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A.J. Roach

Revelation

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Revelation
Revelation, Eigenvertrieb, 2006
A.J. Roach Vocals, Guitars, Banjo
Charlie Rowan C3 Organ, Accordion, Synth
Steve Moore Wurlitzer, Glockenspiel, Trombone
Stephan LaMotte Drums
Ian Parks Bass
Adam Roszkiewicz Mandocello, Mandolin
Alisa Rose Fiddle
Mike Winger Bass, Foot Stomps, Hand Claps
Erik Jekabson Trumpet
Anna Coogan Backing Vocals
Produziert von: A.J. Roach Länge: 34 Min 25 Sek Medium: CD
1. Clinch River Blues7. Freezing Car
2. Devil May Dance8. Hazel Blue
3. Fashionistas9. Streets Of Omaha
4. Sears & Roebuck Suit10. Revelation
5. Chemicals11. Devil Reprise
6. Weathervane

A.J. Roachs Debütalbum "Dogwood Winter" war ein wunderbares Folk-Country-Rootsgrass-Versprechen, das dem Songschreiber Vergleiche mit Legenden wie Townes van Zandt und Tom Waits einbrachte. Auf "Revelation" löst er dieses Versprechen ein - und macht dennoch gleich zum Auftakt klar, dass er mit seinem zweiten Album auch neue Wege einschlagen will.
Freilich klingen die Opener Clinch River Blues und Devil May Dance noch etwas angestrengt in ihrem Bemühen, sich mit kraftvollen Drums oder Doo-doo-doo-Chören von den simplen Folkarrangements des Debüts loszusagen. Erst ab dem dritten Song gleitet Roach in ruhigeres Fahrwasser und steigert sich im Verlauf des Albums noch in große Form. Auf tatsächlich einzigartige Weise verbindet er die urtraditionelle Mountain Music seiner aus den Appalachen stammenden Familie mit alt.country-Elementen und in diesem Umfeld eher ungewöhnlichen Zutaten. Dazu gehört seine eindringliche Stimme ebenso wie Orgel-, Piano- und Glockenspiel-Parts.

All das wäre noch keine Sensation, wenn nicht auch die Songs von herausragender Qualität wären. Roachs Charaktere sind mit der Bibel genauso vertraut wie mit übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum und anderen Sünden. 'Whiskey's my shepherd' oder 'chemicals for me have been my only safe bastion' singt er im umwerfenden Chemicals. 'You spend your nights in a freezing car coming down off cheap cocaine' heißt es in Freezing Car, bei dem die Verbindung von lässigen Drums, akustischer Gitarre und Orgel besonders gut aufgeht. Zarter wird er in Hazel Blue: 'Your eyes were shining blue and the moon was new/so the stars got jealous of you'.

Höhepunkte lassen sich nicht herausgreifen, zu organisch fließt das Album, zu hartnäckig haken sich die Texte und Melodien des gesamten Albums beim Hörer fest. Roach versteht es, Verzweiflung, Drogenprobleme und Selbstmordgedanken in ungemein poetischen Bildern zu beschreiben - kein Wunder also, dass er mit Townes van Zandt verglichen wird.
Seinen Alben ist sowohl Traditionsbewusstsein anzuhören, wie auch die Fähigkeit, verkrustete musikalische Strukturen aufzubrechen - kein Wunder also, dass er mit Tom Waits verglichen wird. Und dennoch ist AJ Roach einzigartig.
Das - und vieles mehr - enthüllt "Revelation". Gleichzeitig gibt es ein Versprechen auf die Zukunft eines großen Songschreibers und Musikers.

Markus Rill, (Artikelliste), 03.12.2006

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