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And The Animals

Athens Traffic Live

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Athens Traffic Live
Athens Traffic Live, SPV, 2005
Eric Burdon Vocals
Martin Gerschwitz Keyboards, Violin
Dean Restum Guitar
Dave Meros Bass
Bernie Pershey Drums
Länge: 59 Min 46 Sek Medium: CD
1. Intro8. The Night
2. Boom Boom9. My Secret Life
3. When I Was Young10. Over The Border
4. Factory Girl11. Little Queenie
5. Once Upon A Time12. Tobacco Road
6. Devil's Slide13. Mercy's Hand (Studio Bonus Track)
7. Heaven

Erich, lieber Erich, was sagt man nun dazu? Vor gut einem Jahr hatte ich die Studioplatte "My Secret Life" gewürdigt, nur Tage später folgte der schlimme Auftritt bei Gottschalks ultrapeinlicher "50 Jahre Rock" Volksverdummung, und jetzt kommt eine Live-CD, aufgenommen im letzten Jahr in Athen.
Dreizehn Songs, davon sechs vom letzten Album, eine neue Studionummer und kein House..., was generell schon mal angenehm ist. Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage: Ist das denn wirklich nötig? Gibt es nicht schon ausreichend viele Liveplatten von Burdon und seinen x verschiedenen Band-Inkarnationen?

Nun ja, sei's drum, seit 2003 heißt die Band wieder ERIC BURDON & THE ANIMALS, das zwischenzeitliche "New" wurde gestrichen und "Athens Traffic Live" ist das erste offizielle Liveprodukt unter diesem neuen alten Namen.
Die Griechen waren offensichtlich begeistert vom Erscheinen des Meisters und Burdon selbst war wie gewöhnlich in guter Verfassung. Kaum stimmliche Verschleißerscheinungen, geschickte Ausweichmanöver an besonders prekären Stellen, diszipliniert-geschäftsmäßige Aufarbeitung lange bekannter Standards und die bekannten Huldigungen an Erics eigene Favoriten, von den BEATLES über James Brown bis zu Hendrix und allen anderen üblichen Verdächtigungen.
Man braucht von Burdon selbstverständlich heute keine musikalischen Überraschungen mehr erwarten - das Kapitel "Erprobung neuer Möglichkeiten" dürfte wohl mit dem Ende der Eric Burdon/Brian Auger Band 1994 erledigt gewesen sein. Entsprechend sattsam bekannt rollt auch der erste Teil der CD an einem vorbei. Boom Boom und When I Was Young als Reminiszenz an die lang zurückliegende Vergangenheit, Factory Girl, Once Upon A Time und Devil's Slide (seltsamerweise hier "Devil's" und nicht wie auf dem letztjährigen Album "Devil" geschrieben) als Würdigung der neueren Geschichte. Und genau dieses Devil's Slide funktioniert als Initialzündung des Albums. Es ist nämlich ein satt dahingerockter (Slide) Boogie (und im Gegensatz zum Hooker-Shuffle Boom Boom mit Einsatz und Herzblut gespielt) und diese Musik fegt nunmal die Menschheit aus den Stühlen. So funktioniert Rock & Roll seit Jahrzehnten und das wird auch so bleiben.
Der anschließende Piano-Schleicher Heaven beruhigt die Gemüter zwar wieder, strahlt aber eine wundervolle Intensität aus. Dass diese Nummer im Original von den TALKING HEADS stammt war mir bisher nicht bekannt, genau wie deren '79er Album "Fear Of Music". Großen Anteil am Gelingen dieses Songs hat der Keyboarder Martin Gerschwitz, der sich seit Jahren in der Band als wichtigster Faktor und quasi "Musikalischer Direktor" etabliert hat.

Warum ausgerechnet ein Rohrkrepierer vom reichlich lausigen ANIMALS Comeback-Album "Ark" von 1983 hier wieder in die Setlist aufgenommen werden musste... keine Ahnung. Little Queenie von Chuck Berry gehört in die gleiche Fragezeichenkategorie. Macht aber trotzdem immer wieder Gaudi.
Das Beste am Schluss und es ist einmal mehr eine alte Kamelle. Tobacco Road, wie üblich an die Fassung von WAR angelehnt, dampft 12 Minuten lang jeden Zweifler auf Zwergengröße ein. Es mag sein, dass Eric an diesem Flaggschiff schon mehr Spaß hatte, man merkt es ihm aber nicht an. Und die Band rockt, soult und funkt entfesselt, auch wenn natürlich die Authentizität von WAR nicht erreicht werden kann. Der nachfolgende Studio Bonus Track geht vollkommen verloren nach diesem Naturereignis.

Tja, und nun? Der alte Mann und seine Legende funktioniert immer noch, die CD muss man nicht haben, sollte man als Fan aber, und nach einer Stunde Nostalgie dieser, angenehmen, Art, darf man sich gerne eine Newcomerband auflegen. So wird man allen gerecht.

Die CD erscheint mit einer Bonus DVD.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 24.08.2005

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