HoR Logo kl CD-Review:

Logo Backyard Babies

Backyard Babies

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Backyard Babies > Backyard Babies

Backyard Babies
Backyard Babies, Billion Dollar Babies/Versity Rights/Soulfood, 2008
Nicke Borg Vocals, Guitar
Dregen Guitar, Vocals
Johan Blomquist Bass
Peder Carlsson Drums, Backing Vocals
Gast:
Dizzy Reed Piano (Voodoo Love Bow)
Produziert von: Jacob Hellner Länge: 44 Min 43 Sek Medium: CD
1. Fuck Off And Die8. The Ship
2. Degenerated9. Nomadic
3. Come Undone10. Back On The Juice
4. Drool11. Where Were You?
5. Abandon12. Zoe Is A Weirdo
6. Voodoo Love Bow13. Saved By The Bell
7. Idiots

Es könnte sein, dass es unfair ist, wenn man dem Coverbild des siebten BACKYARD BABIES Albums die meiste Kreativität des gesamten Werks zuschreibt, schließlich ist die Fotomontage von historischen Vorbildern aus dem Jahr 1930 inspiriert, aber irgendwie bleibt auch noch zig Hördurchgängen nicht viel mehr hängen als der wagemutige Ausblick von der luftigen Baustelle des Empire State Building auf Manhattan bzw. der hoffnungsvolle Blick/Hör auf ein paar Hooks, die mehr versprechen als sie halten.
Es könnte aber auch sein, dass diese eigenbenamte CD eigentlich nur eine EP werden wollte und vom bösen Produzenten mit irgendwelchen Spaß-Demos aufgefüllt wurde (obwohl man einigen Songs den Spaß nicht wirklich anmerkt). Auf jeden Fall hinterlassen die Babies im 21. Jahr ihres Bestehens einmal mehr einen zwiespältigen Eindruck - und bleiben genau wie Lukas Podolski beständig hinter den Erwartungen und Möglichkeiten zurück. Klar, gegen schwache Gegner kann man locker mal einen schicken Trick lancieren, aber mit der internationalen Spitzenklasse können weder Lukas noch Dregen/Nicke/Johan/Peder mithalten. Prinzen gibt es viele, Könige ein paar, aber Kaiser werden nur die besten.

Druckvoll und saftig fängt es an, doch der Songtitel/Refrain nervt mit seiner abgelutschten Plakativität: Fuck Off And Die. Das ist im Zusammenhang mit Rotz'n'Roll so einfallsreich wie ein Arschgeweih. Ebenso druckvoll kommt Degenerated, hat auch eine prima Rhythmus- und feine Leadgitarre im Nugent-Style, dazu einen Tribal-Rhythmus zum mitstampfen, und ist der Höhepunkt der Scheibe. Na toll, das war grade mal Song #2. Was ist nur mit diesen Männern los, immerhin hat Dregen bei den HELLACOPTERS gezockt und mit Ginger von den WILDHEARTS und Nicke Andersson unter dem Namen SUPERSHIT 666 richtigen Drecksrock vom Stapel gelassen.
Drei Songs hintereinander plätschern an einem vorbei, man wird nicht auf- oder erregt, nur von ziemlich infantilem Punk-Pop mit hochwichtigen Erwachsenenbassriffs (Come Undone), AC/DC-Backgroundgesang (Drool) und unfreiwillig komischem Brit-Pop (Abandon) berieselt.
Das zweite Highlight der CD, Voodoo Love Bow, lebt vom Rock'n'Roll-Piano von Dizzy Reed, der immer noch Keyboarder der angeblich existierenden Band GUNS N' ROSES sein soll. Schade nur, dass das recht scharfe Geklimper völlig in den Hintergrund gemischt wurde.
Danach ist tatsächlich kaum mehr erwähnenswertes Treiben zu vermelden. Es ist Zeug zu hören, das durchwegs einen ganz anständigen Street-Punk-Sleaze-Roots-Faktor hat, aber unterm Strich beliebig und austauschbar ist. Wäre beispielsweise das wunderbar lange Gitarrensolo von Back On The Juice in einen prickelnden Song verpackt, alles wäre gut. Zoe Is A Weirdo wäre so ein Kandidat, ein straight punkiger Klopfer, aber dem wird gar nix spendiert, außer einem blöden Ende nach nicht mal zwei Minuten.

Die BACKYARD BABIES haben viele Fans mit vielen individuellen Lieblingsplatten ihrer Helden, aber ob die CD "Backyard Babies" bei einer relevanten Zahl dieser Fans in die Hitliste einzieht, darf bezweifelt werden. Fakt ist, "Total 13" war ein Meisterwerk an das die Bands 2008 nicht entferntest herankommt. Und spreche bitte keiner von Weiterentwicklung oder so nem Scheiß. Hier fehlt es einfach an der Qualität der Songs, ganz egal welche Entwicklung die Band genommen hat.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 17.09.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Backyard Babies > Backyard Babies

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum