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Die Tücken moderner Zeiten und ihrer Kommunikationsmittel. Unser fünfter Blindflug sollte eigentlich schon vor geraumer Zeit ans Licht der Öffentlichkeit gelangen, doch ein Teil der Kommentare ging zwischen verschiedenen Rechnern, Mailsystemen und anderem neumodischem Schnickschnack, ohne den das Home Of Rock allerdings überhaupt nicht denkbar wäre, verloren. So wurde aus dem Blindflug eher ein Irrflug in der Welt der Bits und Bytes.
Und als schon alle Hoffnung vergeblich schien, fanden auf wundersame Weise doch noch alle Teile zusammen. Es wäre aber auch zu schade gewesen, wenn die Kommentare meiner 'Opfer', die ich auf eine musikalische Achterbahnfahrt durch das Rockuniversum gejagt habe, nicht wieder aufgetaucht wären.
Viel Vergnügen mit den Eindrücken, die dabei auf Alf Ator von KNORKATOR und unseren Redakteur Joachim Domrath einprasselten. Nicht zu vergessen natürlich unser Leser, der sich bevor er sich auf die Reise begab uns wie folgt vorstellte:
Ok, zu meiner Person: Mein Name ist Andreas Koch, bin 42 Jahre alt und als Gitarrist der
BOOGIE HOOKERS (s.a. bei uns im HoR) und einer THIN LIZZY-Tribute Band unterwegs. Ich denke die musikalischen Vorlieben lassen sich erahnen. :)
(Martin Schneider)
Andreas Koch
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Alf Ator
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Alf Ator (Knorkator): Das Lied scheint nicht ganz aktuell zu sein. Endsiebziger? Erzeugt angenehme Stimmungen, hier und da ein Deschawü. Mit 16 Jahren hätte ich durchaus ein Fan davon sein können. Orchestrale Passagen, Tempowechsel und Moog-Solo!!! Antiquiert, aber nicht schlecht.
Andreas Koch (Leser): Mein Tip: Das sind die frühen SAGA. Gar nicht schlecht, ich war aber immer mehr RUSH-Fan. Die Songs lagen mir immer näher. Später in den 80ern mit zunehmendem Einsatz von E-Drums sagten mir SAGA nicht so zu.
Joachim Domrath (Redaktion): Aber hallo. Die Junges kenne ich doch noch aus etlichen frühpubertären Konzerten. Außerdem besitze ich selbst einige Silberlinge der kanadischen Institutions-Rocker. Eindeutig SAGA. Stimme und Gitarre sind sehr verräterisch. Die Aufnahme muss ziemlich aktuell sein. Auf jeden Fall nach der Jahrtausendwende. Diesen Song
kenne ich noch nicht.
A.A.: Gitarrengrundthema interessant und gelungen, Rest nicht befriedigend. Stimme auf Dauer nervend und langweilig, was Geschmackssache sein mag, weil das in dieser Musikrichtung eben so ist. Takt- und Tempowechsel unmotiviert, Sound dünn.
A.K.: Keine Ahnung wer das ist. Klingt nach Metall mit 'nem bisschen Grunz-Gesang. Kommt recht kraftlos für diese Art von Musik, die Drums klingen flach, die gesamte Produktion mehr wie ein Demo. Sorry, nichts für mich.
J.D.: Herrje. Dieses Gegrunze ist absolut nicht meine Liga. Für KREATOR offensichtlich zu romantisch. Irgendeine Neandertaler-Combo aus dem Jurassic Park. Bei solchen Geräuschen meldet sich sofort mein Darm. Himmel, wo ist die verdammte Stoptaste.
LEAVES EYES - New Found Land
aus dem Album "Vinland Saga" (2005)
A.A.: Beginnt durchaus interessant, bleibt aber im Klischee des Oldfield-Metals stecken. Obwohl hier und da angenehme Einfälle vorhanden sind; ich kann romantischen Bombastrock mit zarten Elfenstimmen nicht mehr hören.
A.K.: Oh, geht düster weiter. Sound auf jeden Fall um Längen besser als bei Track 2. Die wissen was sie tun. Ist nicht mein Ding aber kann man so stehen lassen, Gitarren klingen fett, gutes Arrangement. Die amerikanische Ausgabe von NIGHTWISH?
J.D.: Den Titel kenn ich. Wurde seinerzeit im Radio rauf- und runtergespielt. Könnten WITHIN TEMPTATION sein. Bin eigentlich kein Freund von Nonnen-Bombastrock, aber diese Nummer gefällt.
A.A.: Ein Paradebeispiel für die vielen unsäglichen überflüssigen Coversongs. Eigentlich ist er nett anzuhören, aber leider rühren alle positiven Aspekte lediglich vom ohrwurmigen Original. Ich bin kein wirklicher Fan dieses Liedes,
räume ihm aber einen berechtigten Platz in der Musikgeschichte ein. Oldies etwas härter und trashiger darzubieten müsste inzwischen eigentlich schon verboten sein. Die Variation der Gesangsmelodie in den ersten Strophen gereicht nicht zum besseren. Wenn der Gitarrist dann auch noch anfängt, das Solo original nachzuspielen, hat er sich klar zum Umhermuggen in Brandenburg verurteilt. Aber als er am Schluss zeigt, dass er die Appeggios mit Tapping doppelt so schnell spielen kann, gehört er endgültig in den Kindergarten!
A.K.: Hotel California als Light-Punk-Version. Nee, finde ich nicht so originell. Zu brav, Gesang gefällt mir nicht und das Solo ist nett auswendig gelernt. Käme mir nicht in den Player.
J.D.: Die EAGLES nach einer durchzechten Nacht. Keine Ahnung wer diese nun 6578. Version des immer ausgebuchten Hotels hörtechnisch kredenzt. Klingt aber schön rotzig frech und ist nicht die x-te fast gleiche Version. Macht Spaß.
PROLO POWER - Meddl män
aus dem Album "Im Kampf gegen echte Intelligenz" (1994)
A.A.: Leider kann ich mir kein kompetentes Urteil über dieses Stück erlauben, da ich nur die ersten 10 Sekunden kenne. Danach musste ich es nämlich wegen eines Kotzkrampfes stoppen.
A.K.: Was ist das denn? Achtziger-Poser-Metal mit deutschem Text? Was singt der da? 'Ich bin der Metall Man mit Killer Nieten an der Jacke'. Ich finds einfach nur peinlich. Den Riff hat man eine Million mal gehört. Gruselig!
J.D.: Uh. Deutschrock. Da wende ich mich mit Grausen ab. Da schwellen meine Ohrspeicheldrüsen an. Bleibt mir weg mit Deutschrock. Und solche eintönigen Prollmusikanten schon gar nicht.
A.A.: Harmonisch gesehen kein schlechtes Stück, aber auch nichts Besonderes. Rhythmisch gesehen unter aller Sau, da groovt nix. Lediglich der Sänger hat etwas Zauber, klingt wie Ozzy Osbourne mit einem Schuss David Lee Roth.
A.K.: Kommen die Achtziger wieder? Mmm, da bleibt nichts hängen. Viel Keyboards, in der Mitte des Songs klingt es ein bisschen Prog Rock-mäßig. Die Drums gefallen mir überhaupt nicht.
J.D.: Wenn nur der amateurhafte Gesang nicht wär. Gequälter Pseudo-Progrock mit AOR-Touch und etwas Metal. Der Sänger sollte mal zum HNO-Arzt gehen. Nö. Kenn ich nicht - mag ich nicht.
A.A.: Obwohl es kaum etwas an diesem Song gibt, das mich näher interessiert, möchte ich den Herren und/oder Damen dieser Combo ans Herz legen, den Toningenieur zu wechseln, denn der Refrain erfüllt zwar kompositorisch die allgemeinen Kriterien einer Single, aber just in dem Moment, wenn er beginnt, hat man das Gefühl, eine dicke Steppdecke lege sich auf die Stereoanlage. Und das ist dann wie ein hübsches Auto mit platten Reifen.
A.K.: Sehr melancholisch, die können sich aber nicht entscheiden, soll es nun Pop oder Rock sein? Auf jeden Fall WDR2-kompatibel. Ich vermisse da aber das Songwriting. Das klingt für mich so als ob man einfach nur Riffs aneinander reiht.
J.D.: Da will aber einer auf PAVLOV'S DOG machen. Das geht voll in die Hose. Die falschen Tonlagen werden zu oft getroffen. Ich möchte mir die Nummer gar nicht live vorstellen. Psycho-Gesülze für Frauenversteher. Will ich gar nicht wissen.
A.A.: Dies könnte ein besinnlich-romantisches (wenn auch nicht besonders interessantes) Liedchen sein, wenn nicht der permanent schiefe Gesangsversuch alles kaputtmachen würde.
A.K.: Tja, das kommt recht gothicmäßig rüber. Der Gesang gefällt mir wieder überhaupt nicht. Das klingt so gewollt und mit der Intonation klappt es auch nicht so richtig. Die Drums kommen sehr schleppend rüber. Einfach nicht mein Ding.
J.D.: Jetzt muß ich doch zum Wodka greifen. Noch so ein depressives Bombast-Geschrubbe. Der Sänger erinnert mich an Leonard Cohen. Mucke für die Biotonne. Null Ahnung.
CINDY & BERT - Der Hund von Baskerville
aus der Single "Der Hund von Baskerville" (1973)
A.A.: Tja, was soll ich sagen? Kenn ich. Der Renner auf jeder Party. Cindy und Bert, oder? Es ist natürlich nicht ernst zu nehmen, aber in seiner liebenswürdigen Beschränktheit fast schon wieder Kult. Diese Worte könnten Kanditat 4 zur Frage verleiten, ob ich hier nicht mit zweierlei Maß messe. In der Tat. Aber Schlagersänger beurteilt man eben nicht nach musikalischen Kriterien.
A.K.: Endlich mal was Lustiges! Das kenn ich. Nein, das darf doch nicht war sein... Cindy und Bert mit der deutschen Version von Paranoid. Harter Stoff! Der Hund von Baskerville. Darf in keiner Sammlung fehlen. Nur Helge ist besser.
J.D.: Dieses harmlose Möchtgern-Hardrock-Schlagerchen ist doch vom deutschen Gesangsduo Nr. 1 verbrochen werden. Dieter Thomas Heck bekommt dabei bestimmt einen Ständer. Cindy und Bert. Feiern die nicht bald 80-jähriges Bühnenjubiläum? Da werden glatt Erinnerungen an meine Mitesser-Zeit wach. Den Hund haben die vor etlichen Jahrzehnten aus dem Zwinger gelassen.
A.A.: Es fiel mir schon immer schwer, Musik zu beurteilen, die von Drogensüchtigen für Drogensüchtige gemacht ist. Aber viele Bekannte haben einstimmig behauptet, dass sowohl beim Schaffensprozess als auch beim Hören von Musik unter dem Einfluss von Rauschmitteln andere Sachen wichtig werden. Also möchte ich hier deutlich die Möglichkeit einräumen, dass es durchaus ein gelungenes Stück sein könnte.
A.K.: Und schon ist wieder Schluss mit lustig. Was ich da höre sagt mir gar nichts, außer dass die Band gerne mit einem Echogerät rumspielt. Auf zur nächsten Nummer.
J.D.: Ich glaube, ich zappe doch lieber zu Cindy und Bert zurück. Dieses Noten-Durcheinander ist unerträglich. Zombierock. Nicht meine Welt.
PAT BOONE - Holy Diver
aus dem Album "No More Mr. Nice Guy - In A Metal Mood" (1997)
A.A.: Na, das ist doch mal eine wirklich gelungene Coverversion! Zwar bin ich weder Fan von Ronnie James Dio, noch von Swing. Aber das Stück hier ist geil und basta!
A.K.: Ah, Holy diver von DIO in einer Swing Version. Gute Idee eigentlich, die Rhythmsection geht gut ab, aber der Gesang geht ja gar nicht. Das klingt ja wie der rockende Gemeindepfarrer. Mit David Lee Roth wäre es geil, aber so? Chance vertan.
J.D.: Nette Nummer. Vermutlich aus der Krautrock Ära. Die Bläser-Arrangements sind gut. Der Gesang ist typisch deutsches Englisch. Wahrlich kein Wundersänger. Und die Background Vocals kommen wahrscheinlich vom Botho Lucas Chor. Vielleicht so ein Ableger von der Krautrockband GORILLA?
A.A.: Vielleicht tu ich dem letzten Liedchen unrecht. Vielleicht bin ich nur müde. Vielleicht würde es an anderer Stelle anders auf mich wirken. Aber es ist wie es ist, darum schreibe ich folgendes: Nette Melodie, nette Stimme, netter Sound. Tut mir leid. Aber vielleicht hat es ja einen überirdisch genialen Text...
A.K.: Das klingt so ähnlich wie HIM. Sind sie aber nicht, oder? Dafür bin ich zu alt. Erreicht mich überhaupt nicht.
J.D.: Gefälliger Melodic-Rock der vielgehörten Art. Links rein, rechts raus. Muß man nicht wirklich kennen.
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