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Live From Planet Earth

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Bezug:
http://www.baerchenrecords.de/
Anhören + Link offiziell:
www.apbband.com/
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Cover Live From Planet Earth
Live From Planet Earth, Last Resort Records, 2000
Mike Estes Vocals, Guitar
Greg Baril Vocals, Guitar
Tim Lindsey Bass
Artimus Pyle Drums
Produzent: Artimus Pyle & Sonny Ray Poole Länge: 68 Min 21 Sek Medium: CD
1. Blues Shuffle 2. Gimme Three Steps
3. Call Me The Breeze 4. Why I Sing The Blues
5. Cold Shot 6. One Way Out
7. Simple Man 8. Sit Down And Play The Blues
9. Blow Wind 10. What's Your Name
11. I Know A Little 12. Europa
13. Drink Muddy Water

APB aka Artimus Pyle Band aka All Points Bulletin traten bereits unter dieser Bezeichnung in den frühen 80ern in Erscheinung und hatten 1982 (APB) und 83 (Nightcaller) 2 Scheiben am Start, die mit dem aktuellen Release jedoch wenig gemein haben. Von der damaligen Bestzung ist einzig Bandleader und Namensgründer Artimus Pyle, ex Lynyrd Skynyrd, noch dabei.

Nach einem eher unzulänglichem, musikalischem Verarbeitungsversuch des Skynyrd Crash Traumas und anschließenden kommerziell orientierten Mainstream Abwegen, die letztendlich zum Split der Band führten, ist die fast 2 Jahrzehnte spätere Neuauflage ein erdiges, bodenständiges Bluesrock Album.

Live From Planet Earth ist auch mehr ein Live-Project als eine echte Band, somit auch die abgewandelte Namensgebung.

Die Tracklist setzt sich überwiegend aus Coverversionen bekannter Southern- und Bluesgrößen zusammen, J.J. Cale, B.B. King, Stevie Ray Vaughn, Muddy Waters, schwerpunktmäßig alte Lynyrd Skynyrd Klassiker, auf der Tour wurden sie nicht ohne Grund auch als Skynyrd Friends angekündigt.

Die Scheibe ist eine Art Momentaufnahme, ohne viel Schnörkel als Roughmix vom Mischpult abgenommen, so scheint es. Der Sound ist nicht doll, etwas besser als ein Bootleg vielleicht, dafür kommt die Liveatmosphäre eines kleinen, dunklen Kellerclubs so richtig zur Geltung, Bourbon und Bier sind allgegenwärtig.
Die Gitarren sind rauh und dreckig, der Gesang heiser, die Backline straight, das Publikum entspannt, die Aufnahme könnte auch vor ein paar guten Freunden im Proberaum stattgefunden haben, was ja irgendwie auch zutrifft, nur das die Proberäume und Freunde täglich wechselten, große Hallen waren wohl eher nicht dabei.

Wer also anhand der Vorgeschichte, der Besetzung oder der Track-List ein überproduziertes Supergroup Spektakel erwartet liegt völlig daneben. Leider entspricht jedoch der Importpreis einem solchen. Als Cutout in irgendeinem Mailorder Backkatalog für unter 20,- DM sollte man aber nicht enttäuscht werden.

Ralf (Impressum, Artikelliste), Februar 2001

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Mann oh Mann. Was hab ich mich gefreut endlich mal wieder was neues von Artimus Pyle zu hören. Mit den beiden All Points Bulletin-Scheiben war ich damals nicht so glücklich (wer eigentlich?), aber wir haben es ja alle gewusst, Arti ist ein ganz Grosser und kann es besser. Alle paar Monate auf die Homepage geschaut, über 2 Jahre wird Geniales versprochen. Die Gier steigt. Natürlich hat Pyle keinen Plattenvertrag, also bemüht man den Dealer seines Vertrauens, macht Kopfstände um ein paar CD´s besorgen zu lassen, der Dealer zapft alle Quellen bis hin nach Columbien an, verhandelt zäh und ausdauernd, kriegt endlich einen einigermassen vernünftigen Bezugspreis (von Mrs. Pyle-Schnarrenberger), bestellt und liefert umgehend aus.
Da ist sie nun. Plastik aufgerissen, Fingernagel abgebrochen und rein in den Player. Ansage "Artimus Pyle and All Points Bulletin". Klingt nach Winz-Club und 7 Zuschauern.
Schauderhafter Sound zu einem drittklassigen Stevie Ray-Shuffle. Im Cover steht "Standard ,G' Shuffle". Jaja, so was hab ich tatsächlich schon mal gehört. Bei Soundchecks zum Beispiel. Und mein Freund Hans Schoierer hat den "Kabelbrand am Würstelstand" schon vor 10 Jahren besser gespielt. Der Übergang zur zweiten Nummer ist recht schlapp zusammengeschnitten und Artimus haut auf seine Pauken ein. Sakrament, was ein Intro zu "Gimme Three Steps". Das hat mindestens Schülerbandformat. Der Gesang ist unter aller Kanone, die Gitarren taumeln wie besoffen durch die Gegend und der Bass tölpelt vor sich hin. A Katastroph. Schnitt. "Call Me The Breeze".
Muss man anerkennen. Das spielen sie relativ angenehm und ordentlich. Bis Minute 1:50. Hört euch mal den Fehler an. Aua. Trotzdem, man hat sich bemüht. Und wenn keine bessere Version vorlag...

Ich bin eigentlich schon reichlich angefressen. Scheiss Sound, ziemlich schlappe Leistung, viel Geld. Immerhin besteht die Band nicht aus irgendwelchen Deppen. Mike Estes hat mit den Drivin' Sideways 1996 eine feine Country Rock-Scheibe gemacht. Bei Skynyrd war er bestimmt auch nicht wegen seinem tollen Aussehen. Tim Lindsey war bei der Rossington-Collins Band. Zum Kuckuck, warum dilettieren die so rum?

Über das todlangweilige "Why I Sing The Blues?" kann man schweigen. Die Frage bleibt allerdings unbeantwortet.

Und dann kommt's. "Cold Shot" von einem gewissen Stevie Ray Vaughn. Das ist der Punkt, wo's mir endgültig den Schalter raushaut. S. R. Vaughan in einem Booklet (immerhin 4 Seiten) einer amerikanischen Band falsch zu schreiben schreit nach sofortiger Bestrafung. Pfui. Musikalisch das übliche Bild. Zweitklassig und stark abstiegsgefährdet. Man höre nur das "tolle" Gitarrenduell nach 5 Minuten. Greg Baril ist kein guter Gitarrist. Kann man auch in seiner unterirdischen Clapton-Adaption "Sit Down And Play The Blues" später noch hören.
Willie Dixon's "One Way Out" hebt meine Stimmung auch nicht. Der Sound ist etwas anders, aber nicht wirklich besser. Dem Bassisten sollte mal einer die Saiten festzurren. Kann Estes wirklich nicht besser singen? Immerhin hört man im Hintergrund ein paar betrunkene Cowboys gröhlen. Die hatten ihren Spass. Und den will ich ihnen nichtmal streitig machen. In einem kleinen Club mit viel Bier macht das sicher Spass. Aber doch bitte nicht mit diesen Namen. Da tun's der Sepp und der Hans aus Grossdingharting an den Gitarren auch.

"Long live Ronnie Van Zant" als Ansage und dann "Simple Man". Ohne Worte.

Wenn man die Schlammschlachten um Arti's Ausscheiden/ Rausschmiss bei Lynyrd Skynyrd verfolgt hat, könnte man meinen, dass der Band eigentlich ein ordentlicher Musiker seit damals fehlt. Naja. Was Pyle auf dieser Platte zusammenklopft ist vollkommen ohne jeden Swing und Groove. Er trifft auf 4 und damit hat es sich auch schon.
"What's Your Name" wird beispielsweise von ihm reichlich geschreddert. Das klang doch damals ganz anders...

"I Know A Little" widmet er (wie immer, laut Ansage) Steve und Cassie Gaines. Aber warum spielen sie es dann nicht wie Gaines? Das ist entweder lieblos oder besoffen. Fehlerbehaftet sowieso.

Warum sie "Europa" von Santana covern ist mir schleierhaft. Sowas macht eine Bierzeltcombo als Rausschmeisser. Und manchmal nicht viel schlechter.

Ich habe mich selten über eine - lang erwartete - Platte mehr geärgert. Nichts gegen Low-Budget Aufnahmen. Die sind oft die besten. Aber hier fehlt's an allem. Produktion, Technik, Spontanität. Dazu ist das Programm sowas von abgestanden und teilweise mangelhaft gespielt, dass es mir absolut keinen Spass macht. Sogar die Absage am Ende der CD ist mitten im Satz abgeschnitten. Vielleicht scheitert es ja an meinen Ansprüchen, ich weiss nicht. Aber ich hasse diese Platte.

Ralf, alles was Du sagst ist richtig. Nur komme ich einfach zu einem anderen Ergebnis als Du. Für diese Zeilen hab ich mir das Teil dreimal angehört. Und damit wird die CD in den Tiefen meines Schrankes verschwinden.

Fred (Impressum, Artikelliste), 14.02.2001

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