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Bag Of Bones

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Bag Of Bones
Bag Of Bones, ear Music, 2012
Ian Haugland Drums
John Leven Bass
Mic Michaeli Keyboards
John Norum Guitars
Joey Tempest Vocals
Additional:
Joe Bonamassa Guitar on Not Supposed To Sing The Blues
Produziert von: Kevin Shirley Länge: 40 Min 32 Sek Medium: CD
1. Riches To Rags 7. Demon Head
2. Not Supposed To Sing The Blues8. Drink And A Smile
3. Firebox9. Doghouse
4. Bag Of Bones10. Mercy You Mercy Me
5. Requiem11. Bring It All Home
6. My Woman My Friend

Wer hätte gedacht, dass EUROPE genau diese Scheibe abliefern? Schon der Vorgänger "Last Look At Eden" ließ die Schweden das Terrain wieder einnehmen, was sie in den 80er-Jahren kurzfristig verlassen hatten. Dazu folgte eine überragende Tour im Vorprogramm zu GOTTHARD, …, nein, eigentlich ist es doch nicht so erstaunlich, was sie jetzt aus dem Knochensack schütteln. Nicht in alter Medizinmann-Manier, sondern mit feinstem Blues- und Hardrock fegen die fünf Europäer ihre manifestierte Vergangenheit endgültig vom Tisch.

In unseren feinen Räumen des Home Of Rock gehen die Meinungen über das letzte BLACK COUNTRY COMMUNION-Album etwas auseinander. Den alten Recken ist das zu glatt poliert, meiner einer kann vor Druck und Dampf kaum die Freudentränen zurückhalten. Genau so geht's mir mit dem neusten Schwedenhappen. Schon der Opener Riches To Rags hätte locker auf dem letzten BCC-Album stehen können, mit dem Unterschied, dass die Stimme von Joey Tempest noch nicht ganz so verbraucht klingt. John Norum haut ein Solo aus den Saiten, dass auch den letzter Zweifler überzeugen dürfte. Der Mann kann Gitarre spielen. PINK CREAM 69 stellten auf ihrem 91'er-Dreher "49°/8°" fest, dass White Man Do No Reggae, jetzt stellt Mr. Tempest es in Frage, ob er den Blues singen darf. Doch, das darf er, denn er kann es. Auch ohne, dass Herr Bonamassa seine Finger für das Solo zur Verfügung gestellt hätte. Aber das war vielleicht die Idee des Produzenten, immerhin hatte er auch für den bluesenden Flitzefinger die Hände an den Reglern. In Firebox werden neben den rockenden Tönen auch sitarklingende Substanzen verbaut, während Bag Of Bones mit seinen Slideguitareinschüben schon eher ZEPPELINsches Flair verströmt, nur um kurz darauf mit röhrenden Orgeln großes AOR-Kino aufzufahren, aber rockender als JOURNEY. Dann folgt ein kurzes Zwischenspiel, großes Keyboardorchester spannend gemacht, damit My Woman My Friend bedrohlich aus den Boxen knallen kann. Demon Head nimmt dann noch mehr Fahrt auf, die Orgel brät herrlich durch die Membran und "Last Look At Eden" lässt grüßen. Drink And A Smile ist fast schon folkig und das kürzeste Stück auf dem bisher durchgehend geilen Dreher. Doghouse fährt wieder hardrockende BCC-Saiten auf, bevor mit Mercy You Mercy Me der letzte Kopfnicker die Boxen verlässt. Was dann mit Bring It All Home folgt ist die eigentliche Überraschung, denn so richtig will das Schlussstück nicht zum Rest des Albums passen und tut es trotzdem. Das ist ganz, ganz großes JOURNEY-AOR-Kino, nur besser! Eine Melodie die berührt, packt und zum Träumen und Sliden einlädt. Wenn das mal nicht die finale Abschlusshymne eines jeden Konzertes wird …

"Bag Of Bones" kann man rockverliebten Fans ohne jeden Zweifel weiterempfehlen, alle diejenigen, die auf das nächste gute Album von Mr. Coverdale warten sollten hier zugreifen und die Schlange in die Grube packen und wer BCC und die anderen genannten Vergleichskandidaten mag, darf hier sein Geld sicher investiert wissen.

… und mir ist das Wunder gelungen, eine Review über EUROPE zu schreiben, ohne The Final Countdown zu erwähnen! Hip-hip-hurray!

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 2012


 
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