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Buju Banton

Friends For Life

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Friends For Life
Friends For Life, ANTI, 2003
Produziert von: Dalton Browne, Cleevie & Steelie, Sly Dunbar, Donovan Germain, Mark Myrie, S. Stewart, Steven Marsden, Jammy "Jam Two" James, Cool & Dre Länge: 77 Min 49 Sek Medium: CD
1. Paid Not Played11. Friend For Life
2. Tra-La-La12. Good Time
3. One To One13. Damn
4. Excerpt Of Speech M.M. Garvey14. La Da De Da
5. Up Yeah Might Race15. Feeling Groovy
6. All Will Be Fine16. Pensive Mood
7. Maybe We Are17. Spectacular
8. Mama Africa18. What Am I Gonna Do
9. Hooked On The Love19. Mr. Nine
10. Get It On

Über drei Jahre nach "Unchained Spirit" (1999) gibt es wieder ein neues Album von Buju Banton aka Mark Myrie. Gleich vorweg: "Friends For Life" ist nach dem gleichen Muster gestrickt, Buju bleibt seinem Stil von 1999 treu und "Friends For Life" bietet keine großen Überraschungen, weder musikalisch noch inhaltlich.
Trotzdem ist das neue Album natürlich für alle Buju Banton Fans ein Muss. Fette Dancehall-Tracks wechseln sich mit Roots- und Lovers Rock-Nummern ab. Und wo Leute wie Wayne Wonder, Beres Hammond, Sly Dunbar, Dean Fraser und Steelie und Cleevie ihre Finger im Spiel hatten, kann man sich auf eine gute Produktion verlassen.
Zu den bewährten Produzenten und Künstlern gesellen sich bewährte Riddims und ein starker Backgroundgesang und so ist "Friends For Life" auf alle Fälle hörenswert, mit 19 Tracks auf über 77 Min. vollgepackt, aber eben nicht spektakulär.

Buju singt und schreit sich wie gewohnt und im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib, denn auch wenn er keine eigentlich großartige Singstimme hat, spürt man doch in jedem Song die Intensität seiner Ausstrahlung.
Wie schon beim 99er Album geht Banton weg von den provozierenden Texten hin zur Rastafari Message von Gleichheit und Gerechtigkeit, dokumentiert durch den Original Mitschnitt einer Marcus Garvey Rede als Track 4 und dem anschließenden Up Yeah Mighty Race mit der Aufforderung "stand up defend your rights".
Wohl eines der wichtigsten Anliegen von Buju Banton, der in den Slums bei Kingston aufgewachsen ist und ein direkter Nachfahre der gegen die Briten rebellierenden Maroons ist.

Ansonsten vermittelt das Album überwiegend positive vibes von Liebe und Freundschaft und auch am Cover sieht man's: Buju freut sich seines Lebens.
Beinahe banal wirken da schon Titel wie Tra-La-La und La Da De Da, zweites ein absoluter Ohrwurm.
(Das meinst Du aber nicht wirklich ernsthaft, oder? Wie kann Tralala Ladadeda denn banal wirken? Die Redaktion ist ob solcher Sprachkunst begeistert!)

Ganz rootsig wird es im 2. Drittel des Albums. Während Maybe We Are nur nach Bob Marley oder Wailers klingt ist Mama Africa eine Coverversion von Meister Peter Tosh. Beim ersten Anhören dachte ich, dass Buju wirklich genau das Original nachspielt. Im Vergleich stelle ich allerdings fest, dass es zwar nah dran ist und auch das Tempo beibehalten wurde, aber nicht die instrumentale Dichte von Tosh's Version hat.
Bei Maybe We Are muss man auf jeden Fall noch die wunderschöne Trompete erwähnen mit der der Song unterlegt ist.

Und eine kleine musikalische Überraschung gibt es dann doch auch noch. Ja ja ich weiß, eingangs behaupte ich etwas anderes. Aber Feeling Groovy ist eine astreine Ska-Nummer und fällt damit schon ein wenig aus dem Rahmen. Ergibt zusammen mit Buju Banton's Stimme eine gute witzige Mischung.

Und zum Schluss sorgt eine bluesige Gitarre und Harp in Pensive Mood und der Soul in der Stimme von Nadine Sutherland bei What Am I Gonna Do für Abwechslung.
Schlussnummer ist Mr. Nine, wo Buju zu einem Gregory Isaaks Riddim noch einmal so richtig die Reibeisenstimme auspacken und gegen Gewalt wettern kann

Kleine Anmerkung am Rande:
In der amerikanischen Veröffentlichung ist an Stelle des zuckersüßen Lovers Rock Songs One To One eine Performance mit dem DJ Bounty Killer, Teaser, zu finden. Warum man den Song wohl für Europa ausgetauscht hat?

Heidi Bauer (ID), (Impressum, Artikelliste), 11.06.2003

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