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| Full Metal Village - Eine Heimatfilm, von Sung-Hyung Cho, Flying Moon Productions, 2006 |
| Regie & Buch: Sung-Hyung Cho |
Länge: ca. 96 Min |
Medium: Film |
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| Filmstart: 19. April 2007 | |
| Max-Ophüls-Preis 2007 | Schleswig-Holstein Filmpreis 2006 |
| Hessischer Filmpreis 2006 | Prädikat "Besonders wertvoll" |
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"The clash of cultures, das war mein Thema", so die 1966 in Südkorea geborene Regisseurin Sung-Hyong Cho auf die Frage, was sie den bewogen habe, einen Film gerade über das schleswig-holsteinische Dörfchen Wacken zu drehen.
Im Anschluss an die Premiere am 24. Februar 2007 im Wiesbadener Kult-Kino "Caligari" stellt sich die zierliche, aber schlagfertige Frau bereitwillig den Fragen der Zuschauer und der geladenen Presse. Einen Heimatfilm habe sie drehen wollen, schließlich sei Wacken nicht nur Heimat für die dort Ansässigen, es sei zudem - wenn auch nur für wenige Tage des Jahres - Heimat für zehntausende, aus aller Welt angereiste Metalheads.
Ein Dorfportrait ist er geworden, der gut eineinhalb Stunden lange Streifen, fast schon ein Sittengemälde einer Gesellschaft, die sich im letzten Winkel der Republik mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Da klagt der Bauer, der vor dem Hintergrund der fallenden Milch- und Fleischpreise nach einem halben Jahrhundert Vollerwerbslandwirtschaft um seinen Hof bangen muss, da erfährt man, dass die ortsansässigen Seniorinnen ihre Kaffeekränzchen in der ersten Augusthälfte lieber ausfallen lassen, um aus Angst vor Satanisten und schwarzen Messen fluchtartig das Dorf zu verlassen. Die Jungen sind längst weg oder gerade auf dem Sprung.
Bleierne Schwere scheint über dem Dorf zu liegen, Tristesse und Stille.
Schnitt. Eine Karawane von Vierzigtonnern zwängt sich am Ortsschild vorbei und über die kleine Hauptstraße unseres Dörfchens im Landkreis Steinburg. Dazu kreischende Gitarren und atemberaubendes Doublebassdrumming. Breaking The Law.
Hektarweise wird Land urbar gemacht, um für drei Tage zehntausenden Headbangern ein Zuhause zu geben. Über 100 Tonnen Stahl wachsen in den Himmel. Die Verkäuferinnen des örtlichen Edeka-Marktes sprechen von der Ruhe vor dem Sturm, für das erste Augustwochenende wurde ein aberwitziger, geradezu absurd großer Biervorrat angelegt, der nahezu alle Lagerkapazitäten sprengt.
Und dann - wie jedes Jahr - kommen sie tatsächlich, diesmal 60.000. Das Ortsbild wird geprägt von der Farbe schwarz, von langen Haaren und Nietengürteln. Ausnahmezustand. Metallmusik. Alkohol.
Wer das Abenteuer Wacken nicht mindestens einmal durchlebt hat, der kann die Stimmung, die Atmosphäre, das Flair nicht nachvollziehen. Hier hilft der Film ein wenig. Da werden völlig normale Menschen zu Irren. Da hat das Ausflippen Methode, da wird selbst gemosht wenn die Wackener Feuerwehr am frühen Morgen ein Blasmusikkonzert gibt. Da rufen 50.000 ekstatische Fans "Kill, kill, kill", wenn Mille Petrozza von KREATOR bei Pleasure To Kill zum Tanze bittet.
Und dann ist der Film auch schon zu Ende. "Nun ja", antwortet die Regisseurin auf die Frage, warum der Musikanteil im Film und die Szenen vom Open-Air-Gelände nur einen relativ kleinen Teil einnehmen, "bei dem Open Air sieht man Menschen im Paradies, für einen Regisseur ein eher langweiliges, weil wenig konfliktträchtiges Bild." Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
"Full Metal Village", der Deutschland-Start ist am 19. April 2007, ist als erster Dokumentarfilm überhaupt mit dem renommierten Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet worden. Der großzügig geförderte Streifen (Hessische Filmförderung, Filmförderung des Hessischen Rundfunks, Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film, kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein, Gesellschaft für audiovisuelle Werke Schleswig-Holstein) hatte kurz zuvor das Prädikat "Besonders wertvoll" der Filmbewertungsstelle Wiesbaden erhalten.
Der Film ergänzt ganz hervorragend die bislang veröffentlichten, sehr musiklastigen Wackendokumentationen wie z.B. "Metalheads - Wacken Open Air" (1999), "Metal Warriors Wacken" (2001), "Wacken - Metal Overdrive" (2003) oder auch "Armageddon Over Wacken" (2003).
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