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| Last Train Home, Foghat Records/INgrooves, 2010 |
| Charlie Huhn |
Vocals, Rhythm & Lead Guitar |
| Bryan Bassett |
Lead & Slide Guitar |
| Roger Earl |
Drums |
| Gäste: |
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| Jeff Howell |
Bass |
| Eddie 'Bluesman' Kirkland |
Guitar & Harmonica (In My Dreams & Good Good Day) |
| Lefty "Sugar Lips" Lefkowitz |
Harmonica |
| Colin Earl |
Piano |
| Produziert von: Foghat |
Länge: 60 Min 16 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Born For The Road | 7. Feel So Bad |
| 2. Needle And Spoon | 8. Louisiana Blues |
| 3. So Many Roads, So Many Trains | 9. 495 Boogie |
| 4. Last Train Home | 10. Rollin' & Tumblin'/You Need Love |
| 5. Shake Your Money Maker | 11. In My Dreams |
| 6. It Hurts Me Too | 12. Good Good Day |
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Vielleicht ist irgendwann wirklich die Zeit gekommen. Die Zeit loszulassen. (M)Ein ganzes Leben war FOGHAT in den Top 5 der größten Bands aller Zeiten, jetzt scheint es langsam zu Ende zu gehen. "Last Train Home" ist eine Blues-CD geworden, keine FOGHAT-Platte.
Roger Earl, der unverwüstliche Schlagzeuger, sagt zwar, dass "Last Train Home" schon vor Urzeiten geplant war, noch mit dem unbeschreiblichen, vor 10 Jahren gestorbenen 'Lonesome' Dave Peverett hätte verwirklicht werden sollen, aber das hätte dann noch im alten Jahrtausend stattfinden müssen, nicht 2010 und nicht kurz vor dem absehbaren Ende einer so langen Karriere. Vielleicht ist der letzte Zug nach Irgendwo schon längst abgefahren.
Die Fakten zu "Last Train Home": Huhn, Bassett und Earl sind technisch wie immer over the top. Bassist Craig MacGregor war bei den Aufnahmen aus terminlichen Gründen nicht dabei (er musste mit der Band seines Sohnes, COMIC BOOK HEROES, spielen) und wird von einem gewissen Jeff Howell ersetzt, der Anfang der Neunziger beim hochklassigen Comeback der OUTLAWS auf "Hittin' The Road - Live" und "Diablo Canyon" dabei war. Am Piano sitzt ein Herr namens Colin Earl, den man vielleicht von MUNGO JERRY und eher nicht von THE BARRELHOUSE BROTHERS kennt. Colin ist natürlich Rogers Bruder und klopfte schon 1972 bei Maybelline vom ersten Album das Piano wie heute. Es gibt drei neue Eigenkompositionen und neun Coversongs, zwei davon vom 82-jährigen Bluesman Eddie Kirkland, der dabei auch selbst singt und Gitarre und Harmonika spielt. Die restlichen sieben kennt man von FOGHAT hinlänglich (und leider in saftigeren Versionen). Außer Needle And Spoon, das auf der LP "Raw Sienna" von SAVOY BROWN war, bei der 1970 mit Peverett, Tony Stevens und Earl drei künftige Nebelhüte mitwirkten. Ach ja, den sehr slowen Blues So Many Roads, So Many Trains von Otis Rush hat man von FOGHAT auch noch nicht gehört. Aber muss man das unbedingt jetzt tun?
Das eigentlich Tragische an "Last Train Home" ist nicht die Musik, die wäre für jede 08/15-Kapelle geradezu sensationell, nein, es ist die Tatsache, dass sich das Foghat-Gen gegen diese seltsame Entschleunigung verzweifelt wehrt, aber immer wieder unterliegt. Dieses Gen haben Bassett und Huhn ganz genau wie die Urgesteine Earl und MacGregor (auch wenn der diesmal nicht dabei war und "erst" 1975 zur Band stieß), und es besagt, dass FOGHAT rocken muss, nicht wie Opa Kirkland bluesen. Nichts gegen den jamaikanischen Detroit-Blueser aus Georgia, aber es passt einfach nicht, wenn die Rock'n'Roll-Maschine FOGHAT die Backing-Band gibt (obwohl das schon 1977 für Kirkland, Muddy Waters, John Lee Hooker, Johnny Winter und etliche andere bei einem Blues-Festival in New York der einmalige Fall war). Jedenfalls passt es nicht für den lebenslangen Fool for the City.
Born For The Road, der Einstieg in "Last Train Home", hat noch seinen Reiz, auch wenn man sich ob der gedrosselten Geschwindigkeit Gedanken macht. Aber es schiebt und drückt und das Solo ist grandios. Doch schon bei Needle And Spoon hakt es. Charlie Huhn ist kein Sänger der "British Blues Explosion", kann auch keineswegs wie damals Chris Youlden diese leicht vernuschelte Wärme erzeugen, und das vor 40 Jahren explosive Zusammenspiel von wilder Solo- und begleitender Akustikgitarre (von Peverett!) gibt es bei der Neuauflage auch nicht. Warum? Ganz einfach: Es sind 40 Jahre vergangen. Kein Mensch spielt mehr so wie damals und es kann auch nicht mehr so (archaisch) aufgenommen werden. Das ist sicher gut so, aber man könnte dann auch diese Liedersaurier einfach in Ruhe lassen und sich etwas Neues ausdenken. Eine jede Neuauflage eines so alten 8-Spur-Meisterwerks klingt zwangsläufig klinisch und unauthentisch. Auch wenn eine Band wie FOGHAT sich selbst covert.
Das gilt ebenso für Feel So Bad vom 73er "Rock'n'Roll" Album (das Cover mit Stein und Semmel/Brötchen) und eigentlich alle Songs des Albums, obwohl Huhn großartig singt und Bassett rockt. Immer wieder fragt man sich, warum es sein muss. Die 1994 auf "The Return Of The Boogie Men" wieder gefundene Boogie-Power oder das erfrischende Rock-Feeling von "Family Joules" ist weg, und die zigste Version vom Louisiana Blues langweilt nur noch. Vor allem wenn der Dampf des Originals fehlt.
Was man auf den letzten Live-CDs zwecks Power noch tolerieren konnte, nämlich das Fehlen neuer Ideen, funktioniert auf "Last Train Home" nicht mehr. Live mag der Jam Rollin' & Tumbin'/You Need Love zünden, aber auf CD klingt es einfach nur überkommen, und über einen 495 Boogie hätte man sich vielleicht auf "Zig-Zag Walk" gefreut, aber da gab es schon den selben Rockabilly-Quatsch mit Seven Day Weekend, bei dem Paul Butterfield in die Harp blies, diesmal ist es eben Lefty Lefkowitz, der seit ein paar Jahren immer mal wieder bei FOGHAT auftaucht.
Man kann es drehen und wenden wie man will, "Last Train Home" ist für einen FOGHAT-Fan eine Enttäuschung. Dass die einstigen Superstars längst kleinere Brötchen backen hat man zwangsläufig hinnehmen müssen, dass sie im Oldie-Zirkus mitspielen auch, aber eine lauwarme Blues-CD mit viel zu wenigen für FOGHAT typischen Ausbrüchen, nein danke.
Eine schlimme Nachricht gibt es noch von Bryan Bassett. Die 17jährige Tochter des sympathischen Gitarristen leidet an der gemeinen Krankheit Mukoviszidose. Wie so oft in den U.S.A. zahlt die Krankenversicherung die Behandlung nicht, sodass Bryan nun auf Spenden angewiesen ist, obwohl er im Gegensatz zu vielen anderen Musikern eigentlich versichert ist. Eine Hilfsmaßnahme ist sicher auch, sich die CDs der Band zu kaufen, sogar "Last Train Home", damit Bryans Tochter eine Chance hat. Obama hat in diesem Land noch eine Menge zu tun.
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