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| Live Your Dreams, Mascot Records, 2006 |
| Daize Shayne |
Lead & Backing Vocals, Guitars |
| Jimmy Paxson |
Drums |
| Ken Tamplin oder Ricky Z |
Guitars |
| Ed Roth |
Keyboards |
| Ken Tamplin oder Carlitos del Puerto |
Bass |
| Produziert von: Ken Tamplin |
Länge: 46 Min 30 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Why Can't You Understand Me | 7. Movin' On |
| 2. Naughty Girl | 8. More Than Kisses |
| 3. Can't Have Just A Little | 9. Believe |
| 4. So Addicting | 10. Live Your Dreams |
| 5. Reach | 11. All I Want To Do |
| 6. This Side Of Heaven | 12. Radar Love |
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Daize Shayne ist also zweifache Weltmeisterin im Longboard-Surfen. Wir lernen: Wo es ein Longboard gibt, gibt es vermutlich auch ein Shortboard, womöglich sogar ein Mediumboard. Im Musikbusiness gibt es Weltmeisterschaften im Dünnbrett-Boarden, aber das ist ein anderes Thema.
Außerdem hat Daize den ersten Platz bei den Longboard Nose Riding Championships 2003 belegt. Nasenreiten? Wenn das mal nicht diskriminierend ist - mir kommt's vor wie Zwergenweitwurf. Jedenfalls macht Fräulein Shayne auf dem Brettchen ein vorzügliches Figürchen (auf meine Nase würde ich sie jedoch keinesfalls lassen) und posiert im Booklet wahlweise mit Board, Gitarre, Minirock, Chopper oder Bikini - sapperlot, die kann aber viele Sachen, modeln und schauspielern tut sie nebenher auch noch. Aber kann sie auch singen? Oder nur wie die hawaiianische Ausgabe von Paris Hilton mit den langen Wimpern klimpern.
Ein solches Hübschi gerät oft in die Fänge dreiviertelkrimineller Zuhältertypen vom Kiez. Nicht so Daize, um die kümmert sich exklusiv ein echter Christenmensch, der berühmte Ken Tamplin nämlich, der in den Achtzigern bei JOSHUA mit Bibeln um sich warf, ach quatsch, das waren ja STRYPER. Jedenfalls ist Tamplin eine durchaus bekannte Nummer im prosperierenden Glaubenskriegermarkt der U.S.A. und herrscht nicht nur über Produktion, Songwriting, Instrumentierung (CD und Plattenfirmeninfo halten darüber unterschiedliche Auskünfte bereit) und Management der Süßen, vermutlich achtet er auch drauf, dass das Röcklein nicht zu hoch rutscht oder gar ein Brustwärzlein aus dem Bikini. Sex sells, aber bitteschön clean und MTV- und Predigerkanzel-kompatibel. Das ist verdammt schade, denn so entgeht uns möglicherweise richtig schön verruchter Rock & Roll-Spaß der derberen Sorte. Mit ein bisschen Sucharbeit entdeckt man im WWW Bilder der beiden auf der Bühne und es sieht schon recht kernig aus, wenn der langhaarige Tamplin und die kurzberockte Shayne wie richtige Hardrocker die Gitarren schwingen.
Aber was bleibt davon auf "Live Your Dreams" übrig? Wäre ich ein Hai der Sorte Groß & Weiß, der auf eine knackige Surferin wartet und sich mit ihrem Longboard hinterher das Gebiss reinigt, das Urteil wäre wohl: Nicht Fisch, nicht Fleisch, ja bin ich den Vegetarier oder ein böser Hai? Tamplin hat sämtliche womöglich vorhandenen Ecken und Kanten dermaßen abgeschliffen und mit Studiogimmicks zugekleistert, dass wirklich kaum ein Angriffs- und Haltepunkt übrigbleibt. Und das bei diesen Formen... betrüblich. Man kann nicht mal abschließend beurteilen, ob Daize Shayne singen kann, zu viele Spielzeuge haben ihre Stimme verfremdet.
Es sind einige wenige schier unerträgliche Seicht-Songs enthalten, ein paar im Ansatz cool rockende Nummern, ein Schwung hübsche Popperlchen und ein, ähm, gewöhnungsbedürftiges Cover von Radar Love. Es liegt nicht an Daize, die trällert meistens recht ansehnlich, ein paar Schieflagen nehmen wir als Reminiszenz ans alternative Spät-Grunge-Publikum hin (das sind diejenigen, die vor 15 Jahren Smells Like Teen Spirit geplärrt haben und heute Fit For Fun und GQ lesen), es liegt an der Produktion. Too much of everything. Man wünscht sich Daize stripped (aaaaargh), befreit von diesem albernen Erwachsenengedöns, nur mit 2 Gitarren und einer richtigen Rockband und einem Club voller sabbernder Rocker und eifersüchtiger Freundinnen. Vielleicht könnte ein Kiez-Cowboy helfen?
Einstweilen bleibt nur ein supersauberes All-American-Girl Produkt. Kein schlechtes, bewahre, aber auch keines für den finalen Höhepunkt. Wenn das Daizes gelebte Träume sind, sind sie keinesfalls von der feuchten Sorte. Komisch, bei einer Surferin auf dem Noseboard...
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