HoR Logo kl CD-Review:

Catawompus

The Woodpile

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Catawompus > The Woodpile

The Woodpile
The Woodpile, Eigenvertrieb, 2003
Douglas P. Gery Guitars
verschiedene Besetzungen
Länge: 60 Min 16 Sek Medium: CD
1. Forget It All9. So Many Times
2. Hard10. Ain't Got The Blues
3. Heartland11. Carolina
4. Slam Bam12. Song Sung Yesterday
5. There Goes My Baby13. Black Hills
6. Ain't But Life Too Short For That14. Jacobi Road
7. Jeannie15. Nuthin' Fancy
8. Blush

Oh Mann, wie geil hat das alles angefangen, damals im Frühling 2001. Das brandneue Label Halycon knallte uns einen Brecher nach dem anderen um die Ohren. Die formidablen ALLIGATOR STEW, LIZARD, DOC HOLLIDAY und eben CATAWOMPUS. Perle reihte sich an Perle und wir alle dachten schon, dass Southern Rock the next big thing wäre.
Na ja, nach einem Jahr war der Traum durch und DOC HOLLIDAY und LIZARD suchten sich neue Labels. ALLIGATOR STEW überraschten vor etwa einem Jahr mit einem tollen Livealbum, man muss sehen, was die Zukunft für diese Band noch bringt und CATAWOMPUS schmissen ein lausiges Country-Album hinterher. Ohne Deal, ohne Herz und ohne jeglichen Groove, den das Debut kiloweise hatte. Schwamm drüber, dachten wir. Aber jetzt kommt Chef Douglas P. Gery mit einer Compilation aus den letzten 10 Jahren über den Teich (deren Besprechung ich exakt auf den Tag drei Jahre nach dem Erstling schreibe) und kündigt gleichzeitig eine komplett neue Studio-CD an.

Kommen wir zum Schwachpunkt dieser CD. 15 Songs aus verschiedenen Phasen, mit verschiedenen Besetzungen und wechselnden Sängern. Dadurch erscheint das ganze etwas zerrissen und uneinheitlich. Das ist aber wirklich der einzige Schwachpunkt an dieser Veröffentlichung!
CATAWOMPUS waren über das gesamte Jahrzehnt ihres Bestehens immer eine großartige Band mit feinen Musikern und vor allem mit grandiosen Songs, die in der Regel auf das Konto von Mastermind Douglas Gery gingen. Und deswegen ist "The Woodpile" ein MUSS für Southern Rocker!

Eine gute handvoll Songs sind natürlich von "... Well, It's About Time" her bekannt. Aber das macht nichts, denn all diese Nummern kann man nicht oft genug hören und sie gehören nunmal maßgebend in die History dieser Band. Aber der gesamte Rest hat es ebenfalls in sich. Sogar die beiden Stücke von "The Slam Bam Jam" kommen in diesem Kontext richtig toll rüber. Doug hat natürlich die beiden besten ausgesucht. Heartland und Slam Bam klingen hier phantastisch und Bands wie die KENTUCKY HEADHUNTERS müssten sich dafür nicht verstecken. Wäre nur die CD seinerzeit insgesamt so knackig ausgefallen. Der damalige Sänger Jason Whitmore ist natürlich ein typischer Country-Heuler. So hatte die Band keine Zukunft und das hat Doug offenbar schnell erkannt. Ähnlich verhält es sich wohl mit Scott Wood, der 2002 auf There Goes My Baby trillerte. Trotzdem eine klasse Nummer mit leckerer Slide.

Eine andere Richtung schlug Gery 2002 mit dem Sänger Johnny Deluscia ein. Hätten LYNYRD SKYNYRD auf "Vicious Cycle" nur annähernd diese Intensität erreicht und vor allem die Bläser so punktgenau eingesetzt, dann wäre mein Urteil über diese CD nicht so schlecht ausgefallen. Forget It All fetzt und Hard ist die Ballade, die Skynyrd nicht mehr hinkriegen. Klar, auf die Keyboard-Streicher hätte man verzichten können, aber es klingt meilenweit angenehmer als die Bombast-Produktionen von Mr. Rossington & Co. Vor allem, weil CATAWOMPUS dazwischen wirklich erfrischende Gitarren spielen und nicht nur Phrasen dreschen.

Sogar mit dem geläuterten (?) Poser Fred Coury von CINDERELLA haben die Jungs gearbeitet. Und das überhaupt nicht schlecht. Ain't Got The Blues schiebt gewaltig und Carolina schaffte es letztlich sogar auf "...Well, It's About Time". Zurecht, denn es rockt.
Bei Song Sung Yesterday (auf der deutschen "... Well, It's..."-Version als Bonustrack enthalten) spielt gar Tom Keifer, ebenfalls von CINDERELLA, die Slide Guitar und bekanntermaßen handelt es sich um eine Ode an Ronnie Van Zant.

Die drei letzten Songs stammen aus den Anfangsjahren und zeigen CATAWOMPUS als klassische Southern Band. Zweistimmige Gitarren, viel OUTLAWS-, SKYNYRD- und/oder Charlie Daniels-Attitüde und leider mit R.L. Johnson einen nicht besonders charakteristischen Sänger. Anyway, die Nummern brummen mächtig (nicht umsonst heißt Track 15 Nuthin' Fancy), auch wenn der Drum-Sound etwas zaghaft klingt. Klassischer Südstaaten-Rock, der immer und für ewig wichtig sein wird (mindestens für den Schreiber dieser Zeilen).

"The Woodpile" macht 1.) Sinn, 2.) Spaß und 3.) sollten wir Doug Gery schrecklich dankbar sein, dass er seine Archive durchgegangen ist. Es wäre zu schade gewesen, wenn dieses Zeug einfach so verschwunden wäre. Jetzt fehlt nur noch ein amtlicher Nachfolger zu "... Well, It's About Time".
Mr. Gery, wir zählen auf Sie!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.02.2004

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > CD-Reviews > Catawompus > The Woodpile

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum