HoR Logo kl DVD-Review:

Logo Dio

Holy Diver Live

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Dio > Holy Diver Live

Link Homepage:
Offizielle Ronnie James Dio Homepage
Link Fanpage:
Ronnie James Dio Fanpage
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Plattenfirma:
Eagle Rock Entertainment Limited
Link Promotioncompany:
Brooke-Lynn Promotion
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Holy Diver Live
Holy Diver Live, Eagle Vision, 2006
Ronnie James Dio Vocals
Doug Aldrich Guitars
Rudy Sarzo Bass
Simon Wright Drums
Scott Warren Keyboards
Länge: ca. 125 Min Medium: DVD
1. Tarot Woman11. Rainbow In The Dark
2. The Sign Of The Southern Cross12. Shame On The Night
3. One Night In The City13. Gates Of Babylon
4. Stand Up And Shout14. Heaven And Hell
5. Holy Diver15. Man On The Silver Mountain
6. Gypsy16. Long Live Rock And Roll
7. Caught In The Middle17. We Rock
8. Don't Talk To StrangersBonus Feature:
9. Straight Through The HeartInterviews
10. Invisible

Es gibt Musiker, deren jeweils neue Platte/DVD abgefeiert wird, komme was da wolle. Da mag der Protagonist mangels Resthirnzellen noch so debil und unlustig durchs Bild respektive Studio hüpfen oder gar mittels 250.000 Fastfood-Burger wie ein sechsfacher Klon seinerselbst erscheinen, Jugendheld bleibt Jugendheld und muss vergöttert werden. Dann gibt es die Musiker, die vor vielen Jahren ganz groß waren und dieses Niveau aus Kreativitätsgründen nie mehr erreichen konnten und trotzdem mit Respekt behandelt werden. Und es gibt die, die mit Genuss bei jeder neuen Veröffentlichung in der Luft zerrissen werden, ganz egal was sie gerade "verbrochen" haben.
Ronnie James Dio ist einer meiner Jugendhelden seit etwa 1976 und gehört seit 20 Jahren zur letzten Kategorie. Er ist nicht fett geworden (gewachsen auch nicht), nach wie vor vollkommen bei Sinnen, haut alle paar Jahre ein Album raus, manchmal sind die Songs besser, manchmal schwächer, mal hat er genehme Bandmitglieder, mal nicht, vielleicht hat er nie mehr die Glorie seiner Tage in den Siebzigern und Achtzigern erreicht, schöpferisch tätig ist er immer geblieben. Und diese Stimme: Sie ist bis ins Jahr 2006 göttlich und war es demzufolge auch 2005. Wer anderes behauptet, möge sich bitte vertschüssen und auf den nächsten emotionslosen Erguss seiner persönlichen Lieblinge warten. Oder den Konzertbericht aus Stuttgart lesen. So einfach ist das.

Vor ein paar Wochen kam bereits die CD zum denkwürdigen Ereignis daher, jetzt das gleiche auf DVD. "Holy Diver" von 1983 plus ein paar ausgewählte weitere Klassiker komplett auf die Bühne gebracht. Warum Dio das überhaupt gemacht hat, schildert er im Interview ausführlich. Auch, dass es eben nur diesen einen gefilmten Abend gab und demzufolge mit den enthaltenen kleinen Schwächen zu leben ist. Man kann ganz gut damit leben.
Grundsätzlich gilt: Die DVD ist der CD vorzuziehen. Erstens ist das Konzert in der richtigen Reihenfolge zu sehen und zweitens ist der Sound (speziell natürlich im 5.1 Surround-Modus) deutlich besser, klarer und druckvoller. Warum auch immer das so ist, liebenswerter macht sich die verantwortliche Plattenfirma dadurch nicht.
Das wichtigste Plus der DVD ist aber die visuelle Präsenz der Band. Ganz selten nur macht eine insgesamt recht unspektakuläre Performance auf Konserve so Spaß wie hier. Es werden keine Jungfrauen gesprengt und keine Drachen gefüttert, es stehen nur fünf gut abgehangene Musiker auf der Bühne und machen Musik. Das aber mit einer Hingabe, die ihresgleichen sucht. Allen voran natürlich der Meister selbst, der in Gestik und Ausstrahlung seit jeher kaum zu übertreffen ist. Verblüffend, wie er die Masse vor der Bühne in Sekundenschnelle einfängt und fasziniert - dem Zuschauer vor der Glotze geht's genauso. R.J.D. hat einfach im kleinen Finger mehr Charisma als andere sich auch nur vorstellen könnten. Es gibt nur noch wenige dieser großen Bühnendarsteller, Bruce Brookshire ist einer davon und Robbie Williams, der lustige kleine arrogante Drecksack, auch.
Aber auch die Band gibt alles und lässt nie den Eindruck purer Begleitmusikanten entstehen. Doug Aldrich zockt cool und konzentriert, zeigt den Grund seiner Reputation unaufdringlich aber nachhaltig, Rudy Sarzo, auch nicht mehr der allerjüngste, ist dynamischer als je zuvor und wirft Bass und Haare (es lässt sich auch via Standbild nicht feststellen, ob echt oder unecht, tendenziell aber eher echt) in echter Pete Way-Manier umher und Simon Wright wuchtet Tonnen Muskelkraft auf die Felle. Sogar sein Solo lädt nicht zur Pinkelpause ein. Eine große Show ohne große Showeffekte.

Über die Musik ist alles gesagt, geht also hin und akzeptiert dieses Werk wie es ist, oder schweigt für immer.
Man darf nicht vergessen, dass Ronnie James Dio älter als manche Eltern seiner Fans ist. Dafür bekommt er zwar noch keinen Altersbonus, aber in Verbindung mit seiner Leistung 100 von 100 mögliche Respektpunkte. Dieser Mann ist noch lange nicht reif für den Seniorenteller aus der Schonkostküche.
Long Live Rock And Roll!

. Format: DVD 9 Dual Layer; 16:9
. Sprachen: Englisch
. Sound: Dolby Surround 5.1, Dolby Digital Stereo, DTS Digital Surround Sound
. Extras: Interviews

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.07.2006

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > CD-Reviews > Dio > Holy Diver Live

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum