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CD-Review:
Chigger RedThe Hard Road |
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Neulich, bei einer dieser grässlichen Grillpartys, mit Menschen mit denen ich so gut wie gar nichts gemein habe weil sie sich ausschließlich über Autos, Kinder und Fußball unterhalten können, fragt mich doch tatsächlich eine dieser Pappnasen, ob ich immer noch die gleiche Musik wie früher höre und grinst mich dabei irgendwie bemitleidend an. Nein, sag ich und überlege mir, ob ich ihm seine blöde Krawatte um den Hals wickeln soll (Typen mit Schlips am Samstagabend beim Grill'n'Bier!). Natürlich nicht, ich hab jetzt ganz viel neue Musik zuhause. Naja, meint er, die Zeit von AC/DC und Rainbow und so ist halt vorbei, war ja ganz witzig damals, aber heute... Ja, sag ich, und die Zeit von lustigen Tierchen auf bunten Krawatten ist auch vorbei und drücke auf die Ketchupflasche, etwas zu fest und schon hat er einen roten Fleck auf dem hellblauen Versicherungsvertreterhemd. Sorry my friend. Er wendet sich dann ab und beginnt ein Fachgespräch zum Thema Kindersitze für den neuen Audi A6 und ich summe Highway to hell vor mich hin während jemand die neue "Ballermann 17" in den Player legt und ein enthemmtes Muttertier die von ihrem Nachwuchs vollgeschissene Windel beschwingt herumreicht, damit auch ja jeder sieht, wie kernig der Kleine kacken kann. Stunden später - die Kinder pennen irgendwo in den Ecken, die Mütter sinnieren über Abführmittel, die stolzen Pappis sind stockbesoffen und sabbern sich ihre Bundfaltenhosen voll - hat einer die glorreiche Idee, mal wieder "was von früher" aufzulegen. Deep Purple oder Led Zeppelin oder Lady In Black. Weil aber richtige Rocker auch nach 12 Weißbier noch reaktionsschnell sind, leg ich kurzerhand die neue CHIGGER RED ein und schiebe den Lautstärkeregler nach oben. Und siehe da, nach 30 Sekunden wackeln diese wertvollen Mitglieder der Gesellschaft unkontrolliert mit den geröteten Köpfen. Hey geil, lallt einer, die neue Bon Scott (!!). Ein anderer tippt eher auf Ted Nuschelnd und mein Kumpel mit dem rötlichblauen Hemd packt die Luftgitarre aus und spielt mit seinen Fettfingern ein astreines Dazed And Confused-Solo. Mutti #6 plärrt "macht doch mal den Krach leiser" und ich schick sie in die Küche, Bier holen. Zeiten und Leute ändern sich und natürlich muss es heute nicht mehr ununterbrochen das alte Zeug aus den Siebzigern sein. Es gibt genügend Stoff, der genau so klingt und trotzdem neu ist. Okay, ganz so leicht kann man es sich nicht machen. Es hat natürlich eine Entwicklung stattgefunden und die ist wirklich positiv zu vermerken. Hatte das Debut noch die eine oder andere punkig angehauchte Motörhead-Affinität, ist diese einer gewissen Lässigkeit gewichen und so tönt heute eher ein gut abgehangenes Angus- oder Nugent-Riff daher. Unsere Lieblinge AMERICAN DOG fallen mir häufiger ein. Klar, auch die bedienen sich reichlich bei AC/DC und ROSE TATTOO. Aber gute Jungs singen nunmal den Blues und rocken das Haus und philosophieren über crazy bitches und Death By Alcohol. Stockkonservativ ist das alles. Aber mir sind konservative Cowboystiefel lieber als weiße Tennissocken. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 20.07.2003
Nachtrag vom 25.07.2003 Sehr geehrter Herr Schmidtlein, Ich bedauere diese Kritik, kann mich jedoch im Namen aller A6 Fahrer nicht zurückhalten. Herzliche Grüße |
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