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Christian Collin

Molasses Disaster

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Molasses Disaster
Molasses Disaster, Eigenvertrieb, 2005
Christian Collin Vocals, Guitars
Michael Casey Harmonica
Michael Andersen Bass
Gerry Sasso Drums, Percussion
Donia Oxford Organ, Piano
Joel Barr Organ
Chris Burney Additional Percussion
Duffy King Background Vocals
Produziert von: Christian Collin Länge: 41 Min 15 Sek Medium: CD
1. Prelude7. Have You Seen My Baby
2. Close To You8. I'm Tore Down
3. It's Alright9. The River
4. Broken Hearted Woman10. Hoochie Coochie Man
5. Irresponsibility11. Molasses Disaster
6. Big-Legged Woman

Vorab: Christian Collin ist mit seiner Band MOLASSES ein hervorragender Wurf gelungen.
Drei Coversongs, wobei sich Christian Collins Version von I'm tore down zunächst in feinster Gesellschaft befindet. Wurde dieser durch Freddie King bekannte Song doch schon von Eric Clapton auf "From The Cradle", John Hammond Jr., Alexis Korner und aktuell von John Mayall auf seinem "70th Birthday Concert" gecovert. Das setzt Maßstäbe, Mr. Collin. Ohne Zweifel reiht sich Christan Collins Version von I'm tore down mühelos in den oben genannten Reigen ein.
Hoochie Coochie Man fällt da leider etwas ab. Guter Gesang, gute Harp, aber alles in allem eine nicht so mitreißende Interpretation dieses Klassikers. In keiner Weise einfach nur so runtergespielt, aber es existieren weit besser gecoverte Versionen auf dem Bluesmarkt.
Anerkennung wieder für den dritten Coversong, Big-legged woman, von Leon Russell geschrieben. Hier passt wieder alles, eine mitreißende Ausgabe dieses Songs, für die Christian Collin ein weiteres Lob einheimst. Übrigens der einzige Titel auf der CD bei dem Joel Barr die Tasten bedient.

Donia Oxford in seiner Band zu haben, darauf kann Collins stolz sein. Hat Oxford doch als Sessionmusikerin an der Orgel/am Piano schon einigen Alben ihren Stempel aufgedrückt. Z.B. auf Shemekia Copelands CD "Wicked". So auch hier. Je nach Stimmung der Songs wird Oxfords Orgel/Piano mal im Vordergrund, mal im Bandsound integriert.

Beschäftigen wir uns also mit den von Christian Collin geschriebenen Songs...
Fange ich mal mit dem Titelstück Molasses disaster an. Dieser Instrumentalsong brilliert durch tolle Rhythmuswechsel, feine Harpeinschübe von Michael Casey und natülich von Collins Gitarrensolo. Ein schönes Outro des Albums.
So gut das Ende der CD auch ist, den Opener Prelude kann man getrost vergessen. Diese instrumentalen 1:30 Minuten hätte man sich sparen können.
Christian Collin liefert im Übrigen ein wirklich starkes Songwriting ab. Kraftvoll, einschmeichelnd und abwechslungsreich. So findet man Gefallen an der Musik der aus Chicago stammenden Band. Die Bluesrock inspirierten It's alright und Broken hearted blues sind nur zwei Beispiele und sollten aus meiner Sicht Anspieltipps für diese CD sein. Bluesrock, aber nicht unbedingt der heftigen Art, ist das Motto. Kompakter Bandsound mit Gitarren- und Harp-Highlights. Feinster R&R auf Irresponsibility, honky Piano delivered by Oxford.
Einzig Have you seen my baby fällt aus dem Rahmen. Eher ein pop-rockiger Song, der mich nicht nur gesanglich an Garland Jeffreys erinnert. Die zuckersüßen Backing-Vocals stören da auch ein wenig.
Wiedergutmachung wird mit The river abgeliefert. Groovend bis dorthinaus, passende Breaks, wiedermal herrliche Harp. The river, ein weiterer starker Song.

Die tollen eigenen Songs, inklusive der beiden oben gelisteten Coversongs, lassen rundum Freude beim Hören dieser CD aufkommen. Bei der hohen Qualität dieses Albums lassen sich die wenigen Durchhänger ohne Probleme verkraften.
Dass die Band bereits mit Larry McCray, Lucky Peterson, Billy Branch und Bobby Dixon auf der Bühne gestanden hat, sei nur am Rande bemerkt.
Rundum eine überzeugende CD, die ich dem Leser zum Kauf empfehlen möchte.

Joachim P. Brookes, (Artikelliste), 13.11.2005

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