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Cross Your Fingers

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Cross Your Fingers
Cross Your Fingers, Eattitude Records, 2006
HendrikLead Vocals, Guitar
SimonGuitar, Vocals
PhilBass, Vocals
GereonDrums, Percussion, Vocals
Produziert von: Matthias Strass, Nico Loges & Eat The Gun Länge: 39 Min 17 Sek Medium: CD
1. I'm Broken7. Get Sleazy
2. Life's A Bitch8. Red-light Teaser
3. Livin' On Dope9. Only The Bad Survive
4. Glorious Time10. Big Shot
5. Me & Myself11. Slaves To Freedom
6. Black Hearted12. Sweet Lorraine

Süß, wenn junge Menschen von "Attitude" und "Kompromisslosigkeit" sprechen und ihre mühevoll aufgenommenen Songs der Öffentlichkeit beinahe eineinhalb Jahre vorenthalten, weil keine Plattenfirma einen vernünftigen Deal aus der Tasche zieht. Bevor das Zeug schimmelig wird, gründet man dann sein eigenes Label und macht die Arbeit eben selbst. Warum eigentlich nicht gleich? "Cross Your Fingers" hätte es verdient gehabt, zeitnah aufs Volk losgelassen zu werden. Weil warum?

Die Hallo-EP "Kingsize" war vor drei Jahren ein knalliges Statement einer frischen Band. Seitdem haben die vier Münsteraner fleißig die Clubs beackert und schnell und viel gelernt. Die bis Ende 2004 neu entstandenen Songs belegen das, aus den ungestümen Jungspunden ist in kurzer Zeit eine gestandene Hardrock-Band geworden. Sollte die Evolution seither ebenso schnell fortgeschritten sein, dokumentiert "Cross Your Fingers" im Sommer 2006 eine bereits versunkene Ära. Gitarrist Simon ist beispielsweise seit Ende 2005 nicht mehr in der Band, auf der CD natürlich noch Chefzupfer. Aber gut, es ist wie es ist, und man darf sich bei EAT THE GUN durchaus fragen, ob Musik generell so ein leicht zu erlernendes Handwerk ist, oder ob die Jungs tatsächlich außergewöhnlich begabt sind. Gehen wir mal von Talent aus...

Ein Waschlappen wie Jon Bongiovi könnte mit einer Midtempo-Nummer wie Livin' On Dope längst verlorenen Kredit bei Herr und Frau Rocker zurückgewinnen, ein Totalschaden wie Axl Rose könnte mit Me & Myself neue Millionen einfahren, bemitleidenswerte Sleaze-Kreaturen wie die L.A. GUNS könnten mit Only The Bad Survive nach Jahrzehnten endlich wieder einen vernünftigen Song für sich verbuchen. Pech für die Herrschaften, EAT THE GUN waren schneller.
Richtig lustig ist auch die Angebernummer Big Shot. Man greift direkt zur Klorolle, um sich das Höschen auszustopfen. Nur bei der Ballade Slaves To Freedom hat man ein leicht mulmiges Gefühl von erhobenem Zeigefinger. Wenn Bands wie BONFIRE zwischendurch mal wieder eine Botschaft verbreiten wollen klingt es ähnlich.

EAT THE GUN haben eine feine Platte gemacht. Ob angeschrägt, tiefergelegt, toupiert oder gutgelaunt flachsinnig, "Cross Your Fingers" hat einen sehr sehr guten Stand im Veröffentlichungsdschungel.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.08.2006

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