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| Phoenix Rising, earMUSIC, 2011 |
| David Coverdale |
Vocals |
| Tommy Bolin |
Guitar, Vocals |
| Glenn Hughes |
Bass, Vocals |
| Jon Lord |
Keyboards |
| Ian Paice |
Drums |
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Länge: 70 Min 09 Sek (CD) & ca. 142 Min (DVD) |
Medium: CD & DVD |
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| CD: | |
| 1. Burn | 5. Lazy |
| 2. Gettin' Tighter | 6. Homeward Strut |
| 3. Love Child | 7. You Keep On Moving |
| 4. Smoke On The Water/Georgia On My Mind | 8. Stormbringer |
| DVD: | |
| Deep Purple Rises Over Japan: | Gettin' Tighter: |
| 1. Burn | 80 Minute Music Documentary |
| 2. Love Child | Extras: |
| 3. Smoke On The Water | Jakarta, December 1975 - Interview with Jon Lord & Glenn Hughes |
| 4. You Keep On Moving | Come Taste The Band - Electronic Press Kit |
| 5. Highway Star | |
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Wenn aus einer Band auch noch der letzte verbliebene Archivschnipsel herausgepresst ist und der Fan alles, aber auch wirklich alles in seinen Schränken stehen hat, dann ist die Band in aller Regel tot. Nicht so bei DEEP PURPLE, die touren immer noch unverdrossen. Auf Konserve serviert man immer wieder altes Zeug neu, remastered, remixed, mit Boni angereichert und in diesem Fall als "sensationelle" Wiederentdeckung in Form einer DVD. Eigentlich will man den Kram nicht mehr hören respektive sehen, denn alles Wesentliche von DP hat man seit mehr als 30 Jahren in zigfacher Form gesammelt. Aber es gibt augenscheinlich immer noch einen Markt für historische Aufnahmen, und manchmal sogar einen echten Grund für eine Neuauflage. "Phoenix Rising" könnte so ein Grund sein, denn es handelt sich um die damals heftigst diskutierte und nur ein Jahr existierende Mk IV Besetzung mit den "Spaltern" Coverdale, Bolin und Hughes um die "Hinterbliebenen" Lord und Paice.
"Come Taste The Band" war und ist ein großartiges Album, aber die Live-Hinterlassenschaft der toxischsten aller Purple-Inkarnationen war bisher eher betrüblich. Und das bleibt sie auch nach "Phoenix Rising", aber ein bisschen besser erklärt.
Die gut 30 Minuten "Deep Purple Rises Over Japan", also die vermeintlich verschwundenen Aufnahmen, die aber jeder Altfan trotzdem schon lange kennt, sind erschütternd. Bolin halb lahm und peinlich tänzelnd seine Arbeitsunfähigkeit kaschierend, Hughes konsequent an Coverdale vorbeibrüllend aber großartig und wie (wie???) auf Speed Bass spielend, dahinter die schockierten Schwerarbeiter Lord und Paice, die dem Desaster wenigstens den Anschein von guter Rockmusik gaben. Nur die Japaner kriegten nichts mit und meinten die beste Band aller Zeiten zu sehen. Und irgendwann bekommen wir vielleicht auch die anderen 60 Minuten dieses in negativer Hinsicht denkwürdigen Konzerts als Supersensation verabreicht. Trotzdem, auch diesen drogenbedingten Abgesang muss man als lebenslanger Begleiter von Purple haben, zumal er in bestmöglicher Bild- und Tonqualität aufbereitet wurde.
Danach gibt es über eine Stunde mehr oder weniger Erhellendes von Jon Lord und Glenn Hughes über die Band und ihre Zustände in jener Zeit.
Lord, nomen est omen, benimmt sich als solcher und vermeidet böse Worte, sagt sie aber in perfekt höflicher Manier trotzdem. Die Interviews für diese "exklusive" Dokumentation stammen übrigens garantiert aus den Sessions, aus denen auch das Material für die DVD zur Neuauflage von "The Very Best Of Deep Purple" entstand. Vermutlich wird man "Jon Lord erklärt Deep Purple und die Welt" in den nächsten Jahren noch öfter auf diversen DVDs erleben, aber es ist okay, denn Lord lügt nicht. Er erzählt nur nicht alles - und zwinkert dazu freundlich mit dem erschlafften Auge. Glenn Hughes hingegen ist ein wahrer Treibauf vor der Kamera und plappert von den vielen Drogen damals in den Siebzigern, viel auch von seinem eigenen Kokainproblem, das er erst in den Neunzigern überwunden hat. Man mag bei so viel Energie kaum glauben, dass Hughes nun auch schon 60 ist - der wird doch wohl nicht zu viel Kaffee trinken? Beinahe möchte man anmerken, dass der persönlich sehr sympathische Mann lieber mehr Aufwand ins Songwriting seiner "Supergroup" BLACK COUNTRY COMMUNION hätte stecken sollen, als sich wortreich der verblassten Vergangenheit zu widmen.
Dennoch ist die insgesamt über zweistündige DVD interessant, ordentlich aufbereitet und letztlich ein Dokument, das man als lebenslanger Bewunderer der Band schon haben möchte. Auch wegen der lehrreichen Track-by-Track-Besprechung von "Come Taste The Band", vor allem aber wegen der erschütternden Erzählung einer Mordgeschichte in Indonesien und dem darauf folgenden "Last Concert in Japan".
Die beigefügte CD hat deutlich weniger dokumentarischen Wert, ist dafür aber die bisher vermutlich beste Live-Zusammenstellung dieser unglückseligen Bandkonstellation. Es sind Aufnahmen aus Long Beach, Kalifornien (das im Booklet konsequent Longbeach geschrieben wird) und eben aus Japan, die man allesamt lange besitzt. Sei es von "Last Concert In Japan", "On The Wings Of An Russian Foxbat" oder "Live At Long Beach", man kennt jeden Ton dieser CD, aber bis auf die völlig stupide Version von Smoke On The Water mitsamt der Brüllorgie Georgia On My Mind ist es eine tolle Mark IV-Kompilation, bei der man ansatzweise Bolins Begabung erkennen kann. Die arme Sau ist mit 25 verreckt und hat zusammen mit Glenn Hughes das Ende der großen Band DEEP PURPLE verursacht. Und genau das ist auf "Phoenix Rising" abgebildet.
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