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Till Burgwächter

JGTHM - Juhr Gait To Hewi Mettäl

Heavy Metal: Bands, Fakten, Hintergründe - Eine ernsthafte Satire
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JGTHM - Juhr Gait To Hewi Mettäl
JGTHM - Juhr Gait To Hewi Mettäl, Uzzi Verlag, 2002
Umfang: 210 Seiten (Taschenbuch)
Preis: 14,80 EUR

Nach den Standard-Dokumentationen über das Phänomen Heavy Metal von Bettina Roccor ("Kunst, Kommerz, Ketzerei", Diss., 1998), Deena Weinstein ("Heavy Metal - A Music And It's Culture", 2000) und Reto Wehrli ("Verteufelter Heavy Metal", 2001) beginnt nun vorsichtig die satirische Annäherung an das Thema.

Der Musikjournalist und Metal-Liebhaber Till Burgwächter beleuchtet in seinem gerade erschienen, amüsant und kurzweilig geschriebenen Büchlein nicht nur die verschiedenen Stile der harten Rockmusik ("Slayer spielen Thrash Metal und Bon Jovi spielen scheiße, so einfach ist das"), er widmet sich auch den Definitionen und Grundbegriffen.
Nicht zuletzt werden die einschlägigen Vertreter der jeweiligen Zunft vorgestellt. Auf allein 90 Seiten werden die "wichtigen" und "die Bands, die nicht ganz so wichtig sind" präsentiert und nicht selten auch gehörig durch den Kakao gezogen. Als die besten Beispiele seien hier nur Slayer ("...zudem finden es die Bandmitglieder witzig, ihre eigenen Fans als Slaytanic Wehrmacht zu bezeichnen. Dass dieser Sauhaufen demnächst in Richtung Polen marschiert, erscheint aber eher unwahrscheinlich."), Biohazard und Europe genannt.

Deshalb nur so viel: Wer als True Metal Warrior die Kritik an seiner Band und seiner Musik allen Ernstes als Blasphemie empfindet und sich selbst nicht auch einmal auf die Schippe zu nehmen vermag, dem dürfte die hier besprochene Veröffentlichung die Zornesröte ins Gesicht treiben: Da wird ein Hinweis auf die Band Metallica zunächst bewusst vermieden ("unwürdige Lutscher"), da wird die komplette norwegische Black-Metal-Szene beschrieben als "angemalte Menschen, die vor brennenden Kirchen auf und ab hopsen und dazu lauthals Satan Satan brüllen". Ganze Zweige und Sparten des Heavy Metal müssen sich zum Teil derbe, aber doch immer lustige und nie ganz unberechtigte Kritik gefallen lassen.

Till Burgwächter outet sich dabei stets als exzellenter Kenner der Szene und für solche ist das Buch auch geschrieben. Über die vielen Andeutungen und kryptischen Nebensätze kann oft nur lachen, wer über ein fundiertes Hintergrundwissen verfügt und in der Szene schon recht lange verwurzelt ist.

Wer auf über 200 Seiten ununterbrochen witzig sein will, dem gelingt das natürlich nicht durchweg, dennoch stellt das Taschenbuch aus dem Uzzi-Verlag (sic!) einen schönen Kontrapunkt zu den eingangs genannten rein dokumentarischen Werken dar und ist als Weihnachtsgabe für Freunde und Kenner des Heavy Metal geradezu prädestiniert.

Einziger Wehrmutstropfen: Für ein gewöhnliches Taschenbuch im Kleinformat mit gut 200 Seiten Umfang und ohne jegliche Abbildungen ist ein Preis von 14,80 Euro absolut unzumutbar.

Tim C. Werner, (Artikelliste), 07.11.2002

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