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Monster Philosophy
Monster Philosophy, 3R Entertainment, 2008
Jesper Binzer Vocals & Guitar
Stig Pedersen Bass & Background Vocals
Jacob Binzer Guitars, Keyboards & Background Vocals
Laust Sonne Drums, Percussion & Background Vocals
Produziert von: Jon "Joshua" Schumann Länge: 54 Min 40 Sek Medium: CD
1. Revolution8. If You Had A Head
2. Nightmares In The Daytime9. I Am The River
3. Too Deep For Me10. Chainsaw
4. Beautiful Together11. Money Always Takes The Place Of Life
5. Monster Philosophy12. Nightstalker
6. Milk And Honey13. If I Succeed
7. You Won't Change14. House Of Fun (Bonus Track)

D-A-D sind erwachsen geworden, sie machen ihrem Namen alle Ehre. Die Musik kachelt und ist gut. Danke.
Wenn ich D-A-D wäre, und in etwa so schriebe wie sie heute komponieren (und nicht ein elender Zeilenschinder wäre, jaha), dann wäre die Review hiermit beendet, und jeder könnte sich seinen eigenen Reim darauf machen. Dir aber, oh einsamer HoR Leser, helfe ich mit dem Reim - they call me selfless (oder war das selfish?).

Also, der Reihe nach: 'D-A-D sind erwachsen geworden' soll heißen - die Band, die rotzfrech und unbekümmert als DISNEYLAND AFTER DARK startete, und AC/DC mäßig loslegte, dabei solche Riffrocker wie Sleeping My Day Away oder Rim Of Hell (was für ein Titel!), aber auch coole Blues-Schieber wie That Dusty 3rd World Road fabrizierten, die sind Geschichte. Welcome in the modern world - D-A-D machen jetzt Modern Hardrock. Dabei hat man den Eindruck, die Band erschafft ihre Songs eher am Reißbrett als per Ten-hour-jam.
Damit sind wir beim Kacheln - im Sinne von die Musik kachelt, aber auch im Sinne von Kacheln an der Wand - da passt nix zwischen die einzelnen Kacheln, alles genau geplant, präzise gespielt und auf den Punkt abgeliefert. Ökonomie ist angesagt, und mir kommt die Idee, wir hätten hier die moderne Version und die Erben von BAD COMPANY, die viele moderne Einflüsse verarbeitet und umgesetzt haben, aber auf klassischem Hardrock fußen.
Im Sinne des Modernen wird die gute alte Tradition des Riffs, das einen zum Mitsummen veranlasst (Whole-Lotta-Love-mäßig etwa) aufgegeben. Zwar wird nicht nur punkig dahergeschrubbt, Riffs sind schon erkennbar, aber eben eher kantig als barock. Sagen wir mal, das ist die elegant-französische Art des Punk, Le Púnk (Le Pönk...).
So kommen einem auch TESLA oder DIE TOTEN HOSEN als Vergleich in den Sinn. GREEN DAY standen wohl Pate bei Beautiful Together.

Und also: soll ich und, wenn ja warum, das dann hier goutieren, fragt der Leser. Die Antwort, mein lieber Leser, lautet 'Ja', weil der Sinn für Melodie im Refrain, für plötzliche, unerwartete kleine Wendungen, für scharfe Gitarrensoli und für gute Balladen à la Milk And Honey einfach da ist - selbst in einem erwachsenen Dad steckt noch das Kind! Weil hier nicht einfach kopiert wird, sondern erschaffen, weil der Sänger immer noch so Bon-Scott-mäßig schräg singt wie früher und den Songs zusätzliche Würze verschafft.
14 Songs aus einem Guss, mit Milk And Honey als meinem Favourite und würdigem 3rd World Road Follow-Up; mit Revolution, welches mit einem Irisch-traditionellen Melodiebogen startet, bevor das Riff klar macht wo der Hammer hängt, dann gefolgt von schön gemachten Breaks, bei denen die Eingangmelodie wieder aufgenommen wird, um dann wiederum auf das Riff zurück zu führen, und Bang - ist der Song vorbei; Sauerei, das.
Nightmares In The Daytime mit sich überschlagendem Gitarren/Drums Solo, während Too Deep For Me mit dem atmosphärischen Gitarrenspiel auf solidem Bassfundament in die Nähe von U2 rückt; und das Greenday-ische Beautiful Together ist eben das beste Beispiel für Le Púnk (für astreinen Punk ist das dann doch zu verspielt). Monster Philosophy ist fast schon BLACK SABBATH und damit das 'konventionellste' Stück der CD. Nightstalker verdient seinen Namen, schleicht sich auf einem unheimlichen Keyboardteppich heran und die twangy Guitar unterstützt die düstere, stimmungsvolle Atmosphäre.

Gut, das hier. Tippmäßig gut.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 29.12.2008

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