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| Deepest Purple - The Very Best Of Deep Purple (30th Anniversary Edition), EMI Music, 2010 (1980) |
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Länge: 79 Min 09 Sek (CD) & ca. 100 Min (DVD) |
Medium: CD & DVD |
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| CD: | |
| 1. Black Night (Single Version) | 9. Highway Star |
| 2. Speed King | 10. Space Truckin' |
| 3. Fireball | 11. Burn (Single Edit) |
| 4. Hush | 12. Stormbringer |
| 5. Strange Kind Of Woman | 13. Soldier Of Fortune |
| 6. Child In Time | 14. Demon's Eye |
| 7. When A Blind Man Cries (1997 Remix) | 15. You Keep On Moving (Single Edit) |
| 8. Woman From Tokyo | 16. Smoke On The Water |
| DVD: | |
| 1. Hush | 9. Never Before |
| 2. Speed King | 10. Smoke On The Water |
| 3. Child In Time | 11. Woman From Tokyo |
| 4. Black Night | 12. "Made In Japan" (Space Truckin') |
| 5. Fireball | 13. Burn |
| 6. Starnge Kind Of Woman | 14. You Keep On Moving |
| 7. Demon's Eye | 15. Stormbringer |
| 8. Highway Star | Track by Track Interviews with Jon Lord |
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Um es direkt klarzustellen: Wir würden im Home of Rock über die zigste Neuauflage der "Very Best Of"-Kompilation "Deepest Purple" normalerweise kein Sterbenswörtchen verlieren, denn ein anständiger Fan von DEEP PURPLE hat sich das Ding schon vor 30 Jahren nicht gekauft, also will er es auch heute nicht, auch wenn aus den ursprünglich 12 Songs (im damals aufgrund der langen Spielzeit für Vinyl-Verhältnisse schrecklich leisen Sound) inzwischen 16 Nummern für die CD-Ausgabe zum 30. Geburtstag wurden. Was hätten wir denn mit diesen versammelten Gassenhauern anfangen sollen, wir hatten und haben schließlich die Original-LPs, die CDs, die remasterten CDs und inzwischen die Jubiläums-CDs mit den jeweiligen Zugaben. "Deepest Purple", pah, dieses blöde Ding mit dem noch blöderen Cover.
Da aber nicht alle Menschen Hardcorefans von DEEP PURPLE sind, sondern nur die bekanntesten Nummern haben wollen (was sind das nur für Leute?), dürfte sich "Deepest Purple" über die Wühltische der Plattenläden und Elektronikmärkte zur wohl bestverkauftesten aller der unendlich vielen Greatest-Hits-Zusammenstellungen der seit 42 Jahren bestehenden Band entwickelt haben. Und ja, es waren auf "Deepest Purple" ausschließlich Songs für die Ewigkeit drauf. In der ursprünglichen Version waren die Jahre 1970 bis '74 abgedeckt, jetzt kommen noch die Jahre 1968 (Hush) und 1975 (You Keep On Moving) dazu. Aber kaufen muss man das trotzdem nicht. Warum auch.
Die DVD, die dieser leicht erweiterten Geschichtsstunde beiliegt, ist das Argument. 15 Videoclips, Konzertmitschnitte, Fernsehaufzeichnungen von Hush bis Stormbringer und alle kommentiert von Jon Lord. Manches kennt man aus den unablässigen Wiederholungen alter "Beat-Club"-, "Musikladen"-, "Disco"- oder "Top of the Pops"-Sendungen, vieles dürfte nur wenigen bekannt sein, interessant ist dieses historische Bildmaterial allemal, auch wenn man über manche Verkleidungen heute natürlich herzlich lachen kann und so manche Bildregie mehr als bizarr ist. Die Musik, natürlich durchwegs aus Hits bestehend, hat deutlich weniger Patina angesetzt als die Klamotten und Frisuren der damals noch jungen Superstars. So explodiert beispielsweise das von der sensationell schönen Uschi Nerke angekündigte Highway Star trotz einem stimmlich leicht angeschlagenen Ian Gillan live im Fernsehstudio wie vor tausenden enthusiastischen Fans. DEEP PURPLE war ein riesiges Kreativmonster mit perfekten Musikern, zu denen nach Gillans Abgang auch David Coverdale gehörte. Für den jungen Glenn Hughes war die Nachfolge von Roger Glover trotz seiner phantastischen Stimme schon rein mental nicht zu stemmen und Tommy Bolin war ein hoffnungsloser Junkie, der in der für die Ewigkeit geschriebenen Geschichte von DEEP PURPLE genau wie Hughes nur eine Fußnote geblieben ist.
Wirklich wertvoll macht diese Zusammenstellung bewegter Bilder Jon Lord. Der längst von der Purple-Hammond zurückgetretene Grande erzählt Geschichten und Anekdoten, erklärt manches, aber vor allem begeistert er mit seiner feinen Ironie. Es gibt kein einziges böses Wort gegen irgendjemanden, Lord lässt auch die dunklen Seiten der Band generös aus, aber mit seinen augenzwinkernden Histörchen erlaubt er schöne Einblicke in die Befindlichkeiten einer riesengroßen Rockband der Siebziger, die ihren eigenen Erfolg und den daraus entstandenen Druck kaum ertragen konnte. Es macht großen Spaß, diesem älteren Herrn bei seinen mit Bedacht gewählten Worten zu lauschen und direkt danach die passenden Bilder und Songs zu sehen und zu hören.
Wie gesagt, für "Deepest Purple" gab es noch nie viele Argumente, die DVD ist jetzt ein echter Grund zum Erwerb dieser Hitsammlung.
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