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| All Or Nothing, Ruf Records, 2002 |
| Aynsley Lister |
Vocals, Guitars |
| James Townend |
Bass |
| Alex Thomas |
Drums, Vocals (Crosstown Traffic) |
| Gäste: |
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| John Payne |
Background Vocals (Nothin' At All & Balls Of Steel) |
| Geoff Downes |
Hammond (Sometimes It Gets 2 Me) |
| Greg Haver |
Percussion & "Strange Noises" |
| Produziert von: Greg Haver |
Länge: 47 Min 10 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Say Goodbye | 6. Balls Of Steel |
| 2. Hero | 7. Without Wings |
| 3. Nothin' At All | 8. Comin' Home 2 U |
| 4. What U Got 4 Me | 9. Sometimes It Gets 2 Me |
| 5. Rainy Day | 10. Crosstown Traffic |
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Diese CD ist unter Aufsicht der Allgemeinen Ortskrankenkassen entstanden.
Nicht auszudenken, wenn die beiden Mördersongs Rainy Day und Balls Of Steel an den Anfang der Scheibe gestellt worden wären und nicht, wie geschehen, als #5 und 6.
Geplatzte Hüfthalter und Stützstrümpfe, geborstene Bandscheiben, gespaltene Resthaarspitzen wären die Folge. Kurz: Pflege- und Reha-Kosten ohne Ende, der endgültige Kollaps unseres Gesundheitswesens stünde bevor.
Glücklicherweise haben Produzent Greg Haver und Firmenchef Thomas Ruf das verhindert und die Tracklist sozialverträglich zusammengestellt.
Damit will ich nicht sagen, dass die CD langsam oder gar langweilig beginnt. Im Gegenteil. Der Hörer wird nur behutsam auf den furiosen Höhepunkt vorbereitet. Warm-Up für den älteren Rocker sozusagen.
"All Or Nothing" ist Aynsleys zweite richtige CD. Die erste, "Aynsley Lister" von 1999, wurde 2001 von Ruf Records etwas überarbeitet noch mal bzw. erstmals in Deutschland veröffentlicht und "Supakev n Pilchards" ist ein akustisches Soloalbum.
Fleißig ist Aynsley. Ständig auf Tour und für neue Songs braucht er auch keine "Mike Oldfield-Dekaden". Um so überraschender und erfreulicher, dass die Songs auf diesem Album einen echten Quantensprung im Vergleich zum Debüt darstellen.
Gleich mit dem Opener Say Goodbye präsentiert uns die (neue) Band einen Knaller erster Güte. OHRWURM! Die Kombination aus hartem Rock, Slidegitarre und Refrain gäbe bei einem Herrn Adams (Bryan) einen satten Hit. Nur würde der den Song noch bis zur Unkenntlichkeit verwässern. Aynsley lässt uns aber fröhlich durchs Zimmer hüpfen. Tolle Nummer.
Beinahe modisch klingt Hero. Trotzdem rockt es kernigst. Und mit Nothin' At All beweist Lister, dass er wundervolle ruhige Songs schreiben kann.
What U Got For Me zeigt Leuten wie Lenny Kravitz, wie funkiger Rock fetzen kann. Aber dann...
Liebe Güte, was mit Rainy Day auf die Ohren einbricht, spottet jeder Beschreibung. Ein Hochgeschwindigkeitsboogie von Chuck Berrys Gnaden. Aber im Gewand von 2002. Großartig, geil, phantastisch. Der Hörer kommt ins Schwitzen. Aber dann...
Der Drummer zählt ein, es kommt ein Intro, das eine klassische Southern Rock Kapelle nicht besser hinkriegen würde und dann stampft eine wildgewordene Büffelherde durch die Lautsprecher. Allmächtiger! Was für ein gewaltiger Rocker. Die Herzkranzgefäße flattern und man braucht sie, die Balls Of Steel, um diese 5 Minuten unbeschadet zu überstehen. Mein Song des Jahres!
Es gibt noch 4 weitere Songs, die dienen dem lockeren Auslaufen (für die Muskulatur und den Kreislauf). Keine schlechten Songs sind das, aber nach dem vorher Gehörten kommt es mir fast wie Kuschelrock vor.
Auf Sometimes It Gets 2 Me kommt Geoff Downes mit einer Hammond als Gast hinzu. Das tut einem Trio immer gut. Und als Abschluss gibt es Crosstown Traffic von Hendrix. 34 Jahre alt ist der Song. 9 älter als Aynsley. Löblicherweise hat sich Lister eine nicht so oft gecoverte Nummer von Jimi ausgesucht, man kann also ohne Gähnanfall zuhören. Die Version ist sehr gut und vor allem schön modern interpretiert.
Angesichts des songschreiberischen Quantensprungs und seinem jugendlichen Alter hat Aynsley Lister eine der besten Platten dieses Jahres fabriziert. Hut ab!
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