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| Best Of, Swedmetal Records, 2005 |
| Diddi Kastenholt |
Vocals |
| Pelle Eliaz |
Guitars |
| Tony Rohtla |
Guitars |
| Jonas Langebro |
Drums |
| Joacim Sandin |
Bass |
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Länge: 42 Min 58 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Lay Down | 11. Nice Face |
| 2. Rock N Roll City | 12. Hot Love |
| 3. I Want It | 13. X-Ray Specs |
| 4. Run To The End | 14. Little Child |
| 5. Make My Day | 15. F.O.F.D. |
| 6. Behind The Enemy Lines | 16. Fantasy Love |
| 7. Get Off | 17. Answer |
| 8. Peepin' Tom | 18. Don't Stop |
| 9. Only The Strong | 19. To You |
| 10. Cop To Con | 20. Welcome To The Real World |
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Als neulich der Stierlen Ralf (Ihr wisst schon, das ist der mit den manchmal ganz schön schrägen Bandbesprechungen bei uns) bei mir auf dem Sofa saß, klingelte der Postmann zwei Mal und brachte ein paar neue CDs vorbei. Grundsätzlich tut mir der Postmann leid, denn ich wohne im 5. Stock (ohne Aufzug) und der arme Kerl muss oft richtigen Heavy Metal raufschleppen. Manchmal auch irgendwelche mehr oder weniger dankbaren Tote oder gar so schlümme Finstermänner, die dann der Martin "Drachentöter" Schneider bespricht.
Er, der nette Mann von der Post, klingelte also und überreichte mir die neuen Scheibchen und die haben wir dann durchgehört, der Ralf und ich (der Postmann ging wieder). Und wir haben sehr gelacht.
Die drei ersten Platten flogen nach wenigen Minuten wieder aus dem Player und verschwanden im fast fertig geschnürten Besprechungssarg für besagten Drachentöter (der ihm übrigens nicht per Post sondern mittels Trauerhilfe Denk, unserem örtlichen Bestattungsunternehmen, zugestellt wird) und wir widmeten uns völlig vorurteilsfrei, wie wir eben so sind, der vierten CD. Ja mei, was haben wir gelacht.
BAI BANG "Best Of" steht drauf. Huhu, hatten die auch greatest Hits? Dann klappte der Ralf das Booklet auf und... wir haben wirklich sehr gelacht. Der Sänger hat ein Stirnband vorm Hirn und bunte Bandanas am Mikroständer! Und auf den vielen anderen kleinen Bildchen ist eine Horde archetypischer Poser versammelt, die allesamt wie die Low Budget Ausgabe von Axl W. und Slash aussehen. Ja gibt's denn sowas noch?
Und erst die Musik. Mit einem mächtigen "Wauuuuuu" fängt er an zu shouten, der Diddi Kastenholt, und der Rest der Truppe bellt wild im Hintergrund "Go", "Hey" oder "No" und fällt über die schon leicht riechenden Überreste sämtlicher 80ies-Hairmetal- und Sleaze-Klischees her. "Welcome to Rock N Roll City, everybody here is a star". Quietsch, kreisch, die Gitarre schleudert im Overdrive durch die Kurven und der Trommler tritt auf die Basstrommel, dass es dem Bassisten die überflüssige dritte und vierte Saite direkt vom Instrument zwirbelt. Und jetzt alle im Chor: "Oh oh oh oh, uhuhuhu". Und dann: Solo! Rattattatong riffeldieraffel schnätterätäng, I Want It!
Hab ich erwähnt, dass ich derlei Kram mag? POISON waren manchmal und CINDERELLA oft ganz groß. Alice Cooper und KISS sowieso und sogar die umnachteten GUNS N'ROSES hatten ihre Momente. Von all den anderen Losern wie den L.A. GUNS undsoweiterundsofort braucht man nicht reden, 2 ½ bis 5 coole Nummern hatten sie alle.
Und diese Schweden namens BAI BANG (das klingt doch irgendwie, hm, versaut?) haben auch schon 4 komplette Alben auf dem Buckel. Schau schau. Irgendwo konnte man von denen auch schon mal lesen, aber gehört hat die doch noch kein Mensch, oder?
Album Nummer 2 hieß "Cop To Con" und #3 "Enemy Lines", und beide dürften komplett vergessenswert sein, falls der Rest der damaligen CDs ähnlich tönt. Die sechs hier vertretenen Liedchen sind großteils miserabler Mainstream-Melodic Kram mit schlapper, synthetischer Produktion. Ähnlich übel sind die paar wenigen Balladen, was natürlich generell für die meisten Bands dieser Kategorie gilt. Von belanglos-banal bis hochnotpeinlich (To You, Little Child) ist die Schmonzettenbandbreite komplett vertreten. Grässlich verhunzt ist Hot Love von Bolan, mit bitterbösem Drumcomputer-Gepatsche und einem La-la-la-lalalala-Gesang auf Bohlen-Niveau. Wo der unsägliche Track Fantasy Love herkommt, wieder mit Computer und Schlager-Singsang, bleibt hoffentlich für immer ein Geheimnis.
Zum Glück für BAI BANG bleiben aber noch deutlich über 10 vernünftige Nummern über und davon haben es einige doch gehörig hinter den Ohren. Sei es Peepin' Tom, X-Ray Specs (Billy Idol winkt zünftig) vom stilistisch insgesamt indifferent aber dennoch interessant erscheinenden ersten Album "Attitude", oder die recht satt produzierten Knackwürste vom bisher letzten Studiowerk "Ridin' High". Nice Face beispielsweise erreicht locker QUIET RIOT-Format. F.O.F.D., Lay Down oder I Want It lassen die erwähnten Bandanas frisch im Wind aus der aufgedrehten Backline flattern.
Was für eine Berechtigung diese "Best Of" hat, sei dahingestellt. Vielleicht dient sie nur als kleiner Reminder für eine Band der dritten Liga. BAI BANG sind keine große Band, aber ein paar hübsche Poser-Ohrwürmer haben sie auf der Pfanne und die findet man hier vereint. Den Rest kann man vergessen und wenn angeblich demnächst die fünfte Studioplatte erscheint, sollte etwas mehr Substanz dahinterstecken. Sonst steht auch in der nächsten Biografie wieder nur als größte Errungenschaft, dass man im Vorprogramm von irgendwelchen semi-berühmten oder abgehalfterten Mittelklassebands in Schweden oder Finnland gezockt hat.
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