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| Live At Montreux 1996, Eagle Rock, 2006 |
| Ian Gillan |
Vocals |
| Roger Glover |
Bass |
| Ian Paice |
Drums |
| Steve Morse |
Guitar |
| Jon Lord |
Keyboards |
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Länge: 74 Min 22 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Fireball | 8. Hey Cisco |
| 2. Ted The Mechanic | 9. Speed King |
| 3. Pictures Of Home | 10. Smoke On The Water |
| 4. Black Night | Bonus Tracks: |
| 5. Woman From Tokyo | 11. Sometimes I Feel Like Screaming |
| 6. No One Came | 12. Fools |
| 7. When A Blind Man Cries | |
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Zu DEEP PURPLE pilgern viele Menschen seit Jahren und Jahrzehnten mit nur einer Motivation: Hinterher zu maulen, dass der Gitarrist keinesfalls so gut war wie weiland Blackmore, dass Gillan ja nun wirklich üüüberhaupt nicht mehr singen kann, dass die letzte Platte eine riesengroße Enttäuschung ist, dass die Setlist mal wieder so richtig unter aller Kanone war, dass das Konzert im Mai 1973 im Gemeindebau zu Pusemuckel an der Mosel sowieso das beste aller 127 besuchten Konzerte war UND dass die nächste Tour auf jeden Fall ohne ihn stattfinden wird, jetzt ist endgültig Schluss mit den alten Knackern. Yo, tschüss dann, wir sehen uns in 18 Monaten bei der nächsten Tour.
Warum nun die Bildungsbürger aus dem schönen Montreux am Genfersee anno 1996 zahlreichst zum Concerto von PURPLE angetreten waren? Wir wissen es nicht, vermutlich wollten sie doch noch einmal We Will Rock You vom Originalsänger hören... Ja, nein, Ihr lieben Schweizer, ich will Euch nicht der Dummheit bezichtigen. Nichts läge mir Emmentaler. Ich habe nur ein klitzekleines Problemchen mit dem renommierten Montreux Jazz Festival, das sich in seinen vielen Jahren irgendwie zum Mainstream-Ringelpietz mit Anfassen entwickelt hat. Jedenfalls für den Außenstehenden, der in regelmäßigen Abständen die Livemitschnitte in die Finger bekommt und sich wundert, warum ein Künstler auf blanken Hass stößt (Stevie Ray Vaughan) und der nächste mit einer aalglatten Biedermann-Bluessammlung von begeisterten Menschen schier erdrückt wird (Gary Moore). Aber egal, was Claude Nobs seit 1967 dort auf die Beine stellt, ist weltweit einmalig, für doofdreistes Publikum kann der Mann nichts.
1996, am 9. Juli, kamen also DEEP PURPLE nach Montreux und hatten ihre damals neue CD "Purpendicular" im Gepäck. Und den beinahe noch neuen Gitarristen Steve Morse. Zwei Totschlagargumente für die Traditionalisten. Aber dann wurden die von einer Dampfwalze namens DEEP PURPLE totgeschlagen, plattgewalzt und im See versenkt. Ganz ohne Rauch.
Der Overkill an Liveplatten dieser Band nimmt bekanntlich seit Jahren kein Ende mehr. Manche davon kann man gepflegt wegstecken, andere sind gut, einige so grandios wie es sich für PURPLE gehört. "Live At Montreux 1996" gehört zu den grandioseren. Erstens, weil die Band sich einen Feuchten um ein möglicherweise vor Erwartung platzendes Publikum schert und einfach drauflos rockt, und zweitens, weil sich diese Tour als Wiedergeburt einer fast schon tot geglaubten Legende erwies. Diese Zeit der reitenden Untoten dauert übrigens bis heute, da mag man sich bei "Rapture Of The Deep" noch so langweilen. Die letzten Zweifel gehen beim ungläubigen Heimhörer direkt zum Einstieg in einem üppigen Fireball über den Jordan.
Man darf anhand dieser CD konstatieren, dass Steve Morse ein unglaublicher Gitarrist ist, der den anderen Zupfgeigenhansel von Anfang an vergessen machte (bitte, wer ein solch abgefahrenes Intro zu S.O.T.W. hinkriegt, spielt definitiv in einer anderen Liga). Außerdem ist festzustellen, dass der spätere Verlust von Jon Lord ein wirklicher Verlust war, denn Lord konnte - entgegen anderen Behauptungen übrigens - nicht nur solierend brillieren, er konnte auch in einem relativ kurzen Set (die CD enthält das gesamte Konzert, außer Cascades, einem längeren Solo von Morse) mit kurzen aber genialen Hammond- und Pianoleckereien die Meute auf die Knie zwingen. In Woman From Tokyo lässt er mit die besten Dinger ever aus den schwarzweißen Tasten. Ian Gillan war großartig und über Glover und Paice braucht man sowieso keinen Ton verlieren.
Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass Hey Cisco an guten Abenden die Intensität von Alice Coopers School's Out erreicht? Oder dass No One Came ein gewaltiger Drücker ist? Falls nicht, testet diese CD und dreht den Regler ganz nach rechts. Das ist übrigens nötig, die Aufnahme ist vergleichsweise leise.
Mit einer gewaltigen Version von Speed King und dem obligatorischen Smoke On The Water, das natürlich an diesem Ort magisch kommt, war der Zauber auch schon vorbei. Im Anschluss durften noch ZZ TOP auf die Bühne - vielleicht bekommen wir auch diesen Auftritt irgendwann noch verabreicht.
Auf dieser CD gibt es als Bonus noch Sometimes I Feel Like Screaming und Fools vom Gig im Jahr 2000 an gleicher Stelle.
Um mit Gillan zu sprechen: Wonderful, magnificent, beautiful, fantastic, superb.
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