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| Along Came A Spider, Steamhammer/SPV, 2008 |
| Alice Cooper |
Vocals |
| Keri Kelli |
Guitar |
| Jason Hook |
Guitar |
| Chuck Garric |
Bass |
| Eric Singer |
Drums |
| Produziert von: Alice Cooper, Danny Saber & Greg Hampton |
Länge: 44 Min 22 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Prologue/I Know Where You Live | 7. Killed By Love |
| 2. Vengeance Is Mine | 8. I'm Hungry |
| 3. Wake The Dead | 9. The One That Got Away |
| 4. Catch Me If You Can | 10. Salvation |
| 5. (In Touch With Your) Feminine Side | 11. I Am The Spider/Epilogue |
| 6. Wrapped In Silk | |
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Bei Leuten wie Alice Cooper ist schon lange nicht mehr die Frage, ob sie es (noch) können, sondern ausschließlich jene, ob sie ausnahmsweise mal wieder ein paar vernünftige Songs zuwege gebracht haben. Beim freundlichen Alice war "Brutal Planet" die letzte halbwegs überzeugende Scheibe (und Tour), auch weil einiges auf der CD beinahe modern daherkam. Bei seinen letzten Scheiben "The Eyes Of Alice Cooper" und "Dirty Diamonds" wurde dann die große Back-To-The-Roots-Trommel geschlagen, aber leider war das Ergebnis überaus langweilig - die Songs haben einfach nicht gezündet. Diesmal setzt man auf die Karte "Das Beste aus 'Brutal Planet' und 'Billion Dollar Babies'". Könnte auch schlimm in die Hose gehen, schließlich ist "Billion Dollar Babies" ein unschlagbarer Alice-Klassiker und die Steigerung von "Brutal Planet" wäre NuMetal oder ähnliche Kinderkacke.
Diese alten Helden sind schon in der Zwickmühle, aber man muss Cooper zugute halten, dass er es immer wieder mit einer neuen Platte versucht, wohingegen sich viele seiner Alterskollegen ausschließlich mit für den Fan sündhaft teuren Tourneen bereichern und die kreative Arbeit längst eingestellt haben. Unser Mann setzt sich lieber vernichtender Kritik aus, als wie KISS völlig vorhersehbare "35 Alive" Shows zu geben. Als Fan, der einen reichlich desolaten Alice Cooper in seiner schwärzesten Phase in den frühen Achtzigern in winzigen Clubs gesehen hat, muss man den Hut ziehen und Respekt zollen. Er will es noch immer, auch wenn abzusehen ist, dass die frühen Großtaten nicht Maßstab sein können. Außerdem muss man ihn mögen, den Gentleman vom Golfplatz, der sich bis heute nicht zu schade ist, neben Hugo-Egon Balder bei einer der unsäglichen Chartshows auf dem Sofa zu sitzen. An dieser Stelle ein virtueller Händedruck für viele Jahre klasse Entertainment.
Diesmal hat Alice mal wieder ein kleines Konzept hinter sein neues Album gestellt, nämlich das vom psychopathischen Serienkiller. Auch wenn einem derlei irgendwie bekannt vorkommt ist "Along Came A Spider" kein dreister Selbst- oder Fremdklau, sondern eine nette Story ohne den ganz großen roten Faden, dafür mit einer ganzen Latte höchst eingängiger Songs. Hoppla, denkt man sich bei den ersten Hördurchgängen, auch wenn der Großteil mit Innovation wenig zu tun hat, ist hier doch deutlich mehr Cooper-Kunstblut zu spüren als zuletzt. Wie kommt's?
Zuerst sei die Produktion genannt, die tatsächlich organisch und nach analogen Maschinen klingt. "Along Came A Spider" ist eine erfreulich dynamische CD geworden, die ohne Zweifel auch auf Vinyl gut kommen wird. Da hat sich offenbar jemand vom digitalen Overkill verabschiedet und wieder auf richtiges Equipment gesetzt - beziehungsweise den digitalen Krempel so gut im Griff, dass es wie Rock & Roll tönt. Es hat was, wenn eine Platte laute UND leise Stellen hat und man die Instrumente hört, anstatt sie vor lauter Datenkomprimierung nur in zerquetschter Form und irrwitziger Lautstärke wahrzunehmen.
Dann wären die beiden Balladen Killed By Love und Salvation zu nennen. Schmalzfrei, schlank produziert, ohne den berüchtigten 80er-Bombast (auch wenn "Poison" ein tolles Comeback war), dafür mit einer gehörigen Portion BEATLES-Feeling. Man weiß ja, dass auch Vincent Damon die Briten verehrt, aber so nah war er noch nie dran. Kommt nicht oft vor, dass man als Hardrocker Balladen mag, in diesem Fall sollten zwei anständige Singlehits fällig sein.
Schließlich sind dem bösen Mörder natürlich auch ein paar klassische Rocker spendiert. Das kommt mal wie eine Mischung aus Sympathy For The Devil und Seventies-Glam (I'm Hungry), mal richtig böse-depressiv wie im abschließenden I Am The Spider oder schlicht fett abgehend (Catch Me If You Can, In Touch With Your Feminine Side). Oder, ganz verträglich abgefahren, so postrockig modern wie bei Wake The Dead. Mundharmonika zu verfremdeten Gitarren ist lässig.
Die Tagebücher des Killers sind geil geschrieben, da gibt es keinen Zweifel. So geil, dass man in dunklen Nächten bei I Know Where You Live die Tür doppelt absperren würde, wüsste man nicht, dass Alice "The Spider" Cooper schon lange keine fremden Kühlschränke mehr leer trinkt.
Ach ja, auf Vengeance Is Mine, einem eher laschen Track, ist Slash zu hören. Angeblich war dieser Herr Slash mal Mitglied einer wichtigen Band, auf Anhieb fällt einem allerdings weder der Name noch der Grund für die Wichtigkeit ein…
Und auf besonderen Hinweis von Fräulein Nadia aus der italienischen Eisdiele sei erwähnt, dass Wrapped In Silk dem Song I Feel You von DEPECHE MODE ähnelt. Kennt jemand diese DEPECHE MODE? Haben die mehr solche Rocker im Repertoire?
Für mich bitte drei Kugeln Vanille in der Waffel und ein paar mehr so coole CDs von meinen Jugendhelden.
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