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| One Mile, Chequers 74/FDI Music/Soulfood, 2009 |
| Markus Strothmann |
Vocals |
| Michael Ponert |
Guitar |
| Nico Choczko |
Guitar |
| Tim Mischke |
Bass |
| Klaas Ukena |
Drums |
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Länge: 33 Min 39 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Save Me | 7. One Mile To The Moon |
| 2. This Ain't My City | 8. Hypnotic Magnetic |
| 3. You Gotta Go Again | 9. Don't Hold Back |
| 4. Circus | 10. Asphalt's Burning |
| 5. Speak By The Haze | 11. Trouble |
| 6. Easy | 12. Next Door |
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Krachen tut's schon.
Die fünf Jungs von BOOZED langen mit "One Mile" ordentlich hin. Runtergerotzt werden 12 primordiale Rock'n'Roll Songs mit einer gehörigen Portion Punk. Dafür benötigen BOOZED gerade mal gute 34 Minuten. Womit wir schon bei der größten Stärke des Albums angekommen wären: Es wirkt länger, als es wirklich ist. Der Technobabbler würde so eine Eigenschaft wohl als "temporal übergebaut" bezeichnen.
Das mag daran liegen, dass es die BOOZED-Meute tatsächlich fertig bringt, alle wesentlichen Bestandteile eines Songs, wie Strophe, Refrain und sogar Solo in knappen zwei bis vier Minuten zu stapeln. Respekt dafür! Mehr Zeit pro Song wäre auch gar nicht nötig gewesen, denn auch diese knapp bemessene Spanne reicht aus, damit der Hörer alles kapiert, was wichtig ist. Verdammt dicht komponiert, möchte man sagen.
Dabei machen BOOZED den Einstieg in "One Mile" nicht leicht. Der Opener ist nämlich einfach nur grottig. Save Me verleidet das Weiterhören. In dumpfer Proberaum-Romantik arrangiert, aktiviert der banale Schwachsinnsriff bereits nach fünf Sekunden (von 3:23 min) alle Fluchtreflexe und bettelt schließlich darum, aus der CD gekratzt zu werden.
Also einigen wir uns darauf, dass "One Mile" erst mit Song Nr. 2 namens This Ain't My City beginnt. Damit deuten BOOZED an, was sie wirklich draufhaben: Schnellen Punk'n'Roll mit eingängigen, intelligenten Gesangsmelodien, arrangiert mit der Zurückhaltung eines Dampfhammers. Die Soloarbeit ist zwar nicht weltbewegend, aber wirkungsvoll. Solche Stücke besitzen die Magie, biedere Seitenscheitel in bunte Irokesen-Locken zu verwandeln.
BOOZED halten das Tempo, und das ist gut so. Keine Ahnung, welches Zeug sie einklinken müssen, bevor sie eine Performance wie bei You Gotta Go Again abliefern. Wir wollen die Jungs wirklich zu nichts überreden, aber: "Nehmt bitte mehr davon!"
Circus fetzt in die gleiche Kerbe. Wenn auch nicht so ganz wild ausgefallen, steht die Melodie im Vordergrund. Aus solchem Holz sind und waren Hits geschnitzt. Als Special-Guest konnte die BOOZED-Bande bei diesem Song übrigens Nicke Andersson (er sang und tanzte bei THE HELLACOPTERS) gewinnen.
Diese Band wagt sich gar an Country-Rock lastige Töne heran: Easy bietet Unterhaltung der gehobenen Art. Es ist wahrlich eine lässige Nummer geworden, mit interessanten Gitarren und einer gefälligen Melodie. Insgesamt stellt dieser Song eine gelungene Abwechslung zum sonstigen BOOZED-Gebolze dar.
Erwähnt werden muss auch Asphalt's Burning. Würde man es nicht besser wissen, könnte man meinen, dieses Ding wäre mit Jagger/Richards signiert. Obendrein wäre es dann ein STONES-Song der besseren Machart. Das Boogie-Piano, die kantigen Riffs und die einfachen aber treffsicheren Soli verleiten den Hörer dazu, eine Fluppe anzuzünden, die Sonnenbrille zu zücken und auf Chica-Jagd zu gehen.
Verdammt cool endet die Scheibe mit Next Door. Die staubtrockene Killer-Slidegitarre groovt so überzeugend wie damals bei ROSE TATTOO. Ungestüm vorgetragen, konzentriert sich dieser Powerbolzen aufs Wesentliche: Spaß und Kraft. Vielleicht der beste Songs des Albums.
Hm, jetzt nach Vierfach-Repeat wird's klar: Next Door ist der beste Song des Albums und es wäre traumhaft, ihn einmal aus der lieblichen Kehle Angry Andersons vernehmen zu dürfen.
Insgesamt haben wir es also bei BOOZEDs "One Mile" mit einer durchaus kernigen Sache zu tun. Der Musikfan-Nachwuchs wird sie gerne hören, aber auch für jung gebliebene Altpunks ist das Album durchaus einen Lauscher wert - wenn sie denn nicht aus dogmatischen Gründen alles verwerfen, was nach 1980 komponiert wurde.
PS: Bringt es eigentlich weiter, sich darüber aufzuregen, dass fünf jungen Kerlen nichts anderes einfällt, als gnadenlos die Sounds aufzubrühen, mit denen bereits seit 1975 jedes schmuddlige Jugendheim zum beben gebracht wurde?
Vielleicht ja, vielleicht nein. Wie auch immer: Rock'n'Roll wird nicht sterben - offensichtlich!
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