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Chris Knight

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Chris Knight
Chris Knight, Decca-Nashville Records, 1998
Chris Knight Guitars, Vocals
Nashville Studio "Hired Guns" Alle anderen Instrumente
Produziert von: Frank Liddell & Greg Doman Länge: 48 Min 36 Sek Medium: CD
1. It Ain't Easy Being Me7. Run From Your Memory
2. Framed8. Love And A .45
3. Bring The Harvest Home9. Hammer Going Down
4. Something Changed10. The Band Is Playing Too Slow
5. House And 90 Acres11. The River's Own
6. Summer Of '7512. William

Der aus einem kleinen Kaff in Kentucky stammende Chris Knight, der beim Erscheinen dieses Debuts immer noch in einem "Trailer" wohnt und dort in aller Abgeschiedenheit seine Songs schreibt, ist sowas wie die Antithese des Nashville-Sounds. Obwohl diese Platte dort produziert wurde, hat sie so gar nichts gemein mit dem zuckersüssen Country-Gehabe. Man kann ihn fast als Erneuerer des Country-Rock bezeichnen, fest in der Tradition eines Steve Earle.

Er trägt hier Geschichten von Menschen vor, die man als Unterschicht (?) der Gesellschaft beschreiben könnte, von ihren Schwierigkeiten, das Leben zu meistern (House and 90 acres) oder irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt geraten (Framed). In Love and a .45 z.B. erzählt er durchaus spannend und witzig, wie Einsame auf beiden Seiten des Gesetzes zueinander finden, in diesem Fall heisst das: Polizist trifft Prostituierte. Dazu muss man wissen, dass Prostitution in den meisten amerikanischen Bundesstaaten verboten ist. Aber in nicht-englisch sprechenden Ländern werden die meisten diese intelligenten Texte wahrscheinlich nicht verstehen.

Also zur Musik: Die hat wie gesagt natürlich einen Country-Ursprung mit den entsprechenden Arrangements, aber Rock ist so perfekt damit vermischt, dass Knight schon als Hoffnungsträger gilt, da der Mainstream Country alle seine Wurzeln zu verloren zu haben scheint. Alt-Country oder Outlaw-Country ist wohl eine passende Bezeichnung. Saftige elektrische Gitarren mischen den Klang des öften auf, Hammer going down endet gar mit sowas ähnlichem wie einer Gitarrenorgie.
Chris Knight bedient kein einziges der Klischees, die man mit dieser Musikrichtung im allgemeinen assoziiert und das macht seine Musik so erfrischend. Seine Stimme ist aussergewöhnlich klar und hat die richtige Portion "Schmutz", die seine Songs brauchen, er bleibt immer glaubwürdig.

Wer also mal hören will, was man in Nashville machen könnte, wenn man die automatische Geldmaschine mal kurz abstellen würde sollte hier zuschlagen. Das gilt insbesondere für Fans von Steve Earle, Kris Kristofferson, Lucinda Williams und allen anderen hervorragenden Musikern, die sich in diesem Umfeld keinem Diktat beugen.

Die CD enthält als "Enhanced CD" auch Datenmaterial und ist in Deutschland recht teuer. Das wird wohl leider dazu beitragen, dass diese exzellente Produktion in der Flut von Platten untergeht... so mancher könnte es bereuen, diese Platte nie kennengelernt zu haben...

Manni Hüther, (Artikelliste), 20.10.2001

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