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| Almost Unplugged - Live At Nalen, Stockholm, January 2008, Hellandback/Soulfood, 2008 |
| Joey Tempest |
Acoustic Guitar, Vocals |
| John Norum |
Acoustic & Electric Guitar |
| Mic Michaeli |
Keyboards, Vocals |
| John Leven |
Bass |
| Ian Haugland |
Drums, Vocals |
| Gast: |
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| Anna Landberg Dager |
Cello |
| Produziert von: Fredrik Martinsson |
Länge: 77 Min 42 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Got To Have Faith | 8. Yesterdays News |
| 2. Forever Travelling | 9. Since I've Been Lovin' You |
| 3. Devil Sings The Blues | 10. Hero |
| 4. Wish You Were Here | 11. Suicide |
| 5. Dreamer | 12. Memories |
| 6. Love To Love | 13. Superstitious |
| 7. The Final Countdown | 14. Rock The Night |
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Nachdem EUROPE sich als 80er Hair-Metal Band einmal in meine Gehörgänge gedrängt hatte mit … ja, genau - nicht sagen, sonst wird man den Song wieder tagelang nicht los! … war das Kapitel für mich erledigt. Das konnte, liebgewordenes Vorurteil, bis in alle Ewigkeit nix mehr werden. AllMusic denkt sogar, die Band hätte sich nach der dritten CD aufgelöst - ist da der Wunsch Vater des Gedanken?
Dann kam "Secret Society", und mit dieser CD vollzog die Band wohl den Wechsel zu erwachsener Rockmusik, hörte man. Auch gut, war trotzdem wenig interessant. Und dann kam da ein Sampler des Weges, mit Got To Have Faith drauf, und man konnte es kaum glauben, dass dieser stark funkige Titel unplugged von EUROPE sein sollte (zumal ich seit und inklusive TESLA nur eine akzeptable Unplugged Platte gehört habe, WISHBONE ASHs "Bare Bones").
Wie auch immer, nun also EUROPE, und das Ding ist wirklich eine sehr gute CD, und definitiv eine, die ich so von den Nordländern überhaupt nicht erwartet hätte. Zumal: sie covern vier Songs - und was für Kaliber: PINK FLOYDs Meisterwerk Wish You Were Here, UFOs Love To Love, LED ZEPs (!) Since I've Been Loving You und THIN LIZZYs (!!) Suicide. Ganz schön mutig, und sie machen das wirklich ganz gut. Wish… und … Loving You sind vielleicht etwas popig geraten, bei Love To Love fügen sie zum Ende hin eine kleine nette Rhythmusspielerei ein und Herr Norum spielt (wie auf der ganzen CD) eine ausgereift-nette Leadgitarre dazu.
Aber auch die Eigenkompositionen sind durchaus achtenswert. Forever Travelling hat eines dieser treibenden Riffs, die den Song anhörenswert machen, und die Verzierung durch das Cellospiel tut das ihre dazu. Devil Sings The Blues ist kein solcher sondern ein astreiner Popsong und zeigt Norum in Hochform. Der Final Countdown ist erstaunlicherweise ein Meltdown - man hat den Eindruck, die Band hat keine Lust auf den Song und spielt ihn halt so runter. Das Riff wird dabei vom Cello übernommen, es folgt noch ein Akustik-Solo, und wenn man ehrlich ist, ist das der schwächste Song auf dem Album!
Yesterdays News ist ein full flight Classic Blues Rock mit Wah-Wah und schönem E-Piano-Solo. Dann folgt ZEPs Brutalo-Blues etwas weichgespült - Since I've Been Loving You, und Norum wirft mit seiner Gitarre den Fehdehandschuh in den Ring, beweist sich als mehr als nur flitzefingeriger Gitarrero, Bass und Drums machen ihre Sache gut. Ok, Joey ist kein Bluessänger, aber auch kein Testo-tank Shouter, und somit geht diese Pop-Version durch.
Hero ist die ultimative Ballade auf dem Album, die durch ein sehr gutes Akustiksolo veredelt wird. Dann Suicide - jetzt zwei E-Gitarren eingestöpselt, und wieder überrascht Herr Norum mit einem sehr guten Wah-Wah Solo, das - abwechslungsreich wie es ist - die Erinnerung an LIZZY in Ehren hält. Beachtlich.
Memories bringt einige von Herrn Bach ausgeliehene und angepasste Gitarrenläufe, Superstitious ist Stadionrock, nett mit dem Cello verziert, und prompt wird ein Call & Answer mit der Audience zelebriert. Beim Rausschmeißer Rock The Night sind dann sowieso alle beseelt und EUROPE hat den Songs Contest mühelos gewonnen, denn alle singen mit.
Der Zuschauerlärm wurde dezent lästig auf der CD zwischen den Tracks belassen und man kann hören, dass zur Fanbase viele Mädchen zählen und die lautesten wohl hier eingeladen waren. Auch gut, warum auch nicht. Die Band ist schlicht und einfach gut und bringt gutes Material, man hat sich zu einer beachtenswerten Rockband entwickelt.
Man sollte sich die Chance geben und das wirklich anhören, denn Got To Have Faith (heißt ja man soll glauben) ist eh schon ziemlich göttlich und allein den Kauf wert.
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