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1880

Ride

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Ride
Die CD gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
Ride, Bootlick Records, 2002
Scotty "Boy" McCoy Vocals, Guitar
Paul Jacques Guitars, Banjo, Mandolin, Harmonica, Vocals
Michael Reagan Bass, Vocals
Dianno "Dino" DiBella Drums, Vocals
Gast:
Erica Lake Background Vocals (Lonesome Whistle)
Produziert von: Paul Jacques Länge: 45 Min 15 Sek Medium: CD
1. Gold (5:51) Ohr6. The Jailbait Bop (3:02)
2. Don't Dial The Devil (2:47) Ohr7. Cowboy (6:20)
3. One Way Out (4:45)8. Ain't No Sunshine (4:38)
4. Blind Justice (4:19)9. Hell Highway (4:23)
5. Mercy (4:30)10. Lonesome Whistle (4:24)

Joachim sei Dank! In seinem großartigen Artikel über Bands auf www.MP3.com waren auch 1880 erwähnt.
Und jetzt haben wir die zweite CD der Band schon hier und was soll ich sagen, was wollt Ihr hören? Ätsch, wir haben sie und Ihr nicht!

So mancher Fetischist wird jetzt aufjaulen und kreischen, dass es sich hier mal wieder um KEINE echte Südstaaten Band handelt. Recht hat er, der Fetischist. Und keine Ahnung gleichzeitig. Erstens kommen die vier cowboybehüteten Männer aus Kalifornien (der Drummer hat auch noch offensichtlich italienische Vorfahren) und zweitens hören wir auf "Ride" eine heftige Mixtur aus purem Southern Rock, Country, Rock & Roll und krachendem Hard Rock/Heavy Metal. Nur so nebenbei sei erwähnt, dass die ur-amerikanische Legende Ronnie Van Zant die Engländer FREE als einen Haupteinfluss benannte.

Leute, hört mal den ersten Song an! Gold ist mit der beste Southern Song des letzten Jahres. Double-Leads bis zur Extase und ein zweiminütiges Finale furioso, das man wirklich mit den OUTLAWS vergleichen kann. Absolut mörderisch.

Eine interessante Betrachtungsweise, warum man Bluessänger wird, zeigt Don't Dial The Devil. In dem ganz böse und hart rockenden Song erklärt Sänger Scott McCoy, dass er besser wieder aufgelegt hätte, als diese Stimme ihm erklärt hat, dass er gefälligst singen sollte. Well done devil! Wir hätten was verpasst.
Zum Beispiel die geile Version von One Way Out. Um es deutlich zu sagen, die ALLMAN BROTHERS haben mich mit der Nummer nie so beeindruckt.

Auffallend sind etliche christliche/humanistische Botschaften in den Texten und eine Hommage an Martin Luther King in Blind Justice. Rocker können halt nicht nur grölen, saufen und marodieren.
And wether marxist rule, or christian fools, guns in schools, or political duells in the middle east, or on Irish streets....
Blind Justice ist härtemäßig in der METALLICA-Schublade einzuordnen. Technisch sind 1880 den "four horsemen" allerdings um ein gutes Jahrhundert voraus. So mag auch ich solchen Metal.

Noch eine Hommage. The Jailbait Bop geht an the one and only real Killer. Jerry Lee Lewis ist natürlich gemeint. 1880 rocken und rollen sich geschmeidig, traditionsbewusst und kernig durch diese Eigenkomposition, die aber natürlich von vorne bis hinten geklaut ist.
Der Bezug zur Vergangenheit wird ebenfalls deutlich bei der Coverversion von Bill Withers Hit Ain't No Sunshine aus dem Jahr 1971. Wo sich der soulige Schmusesänger in Melancholie ergab, verpassen 1880 dem Song einen deftigen Tritt in den Hintern. Verblüffend, wie locker die Band all diese Einflüsse unter einen Hut bringt und trotzdem klingt die CD wie aus einem Guss.

Wieder Metal, southern Metal, gibt es bei Hell Highway. Marschiert brutal und lässt dem Boogie auch noch Platz. Wir senken die Köpfe und schütteln sie im Takt. Uihuihuih, das möchte ich live in der extended version hören.

Als Rausschmeißer dann die versprochene Infusion Country. Lonesome Whistle könnte der Feder von Travis Tritt entsprungen sein. In einer Nacht, in der er sich mehr an Hank Sr., als an die Charts erinnert hat.

"Ride" ist ein reifes Werk. Gut produziert, erstklassig eingespielt, mit allen nötigen Zutaten eines hervorragenden Rock-Albums, traditionell und gleichzeitig modern.
Die gute Nachricht zum Schluss: Die CD gibt es bei uns zu kaufen!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 16.01.2003

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