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Bob Ketchum:New Tricks From An Old Dog! | ![]() |
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Witziger Titel, witziges Cover, witziger Typ. Der "Veteran" Bob Ketchum hat eine Sammlung "vergessener", "liegengebliebener" oder einfach zwischendurch mitgeschnittener Aufnahmen aus den Jahren 1983 bis 1999 zusammengestellt und über sein eigenes Label herausgebracht. Ergebniss: Der Sound der einzelnen Aufnahmen klingt nicht unbedingt einheitlich, man merkt das unterschiedliche Alter und auch die verschiedenen Bandbesetzungen. Die Songs: Das ist eindeutig der erfreuliche Teil. Ketchum ist ein Multiinstrumentalist, singt astrein zwischen glasklar und röhrend und kann an der Gitarre so manchen Gernegroß ziemlich erschrecken. Da sind ein ganzer Haufen nette Zaubereien versteckt. Hört mal das Endlossolo im zweiten Teil von You Can"t Take It With You. Puh, das rockt einen ansonsten netten, flotten Grooverocksong. Oder die Tricks in I Don"t Know. Ain"t No Love In The Darkness ist Reggae! ID, übernehmen Sie! Oder besser doch nicht. Es ist nämlich irgendwie mehr die Florida- als die Jamaika-Ausgabe. Und die heavy Gitarre mittendrin hat der heilige Bob M. sicher nicht genehmigt. Robert, könntest Du bitte dem Gary Moore eine Kopie Deines Valentine Blues zukommen lassen! Vielleicht stellt der dann seine peinlichen Bluesversuche ein und macht wieder Hardrock. Oder wird Bäcker. Das hier ist nämlich eine tolle Blues-Ballade. Tower, mit seinen Radioeinspielungen, der düsteren Härte, dem eindringlichen Gesang und dem ernsten Text ist beklemmend. Siebeneinhalb Minuten Zeit, um über Krieg und Frieden nachzudenken. Zu Best Dressed Girl In Memphis würde ich mir allerdings wirklich eine fettere Produktion wünschen. Die Nummer erinnert mich irgendwie an ZZ Top zu El Loco-Zeiten. Aehnlich wie das achtminütige Screw Yourself For Me. Ein Heavy Blues mit ganz abgefahrener Gitarre. Just Another Day In The Office spricht mich zwar musikalisch nicht so besonders an, inhaltlich ist es ein Manifest, das ich sofort unterschreibe. Wie ist denn so ein Büroalltag? Eben, zwischen langweilig, nervig, stressig und einfach nur übel. Bob drückt all das in diesem Instrumental aus. Ohne Worte sozusagen. Das AUH am Schluss könnte von mir sein. Nach einem besonders fiesen Tag im Büro... Wieder ein Stilwechsel bei Do You Know That We Still Love You. Ein Song der auch von einer 70er Stadionrockband sein könnte. Was weiß ich, REO oder JoJo Gunne beispielsweise. Cool. Dann gleich wieder Kehrtwendung. Funk, Slap-Bass, Sprechgesang, Maschinengroove und wieder heisse Gitarrenlicks. We Are All Part Of The Problem. Wie wahr.
Ich bin echt kein Funky-Man, aber das gefällt mir. Herrlich schräg. "New Tricks From An Old Dog!" ist ein schönes Teilchen Rock & Roll von einem Mann, der seit 30 Jahren im Business überlebt, seit 1973 sein eigenes Studio betreibt und nebenbei etliche coole Bands betreut. Checkt ihn mal aus! Der olle Köter kann nämlich was. Fred Schmidtlein (Impressum, Artikelliste), 21.05.2001 |
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