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| Last Look At Eden, earMUSIC, 2009 |
| Joey Tempest |
Vocals |
| John Norum |
Guitars |
| Mic Michaeli |
Keyboards |
| John Leven |
Bass |
| Ian Haugland |
Drums |
| Gäste: |
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| Titiyo, Kleerup & Andreas Carlsson |
Background Vocals |
| Magnus Sjölander |
Percussion |
| The Czech National Symphony Orchestra |
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| Produziert von: Tobias Lindell & Europe |
Länge: 58 Min 59 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Prelude | 8. No Stone Unturned |
| 2. Last Look At Eden | 9. Only Young Twice |
| 3. Gonna Get Ready | 10. U Devil U |
| 4. Catch That Plane | 11. Run With The Angels |
| 5. New Love In Town | 12. In My Time |
| 6. The Beast | 13. Yesteday's News (Bonus) |
| 7. Mojito Girl | 14. Wake Up Call (Bonus) |
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Über das alte Europa wird immer wieder gerne geschrieben und debattiert. Aber egal wie lange und wie viel man darüber debattiert, das alte Europa gibt's nicht mehr, die Zeiten haben sich geändert. Die Mauer ist weg, die Zeit des kalten Krieges ist vorbei und macht von daher James Bond so gut wie überflüssig. Die Länder gehen fast fliessend ineinander über, keine grimmigen Grenzbeamten mehr, die bei der Urlaubsreise skeptischen Blickes fragen, ob man etwas zum Verzollen hat - ein neues Zeitalter hat begonnen.
"The song The Final Countdown is now playing in your head!" So lautete der Text einer Mail, die mir letztens ein Spassvogel schickte… - und er hatte Recht: Das Lied lief danach tatsächlich in meinem Kopf. Ist aber nicht weiter schlimm, weil ich das Lied nach wie vor mag, man jede Ü30-Party damit locker aufgemischt bekommt und es nun mal die Hymne einer Generation zu der ich auch gehöre war und ist. Aber, das war einmal. Die alten EUROPE gibt es nicht mehr! Zumindest im Studio nicht mehr. Oder zumindest nicht mehr so, wie man sie meint zu kennen.
Nachdem sich die Herren um den Bandkopf Tempest 1991 mit ihrem letzten Album "Prisoners In Paradise" von der Bühne verabschiedeten, mag der Titel vielleicht sogar Programm gewesen sein. Vielleicht fühlten sie sich wirklich als Gefangene in ihrem Paradies. Wer mit einem Lied über Nacht zu weltweitem Ruhm gelangt, dabei das dazugehörige Album rund um den Globus in den obersten Chartregionen festnagelt, kann schnell im Paradies landen, aus dem er dann nicht mehr so richtig rauskommt. Tja, und wenn man dann eigentlich nur über ein Lied definiert wird, vielleicht noch über ein zweites oder drittes, hat man es mitunter schwer, seinem Paradies zu entfleuchen. Somit klangen die letzten Töne aus dem Paradies, die Musiker zerstreuten sich in alle möglichen und unbekannten Projekte und waren Geschichte.
In der Besetzung, in der sie 1986 ihr Überfliegeralbum aufgenommen hatten, starteten EUROPE aus der Dunkelheit wieder ans Tageslicht. "Start From The Dark" markierte einen Neuanfang und eine Neuausrichtung. Wer auf einen zweiten Countdown gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht, wer sich aber auf die duster rockenden Stücke einließ, wurde überrascht, wie gut die Schweden klangen. Das Sextett ging auf Tour und begeisterte die, die davon Notiz nahmen, drückte direkt das Livedokument in Form einer DVD nach und blieb so im Gespräch. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass "Start From The Dark" keine veritable Single abwarf, aber irgendwie lief der Nachfolger "Secret Society" 2006 völlig an uns vorbei.
Drei Jahre sind schnell ins Land gezogen und EUROPE sind immer noch da. Alter Schwede! Im letzten Jahr schob man das "Almost Unplugged"-Lebenszeichen in die Läden, was ein cooles und relaxtes, wenn auch nicht wirklich "unplugged"-Scheiblein geworden ist. Und nun steht "Last Look At Eden" in den Startlöchern.
Tja, was soll ich schreiben? Zumindest ist kein Final Countdown II darauf zu finden. Stattdessen jede Menge gut rockender Songs, die allesamt nicht schlecht sind, aber leider auch nicht den Weg in die Radiostationen finden werden. Sagen wir's mal so: Für eine Band wie EUROPE ein gutes, aber kein überragendes Album. Da waren "Out Of This World" oder "Prisoners In Paradies" von einem anderen kommerziellen Kaliber. Bitte nicht falsch verstehen: "Last Look At Eden" ist ein richtig gutes Stück Musik geworden, auf das die Schweden auch stolz und glücklich sein werden, aber es wird sie sicherlich nicht mehr an die Erfolgstaten vergangener Tage anknüpfen lassen. Da kann man zum Ende hin noch so schön bluesen oder zwischendurch immer wieder die Axt kreisen lassen (und das kann John Norum nach wie vor vorzüglich), mit dem Tschechischen Symphonieorchester um die Wette spielen, es wird leider, leider, leider keinen interessieren. Vielleicht ist das auch der Grund, warum man das Album gleich in drei unterschiedlichen Versionen auf den Markt bringt. Keine Ahnung.
Bleibt zu hoffen, dass sie auf der gemeinsamen Tour mit GOTTHARD zu punkten wissen und sich dort nicht in der Vergangenheit festbeißen. Passen tun die beiden Bands nämlich sehr gut zueinander, aber nur dann, wenn sie nicht zu sehr ins alte "Europa" schielen, sondern dem Neuen eine Chance vor dem Publikum geben. Verdient hätte es das neue Europa, denn die Jungs können nach wie vor rocken.
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