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Billy Satellite:Billy Satellite |
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Nachdem Joachim in seiner Big House"-Review auf das frühere Wirken von Monty Byrom und damit auf dieses Album hinweist, ist es an der Zeit, ein paar Worte darüber zu verlieren. Auf der Rückseite des LP-Covers ist ein Bild der Band: Teenieband? Boygroup? Zwar ein Hut, aber kein
Stetson. Keine langen Haare, keine Bärte, keine Fransenjacken, Hosen sieht man nicht, aber ich wette, keine
Jeans. Und wenn Stiefel, dann 'alla mode' und keinesfalls Arbeits- / Cowboystiefel. Einer mit Elvis-Tolle. Juchu.
So ist es kein Wunder, dass Billy Satellite weiter kein Aufsehen erregte. Obwohl es auch nicht gerade die optimale Zeit für ihre Musik war, lief wenigstens "Satisfy Me" in Münchner Diskotheken (im Sugar Shack z.B.). Aber im Verein mit Loverboy und Konsorten, und so hat auch dies den Verkauf nicht beflügelt. Dabei hätte es genügt, im Laden die Titel anzuspielen. "Satisfy Me" hat alles, um zum Hit zu werden:
Recht schnell, sehr gut tanzbar (siehe oben), Melodie zum Mitsingen (Text sehr gut verständlich), nicht zu hart,
Melodie-Solo. "Last Call" ist da schon vertrackter, hat härtere Gitarren und rauhen Gesang, noch tanzbar. Und
bei "Do Ya" hat Billy Satellite noch mehr an die Discos gedacht. Gerader Rhythmus, der im Refrain durch Breaks
unterbrochen wird, so wie sich auch im Soloteil Break an Break reiht - die Gitarre effektvoll ohne tolle Läufe.
Am Ende kommt dann noch ein weiteres Solo zur Gesangsstimme. Eddi Money hat zumindest das Potential von "I wanna
go back" erkannt, und es auf seinem '86er Album "Can't Hold Back" gecovert - ein Ohrwurm der Ersten Klasse.
Eine swingende Ballade mit einem Refrain, der zum Mitsingen mehr als nur einlädt. Auch weil der Text von mir
sein könnte. Überhaupt: Niemand erwarte philosophische Abhandlungen. Da braucht es wirklich keine
Textbeilage, für das Verständnis der Worte genügt ein Basiswissen der englischen Sprache.
Beim Opener der 2. Seite habe ich das Gefühl, es wird versucht nach Billy Gibbons zu "La Grange"-Zeiten zu klingen. So ganz wird das Ziel nicht erreicht, aber das Ergebnis kann sich hören lassen, ist richtig gut. "Rockin' down the Highway" heißt das Teil und ist der Fetzer. Zusammen mit "Satisfy me". Und in dieser Richtung geht es mit "Turnin' Point" weiter, bei dem das Keyboard etwas besser zu hören ist. Aber nur als Begleitung - das Solo kommt natürlich wieder von der Gitarre, kurz und prägnant. Ganz langsam wird es bei "Bye Bye Baby", einem echten Schmusesong. Für 80 Prozent des Liedes reichen drei Akkorde, nur ein kurzes Intermezzo unterbricht, gefolgt von einem weiteren 1a Gitarrensolo. Eine gut ausgedachte und arrangierte Gitarre begleitet "Standin' with the King", das allerdings etwas abgehackt scheint. Der Refrain gleicht dies wieder aus, ist fast ein bisschen zu eingängig. Der letzte Song ist der einzige, der aus dem Rahmen fällt. Keyboard-lastig, schubiduh, die Drums klingen fast wie aus dem Computer (gab's das 1984 überhaupt schon?), Gitarre gibt's nur wenig - überflüssig ohne wehzutun. Über die Bonustracks habe ich gelesen, dass bei "Poker Face" die Gleichlaufstörungen des Masterbandes anfänglich mehr als deutlich zu hören sind, aber über die musikalische Qualität ist mir (noch) nichts bekannt. Auch nach sechzehn Jahren ist Billy Satellite eine Perle der Rockmusik, vom Stil her Southern Rock, aber an den
Mainstream orientiert. Und daraus ergibt sich das einzige Manko der Musik, dass sie nämlich zu wenig Kanten bietet.
Manches ist etwas zu minimalistisch, was nicht unbedingt gegen einen Erfolg sprechen muss (siehe Z Z Top). Dieses
Album zählt zu meinen Lieblingsscheiben und ich habe es sehr oft gehört.
Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 30.03.2001 |
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