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Buddy Miller

Midnight And Lonesome

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Midnight And Lonesome
Midnight And Lonesome, Hightone Records, 2002
Buddy MillerVocals, Guitar, Octave 12 String, Harmonica, Harmonium, Optigan
Lee Ann Womack, Emmylou Harris, Julie MillerVocals
Larry CampbellSteel Guitar, Fiddle
Al PerkinsSteel Guitar
Tammy RogersFiddle
Fats KaplanAccordion
Phil MadieraHammond B-3 Organ
Rick Plant, Byron HouseBass
Brady Blade, Bryan OwensDrums
Produziert von: Buddy Miller Länge: 45 Min 14 Sek Medium: CD
1. The Price Of Love 7. A Showman's Life
2. Wild Card 8. Little Bitty Kiss
3. I Can't Get Over You 9. Please Send Me Someone To Love
4. Midnight And Lonesome 10. Oh Fait Pitie D'Amour (Love Have Mercy On Me)
5. When It Comes To You 11. Quecreek
6. Water When The Well Is Dry

"Miller won best album at the recent Americana Awards for last year's duet with his wife, Julie Miller" (San Francisco Chronicle, October 6, 2002). Damit ist die Mehrzahl der HoR-Crew sehr einverstanden (den Rest interessiert er nicht), denn Buddy ist auch bei unseren härteren Köpfen beliebt.

Auf Buddys Nummer Vier sind zwei Songs, die mich nicht besonders ansprechen. Dazu gehören die Nummern 5 When It Comes To You und 9 Please Send Me Someone To Love. Bei der 5 ist es das minimalistische Keyboard, das mir doch auf den Geist geht, so wie auch die Hawai-mäßig klingende Steel Guitar. Gemein ist, dass eine richtig gute Lead sich immer wieder einmischt und mir sagt: "Aber Ich gefalle Dir". Wäre sie nicht da, dann käme über kurz oder lang die Skiptaste zum Einsatz. So sage ich mir "hör' auf die Lead, dann ist's schon ok!", und ich warte schon auf Water When The Well Is Dry, das danach kommt und sich zu meinem Lieblingssong dieser CD entwickeln wird. Was die Schnelleren angeht.
Mein Statement zur Nr. 9 fehlt noch: 1950 hatte Percy Mayfield (Hit the Road Jack) damit eine Nummer 1 in den R&B-Charts. Buddy haucht es Hollywoodschinken-mäßig, ein paar Schnalzer sind auch drin, der Jodler fehlt noch. Er macht das aber so perfekt, dass ich unwillkürlich schmunzle, obwohl ich den Song nicht mag.

Jesse Winchesters A Showman's Life wird die Stelle des Lieblings bei den Langsamen einnehmen. Dicht gefolgt von I Can't Get Over You und Quecreek. Buddy Miller reiht sich mit Showman unter all jene ein, die mit Jesse Winchester Songs beträchtlichen Erfolg gefeiert haben. (Jesses eigenes Werk mit 10 Alben ist auch nicht zu verachten und die ersten beiden von 1970/72 stehen auch in meinem Regal).
Die anderen 6 Songs sind schnell(er), zum Teil sehr Country, witzig und originell, wie es bei Buddy Miller so Usus ist. Die Gesangsstimmen sind ausgefeilt, einfallsreich, überraschend (hört Euch mal den Wechsel von erster und zweiter Stimme im Refrain bei Price of Love an, umwerfend), was an Instrumenten zu hören ist (siehe oben), ist schlichtweg perfekt, so wie auch die Produktion. Entstanden sind die Songs wie immer im Miller'schen Wohnzimmer, das inzwischen auch auf der Homepage zu sehen ist. Allerdings mit so viel Musikinstrumenten, dass von den Möbeln kaum mehr etwas zu erkennen ist. Sofern das Bild auch wirklich das Wohnzimmer und nicht nur ein Gag ist. :-)

Bei Price Of Love habe ich gemischte Gefühle. Das Original der EVERLY BROTHERS habe ich ja miterlebt und immer sehr gern gemocht. Da hat es ein Cover, egal von wem, doch ziemlich schwer. Klar, dass Buddys Version nicht schlecht ist und gäbe es ein gutes Gitarrensolo an Stelle der Tremolo-Schrubberei, würde vielleicht das Pendel in seine Richtung ausschlagen. So hingegen, konstatiere ich: Es ist in Ordnung, aber im Zweifelsfall lieber das Original.

Fazit: "Midnight And Lonesome" ist das erhofft gute bis sehr gute Album. Es als besser einzustufen als die anderen drei, wäre ungerecht, schlechter ist es aber auch nicht, wenn ich 5 und 9 wohlwollend betrachte. An die werde ich mich auch noch gewöhnen. Für die Buddy Miller Fans ist es keine Frage, dass es in die Sammlung gehört. Und diese werden es auch mit offenen Armen und Ohren aufnehmen. Für Neue wäre aber "Cruel Moon" eher mein Tip. Dass dann aus den Neuen wiederum Fans werden, die auch alle anderen haben wollen, das steht ausser Frage. Einmal Buddy Miller, immer Buddy Miller.

Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 12.10.2002

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