIZZY-Camp. Niemand schien so recht zu wissen, woran gerade gearbeitet wurde. Die Grenzen zwischen den nächsten Alben von Phil Lynott bzw. der Band verschwammen. Bis Ende März wurschtelte sich Kit Woolven sowohl als Produzent wie als Toningenieur durch. Nachdem man sich die bisherigen Resultate angehört hatte, wurde beschlossen, eine zweite helfende Hand mit einzubringen.
Chris Tsangarides, der zuvor mit den aufstrebenden NWOBHM-Helden TYGERS OF PAN TANG aufgenommen hatte, sollte ursprünglich die Betreuung der nächsten WILD HORSES-LP (Band von Brian Robertson und Jimmy Bain) übernehmen. LIZZY-Manager Chris O'Donnell rief ihn eines Tages an, verschob die anberaumten Aufnahmen und fragte ihn, ob er statt dessen nicht das nächste THIN LIZZY-Album produzieren wolle. Als Fan der Gruppe und mit gerade einmal Anfang Zwanzig ließ sich Tsangarides die Chance nicht entgehen.
Die Monate April und Mai bescherten dem neuen Produzenten das alte Chaos. Keiner wusste so recht woran gearbeitet wurde und es kam zudem auch vor, dass während Lynott konzentriert irgendwelche Passagen einsang, im Nachbarraum eine lautstarke Party lief. Mehrere Male flog Phil für irgendwelche private Geschichten nach Irland. Bei einer Gelegenheit tat er sich mit seinem alten Kumpel Smiley Bolger zusammen, um gemeinsam bei der Vorentscheidung zum "Eurovision Song Contest" mit dem Song Mountains Of Mourne aufzutreten.
Wie schon bei "Chinatown" verliefen nun auch entgegen aller Pläne die Aufnahmen zum nächsten Album "Renegade" nicht zusammenhängend. Die Sommer-Festivals standen an und sollten die Band als eine Kraft präsentieren, mit der noch immer zu rechnen war. Im Gegensatz zu den zurückliegenden Touren präsentierte sich Snowy White auf der Bühne in bemerkenswerter Form und weniger zurückhaltend. Privat hegte er allerdings bereits Zweifel an seiner Rolle innerhalb der Gruppe und blickte dem anstehenden Album mit äußerst gemischten Gefühlen entgegen.
Bevor THIN LIZZY sich auf den eminent wichtigen Festivals in Milton Keynes (England) und Slane Castle (Irland) präsentierten, spielten sie zwecks Aufwärmung noch einige Gigs in kleinen Hallen.
Im August '81 erschien die LIZZY-Single Trouble Boys (B-Seite: Memory Pain) am Tage des Festivals in Milton Keynes. Niemand außer Lynott schien zu wissen, warum es überhaupt zu dieser Veröffentlichung kam. Scott Gorham hatte es aufgegeben Widerstand zu leisten und Snowy White hatte den Track bereits kurz darauf wieder vergessen. Von der Musikpresse als "Dinosaurier-Stoff in
bester STATUS QUO-Manier" abqualifiziert, erreichte die Single im UK einen völlig enttäuschenden Platz 53 und verweilte für gerade einmal vier Wochen in den Charts. Die Nummer 30 in Irland riss ebenfalls niemanden von den Stühlen.
(Die von Billy Bremner geschriebene Nummer ist in einer wesentlichen druckvolleren Version auf dem Dave Edmunds-Album "Tracks On Wax 4" aus dem Jahre 1978 zu bewundern. Bremner gründete später gemeinsam mit Dave Edmunds und Nick Lowe die kurzlebige Rock'n'Roll-Supergruppe ROCKPILE.)
Milton Keynes entwickelte sich zu einem Desaster. Dauerregen, die durch den Pressedruck verunsicherte Band und ein betrunkener Phil Lynott ließen den Gig als Fiasko enden. Die nächste Station Slane Castle präsentierte wieder das genaue Gegenteil: Einen überragenden Auftritt THIN LIZZYs.
(Es war das erste Konzert - im Vorprogramm damals u.a. U2 - in Slane Castle überhaupt. Der Ort, rund zwanzig Meilen entfernt von Dublin gelegen, konnte in den folgenden Jahren solch illustre Gäste wie die ROLLING STONES, QUEEN, David Bowie, Bruce Springsteen, OASIS oder die RED HOT CHILI PEPPERS begrüßen.)
Im Rahmen der europäischen Open-Airs folgte auch ein Auftritt beim deutschen Rockpalast Festival auf der Loreley.
Statt anschließend wieder in Ruhe an "Renegade" zu feilen, tauchten im Herbst 1981 Gerüchte auf, Phil würde in einem Film die Rolle des Jimi Hendrix übernehmen. Wie Lynott in einem Interview bestätigte, lagen ihm zu diesem Zeitpunkt sogar drei US-Filmangebote vor.
Im September '81 wurden die Aufnahmen zum anstehenden Longplayer fortgesetzt. Der Fehlschlag mit Trouble Boys erforderte ein Umdenken bezüglich der eingeschlagenen Richtung. Neue Songs wurden geschrieben, bereits vorhandenes Material neu arrangiert. Ursprünglich sollte die LP den Titel "Trouble Boys" tragen (in Anspielung auf "Bad Reputation" einige Jahre zuvor), doch nach dem Single-Desaster entschied man sich für "Renegade". Die Idee dazu lieferte die Kutte eines Fans, auf welcher Lynott unterhalb des LIZZY-Logos das Wort "Renegade" (deutsch: Abtrünniger) erblickt hatte.
Als das Album schließlich im November 1981 in die Läden kam, sollte das Jahr mit einer großen Enttäuschung zu Ende gehen. Platz 38 in den britischen Album-Charts bedeutete nichts anderes als einen gewaltigen Flop. Das Desaster wurde im Februar des folgenden Jahres komplettiert, als "Renegade" in den USA auf der Position 157 hängen blieb. Zwar hangelte sich die Scheibe für elf Wochen durch die dortigen unteren Etagen, doch THIN LIZZY kämpften allmählich um ihr musikalisches Überleben. Im generellen Konsens hieß es, die Band hätte ihren Tag gehabt und gegen die neue Generation von angesagten Bands und Musikern keine Chance mehr.
"Renegade" entpuppte sich, verglichen mit "Chinatown", als eine weitaus größere Gruppenarbeit. Lediglich zwei Songs (No One Told Him, Mexican Blood) gingen allein auf Phils Konto, der Rest entstand in Zusammenarbeit mit einzelnen Bandmitgliedern.
Den Opener Angel Of Death schrieb Lynott mit dem neuen Keyboarder Darren Wharton. Die anfänglichen Keyboard-Sounds mündeten schließlich in ein sattes Hard'n'Heavy-Stück, das als eines der Höhepunkte der Platte zu betrachten war. Textlich auf den Prophezeiungen des Nostradamus basierend, sollte der Song schnell verdienten Einzug in LIZZYs Konzerte halten.
Renegade zeigte Snowy White als Co-Autor in einem sich immer mehr steigerndem Track, welcher eines der besten Soli seit Jahren beinhaltete. Es schien, als hätte der zurückhaltende White mit dem Song "seine" Nische in der Musik LIZZYs gefunden.
The Pressure Will Blow präsentierte einen Standard-Rocker in feinster Band-Manier. Scott Gorham spielte hier seine jahrelange Erfahrung, genau wie auch im folgenden treibenden Leave This Town, aus und hatte großen Anteil an einem wieder zusammenhängender wirkendem Album.
Gorham zeigte ein drittes Mal auf "Renegade" auch für das packende Hollywood mitverantwortlich. Der Geradeaus-Rocker wies deutliches Hit-Potential auf und erschien im März '82 als Single in Großbritannien. Drei Wochen Chart-Aufenthalt und eine Höchstnotierung auf der Nummer 53 komplettierten den Misserfolg von "Renegade". In Irland wurde die Single erst gar nicht veröffentlicht. Unverständlich, denn Hollywood zeigte THIN LIZZY in deutlich ansteigender Form.
No One Told Him mit seinen erstklassigen Gesangslinien als auch das schwermütige Mexican Blood wurden unverständlicherweise als Füller und fehl am Platze bezeichnet. Dabei hatten sie in punkto Melodik nicht weniger Anziehungskraft als beispielsweise ein Romeo And The Lonely Girl (von "Jailbreak", 1976) noch wenige Jahre zuvor. Die Kritik hatte sich auf Lynott und seine Band eingeschossen und die Fans ignorierten überwiegend das neue Album.
Das mit großer Spannung vorgetragene It's Getting Dangerous, die vierte Zusammenarbeit Gorhams mit Phil Lynott, wäre zu Zeiten von "Bad Reputation" (1977) verdientermaßen über den grünen Klee gelobt worden. Jetzt ging eine überragende Komposition völlig unter und Jahre später gibt es eigentlich keine Erklärung dafür. Die schlechte Presse hatte ganze Arbeit geleistet und ein an sich starkes Album kaputt geschrieben.
Dass Snowy White ausgerechnet am langweiligen Fats, dem einzigen Ausfall auf "Renegade", beteiligt war, ließ sein Ansehen nicht gerade steigen und brachte seine Kritiker verstärkt auf den Plan.
Mitte November 1981 waren THIN LIZZY bereits erneut "on the road". Im Vorprogramm dieses Mal mit SWEET SAVAGE, in deren Reihen mit dem späteren DIO- und heutigen DEF LEPPARD-Gitarristen Vivian Campbell ein vielversprechendes Talent stand. LIZZY waren wieder in der Tretmühle Album-Tour-Album-Tour und sahen nach dem kommerziellen Misserfolg mit "Renegade" einer ungewissen Zukunft entgegen.
(Eine nicht zu unterschätzende, unrühmliche Rolle spielte auch das Vertigo-Label. Deren Zugpferde THIN LIZZY und STATUS QUO hatten Anfang der Achtziger anscheinend ihren Zenit überschritten. Während QUO "Just Supposin'" und "Never Too Late" 1980/81 innerhalb von sechs Monaten mit viel Erfolg heraushauten, nachdem sie zuvor heftige interne Streitereien durchlebt hatten, wurde auch aus LIZZY mit weniger Erfolg der letzte Penny herausgepresst. Dass beide Acts 1983 ihre, im Falle von QUO vorläufig, letzten Studio-Alben von unterschiedlicher Qualität herausbrachten, untermauert diese These ein Vierteljahrhundert später um so mehr.)

"Chinatown", Oktober 1980, Vertigo Records:
1. We Will Be Strong
2. Chinatown
3. Sweetheart
4. Sugar Blues
5. Killer On The Loose
6. Having A Good Time
7. Genocide (The Killing Of Buffalo)
8. Didn't I
9. Hey You
Phil Lynott: Vocals, Bass
Brian Downey: Drums
Scott Gorham: Guitar
Snowy White: Guitar
Gäste:
Darren Wharton & Tim Hinckley: Keyboards
Midge Ure: Backing Vocals
Produziert von: Thin Lizzy & Kit Woolven
"Renegade", November 1981, Vertigo Records:
1. Angel Of Death
2. Renegade
3. The Pressure Will Blow
4. Leave This Town
5. Hollywood
6. No One Told Him
7. Fats
8. Mexican Blood
9. It's Getting Dangerous
Phil Lynott: Vocals, Bass
Brian Downey: Drums & Percussion
Scott Gorham: Guitar
Snowy White: Guitar
Produziert von: Thin Lizzy & Tony Visconti
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