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APB:Live From Planet Earth |
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APB aka Artimus Pyle Band aka All Points Bulletin traten bereits unter dieser Bezeichnung in den frühen 80ern in Erscheinung und hatten 1982 (APB) und 83 (Nightcaller) 2 Scheiben am Start, die mit dem aktuellen Release jedoch wenig gemein haben. Von der damaligen Bestzung ist einzig Bandleader und Namensgründer Artimus Pyle, ex Lynyrd Skynyrd, noch dabei. Nach einem eher unzulänglichem, musikalischem Verarbeitungsversuch des Skynyrd Crash Traumas und anschließenden kommerziell orientierten Mainstream Abwegen, die letztendlich zum Split der Band führten, ist die fast 2 Jahrzehnte spätere Neuauflage ein erdiges, bodenständiges Bluesrock Album. Live From Planet Earth ist auch mehr ein Live-Project als eine echte Band, somit auch die abgewandelte Namensgebung. Die Tracklist setzt sich überwiegend aus Coverversionen bekannter Southern- und Bluesgrößen zusammen, J.J. Cale, B.B. King, Stevie Ray Vaughn, Muddy Waters, schwerpunktmäßig alte Lynyrd Skynyrd Klassiker, auf der Tour wurden sie nicht ohne Grund auch als Skynyrd Friends angekündigt. Die Scheibe ist eine Art Momentaufnahme, ohne viel Schnörkel als
Roughmix vom Mischpult abgenommen, so scheint es. Der Sound ist nicht
doll, etwas besser als ein Bootleg vielleicht, dafür kommt die
Liveatmosphäre eines kleinen, dunklen Kellerclubs so richtig zur Geltung,
Bourbon und Bier sind allgegenwärtig. Wer also anhand der Vorgeschichte, der Besetzung oder der Track-List ein überproduziertes Supergroup Spektakel erwartet liegt völlig daneben. Leider entspricht jedoch der Importpreis einem solchen. Als Cutout in irgendeinem Mailorder Backkatalog für unter 20,- DM sollte man aber nicht enttäuscht werden. Ralf (Impressum, Artikelliste), Februar 2001
Mann oh Mann. Was hab ich mich gefreut endlich mal wieder was neues von Artimus Pyle zu hören. Mit den
beiden All Points Bulletin-Scheiben war ich damals nicht so glücklich (wer eigentlich?), aber wir haben es ja alle
gewusst, Arti ist ein ganz Grosser und kann es besser. Alle paar Monate auf die Homepage geschaut, über 2 Jahre wird
Geniales versprochen. Die Gier steigt. Natürlich hat Pyle keinen Plattenvertrag, also bemüht man den Dealer seines
Vertrauens, macht Kopfstände um ein paar CD´s besorgen zu lassen, der Dealer zapft alle Quellen bis hin nach
Columbien an, verhandelt zäh und ausdauernd, kriegt endlich einen einigermassen vernünftigen Bezugspreis (von Mrs.
Pyle-Schnarrenberger), bestellt und liefert umgehend aus. Ich bin eigentlich schon reichlich angefressen. Scheiss Sound, ziemlich schlappe Leistung, viel Geld. Immerhin besteht die Band nicht aus irgendwelchen Deppen. Mike Estes hat mit den Drivin' Sideways 1996 eine feine Country Rock-Scheibe gemacht. Bei Skynyrd war er bestimmt auch nicht wegen seinem tollen Aussehen. Tim Lindsey war bei der Rossington-Collins Band. Zum Kuckuck, warum dilettieren die so rum? Über das todlangweilige "Why I Sing The Blues?" kann man schweigen. Die Frage bleibt allerdings unbeantwortet. Und dann kommt's. "Cold Shot" von einem gewissen Stevie Ray Vaughn. Das ist der Punkt, wo's mir endgültig den
Schalter raushaut. S. R. Vaughan in einem Booklet (immerhin 4 Seiten) einer amerikanischen Band falsch zu schreiben
schreit nach sofortiger Bestrafung. Pfui. Musikalisch das übliche Bild. Zweitklassig und stark abstiegsgefährdet. Man
höre nur das "tolle" Gitarrenduell nach 5 Minuten. Greg Baril ist kein guter Gitarrist. Kann man auch in seiner
unterirdischen Clapton-Adaption "Sit Down And Play The Blues" später noch hören. "Long live Ronnie Van Zant" als Ansage und dann "Simple Man". Ohne Worte. Wenn man die Schlammschlachten um Arti's Ausscheiden/ Rausschmiss bei Lynyrd Skynyrd verfolgt hat, könnte man
meinen, dass der Band eigentlich ein ordentlicher Musiker seit damals fehlt. Naja. Was Pyle auf dieser Platte
zusammenklopft ist vollkommen ohne jeden Swing und Groove. Er trifft auf 4 und damit hat es sich auch schon. "I Know A Little" widmet er (wie immer, laut Ansage) Steve und Cassie Gaines. Aber warum spielen sie es dann nicht wie Gaines? Das ist entweder lieblos oder besoffen. Fehlerbehaftet sowieso. Warum sie "Europa" von Santana covern ist mir schleierhaft. Sowas macht eine Bierzeltcombo als Rausschmeisser. Und manchmal nicht viel schlechter. Ich habe mich selten über eine - lang erwartete - Platte mehr geärgert. Nichts gegen Low-Budget Aufnahmen. Die sind oft die besten. Aber hier fehlt's an allem. Produktion, Technik, Spontanität. Dazu ist das Programm sowas von abgestanden und teilweise mangelhaft gespielt, dass es mir absolut keinen Spass macht. Sogar die Absage am Ende der CD ist mitten im Satz abgeschnitten. Vielleicht scheitert es ja an meinen Ansprüchen, ich weiss nicht. Aber ich hasse diese Platte. Ralf, alles was Du sagst ist richtig. Nur komme ich einfach zu einem anderen Ergebnis als Du. Für diese Zeilen hab ich mir das Teil dreimal angehört. Und damit wird die CD in den Tiefen meines Schrankes verschwinden. Fred (Impressum, Artikelliste), 14.02.2001 |
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