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Cream

Royal Albert Hall

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Royal Albert Hall
Royal Albert Hall, Rhino Entertainment Company, 2006
Eric Clapton Vocals, Guitar
Jack Bruce Vocals, Bass, Harmonica
Ginger Baker Drums
Länge: ca. 125 Min Medium: DVD
DVD 1:
1. I'm So Glad8. Politician
2. Spoonful9. Sweet Wine
3. Outside Woman Blues10. Rollin' & Tumblin'
4. Pressed Rat & Warthog11. Stormy Monday
5. Sleepy Time Time12. Deserted Cities Of The Heart
6. N.S.U.13. Born Under A Bad Sign
7. Badge14. We're Going Wrong
DVD 2:
1. Crossroads4. Toad
2. Sitting On Top Of The World5. Sunshine Of Your Love
3. White Room

Ganz schön mutig, sich nach 37 (!) Jahren noch einmal zu vier Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall (und kurz darauf in New York) zusammen zu finden - genau dort, wo sich die Gruppe im November 1968 trennte. Also den Mythos aufs Spiel gesetzt, aber letztendlich überzeugt - alle Achtung.

Der DVD-Mitschnitt beginnt auf der ersten Scheibe eher ruhig, wie man auch dem Publikum - wohlwollend formuliert - disziplinierte Konzentration attestieren kann. Auffallend aber, wie "blind" sich die drei, nach nun doch etwas längerer Spielpause, verstehen. Badge wird, gerade richtig in Fahrt gekommen, leider etwas zu abrupt beendet. Alles in allem eine Spur zu ruhig - aber man mag ja auch das Alter (im Moment der Aufnahme 60, 62 und 66) bedenken.
Auf der zweiten Scheibe wird das Konzert deutlich rockiger. Die drei Senioren haben sich nun offensichtlich "warm" gespielt. Und dann stehen die echten, wenn man den Begriff benutzen darf, Superhits aus grauer, grauer Vorzeit auf dem Programm: Den Auftakt macht Crossroads, bald steigert sich alles in Richtung Höhepunkt White Room. Nach einem beeindruckenden Schlagzeugsolo von Ginger Baker in Toad, der mit einem kraftvollen Verwirrspiel aus Kreuz- und Gegenrhythmen gleichzeitig verwirrt und begeistert, findet das Konzert einen würdigen Abschluss mit der Zugabe Sunshine Of Your Love. Vor allem diese Schlusssequenz überzeugt. Sie dürfte für durchweg bleibende Erinnerung sorgen.

Spieltechnisch sind alle drei - obwohl Bruce und Baker sichtlich gealtert - über jeden Zweifel erhoben. Auch gesanglich gibt es beim besten Willen nichts zu mäkeln, wobei mir, ehrlich eingeräumt, Bruce nicht nur von der Stimme immer mehr lag als Clapton. Der lässt aber trotzdem viele Irrwege der letzten Jahrzehnte glatt vergessen. Immerhin hatte er nie bei HAWKWIND angeheuert - wie Bruce in seiner bunten Karriere. Filigrantechnik auch im siebenten Lebensjahrzehnt schliesslich an den Drums - Respekt vor Herrn Baker.
Subjektiver Wermutstropfen ist, dass I Feel Free und Strange Brew fehlen, wahrscheinlich wurden sie wegen der Minimal-Instrumentierung notgedrungen aussen vor gelassen. Objektiver Wermuthtropfen bleibt wohl in der Gesamtschau der teilweise sehr ruhige erste Teil.
Der Sound ist trotz der schmalen Instrumentierung ein Genuß, aber die Kameratechnik als perfekt zu bezeichnen, läge neben der Sache. Aber akzeptabel ist auch sie allemal. Unnötig lieblos geraten erscheint das kaum als solches zu bezeichnende Booklet, doch schlussendlich ist die eher hochpreisig angesiedelte Doppel-DVD ihr Geld wert. Bedauerlich, dass wohl keine Gelegenheit mehr bestehen wird, ein derart singuläres Trio wie CREAM live zu erleben.

Dr. Thomas Schimpff, (Artikelliste), 15.06.2006

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