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| My Resurrection, Frontiers Records, 2005 |
| Nikolo Kotzev |
Guitar, Percussions, Additional Keyboards, Piano (The Shadows) |
| Joe Lynn Turner, Goran Edman, Tony Harnell, Erik Martensson |
Vocals |
| Nelko Kolarov |
Hammond Organ, Piano, Keyboards |
| Wayne Banks |
Bass |
| Mattias Knutas |
Drums |
| Produziert von: Nikolo Kotzev |
Länge: 62 Min 32 Sek |
Medium: CD |
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| 1. My Resurrection | 7. More Than Money |
| 2. Bad Madman | 8. The Shadows |
| 3. Godforsaken | 9. Beggar's Lane |
| 4. Dreams | 10. Rage Of Angels |
| 5. Flyin' Blind | 11. Lost |
| 6. Another Day Gone | 12. Shades Of Grey |
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Fünftes Studioalbum von BRAZEN ABBOT und nichts hat sich geändert. Fast nichts jedenfalls. Nach wie vor herrlich altmodischer Hardrock im Stil von RAINBOW & Söhne. Es dürfte also wieder nicht für den Superhit reichen. Fertig.
Das ist natürlich Quatsch, denn einen Kreativling wie Nikolo Kotzev kann man nicht in 3 Zeilen abhandeln. Dass er einen Hang zu vorgestrigen Klängen hat, darf man ihm nicht zum Vorwurf machen und dass er vorbehaltlos in der Lage ist, jederzeit ganz hervorragende Songs zu schreiben, muss immer und immer wieder gewürdigt werden, denn ansonsten würde sich ein Musikerdasein weder finanziell noch respekttechnisch lohnen.
Diesmal hat er sich vier Sänger ins Studio geholt, die sich die Songs fast brüderlich aufteilen. Und er hat ein ganzes Orchester engagiert, das SOFIA STRING ORCHESTRA aus Sofia/Bulgarien nämlich. Die Verbindungen in die alte Heimat funktionieren augenscheinlich nach wie vor, nicht umsonst war ja auch das im November 2004 veröffentlichte Livealbum in Sofia aufgenommen worden. 31 Damen und Herren mit Bögen und Streichinstrumenten und - man muss es leider sagen - die sind viel zu wenig zu hören. Wer weiß, welche Wucht ein solches Streichorchester erzeugen kann, grade in Verbindung mit hartem Rock, wünscht sich mehr davon. Es muss nicht immer abgedrehtes Zeug a la APOCALYPTICA sein, normaler Hardrock von BRAZEN ABBOT plus die Geiger vom Balkan hätten ein gewaltiges Inferno anrichten können. Doch leider sind sie zwar fast durchgängig auf der Scheibe vertreten, aber an den wichtigen Stellen im Mix zu leise geraten. Eigentlich eine vergebene Chance. Möglicherweise hat sich Kotzev aus kommerziellen Gründen nicht getraut, mehr String-Power zu geben.
Bei den Sängern ist natürlich in erster Linie einmal mehr Joe Lynn Turner zu nennen. Der Titelsong My Resurrection und More Than Money sind überwältigende Rocker, zweitgenannter Song mit Anwartschaft auf einen meiner persönlichen All-Time-Top-20 Plätze. Rage Of Angels wäre mit seinem dramatischen Aufbau eine der Nummern für eine verschärftere Orchesterpräsenz gewesen. Turner fühlt sich mit Kotzev und seinen Kompositionen offenbar sehr wohl, immer wieder liefert er mit ihm astreine Arbeit ab.
Sänger #2, mit ebenfalls vier Einsätzen, ist, wie auf allen bisherigen Kotzev-Alben, Göran Edman, der mit dem Alter immer mehr Ausdruck und stimmlichen Charakter gewinnt - und, nebenbei bemerkt, bei BRAZEN ABBOT um Längen besser aufgehoben ist als früher bei Ingwer Malmsteen.
Offenbar hat Kotzev für jeden Song bereits in der Entstehungsphase den richtigen Sänger im Kopf, die Auswahl passt jeweils exakt und man freut sich bereits auf die angekündigte neue Rockoper, den Nachfolger von "Nostradamus" aus dem Jahr 2001. Schließlich ist Edman für die eher theatralischen Nummern zuständig.
Drei Mal darf Tony Harnell ran. Ginge seine Stammband so ab wie Godforsaken auf diesem Album, man müsste sich um TNT keine Sorgen machen. Rausschreien kann er die Dinger nämlich ganz vorzüglich.
Zu Erik Martensson und seinem Auftritt bei The Shadows kann Rocker wenig sagen, eine Ballade mit Schmalzfaktor und dem gleich geringen Erinnerungswert wie Martensson's eigentliche Band ECLIPSE.
Nikolo Kotzev selbst gibt wie gewohnt den Meistergitarristen, ohne jedoch mit solistischen Zwangshandlungen zu nerven. Der Mann ist in Sachen Geschmackssicherheit und Technik völlig outstanding und unangreifbar. Einzig bei der Produktion, gemeint sind natürlich die bulgarischen Geiger, hätte er sich vielleicht ein klein bisschen helfen lassen können. Warum nicht von seinem Keyboarder Nelko Kolarov, der seinerseits in Bulgarien seit vielen Jahren eine große Nummer ist und die Aufnahmen des Orchesters geleitet hat.
"My Resurrection" ist die wohl bisher beste BRAZEN ABBOT-Platte geworden. Zwei, drei Ausrutscher ins Banale (darunter Dreams mit Joe Lynn Turner) seien verziehen, der Rest ist beste Hardrock-Handwerkskunst.
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