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Close As You Get

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Close As You Get
Close As You Get, Eagle Records, 2007
Gary Moore Vocals, Guitar
Brian Downey Drums
Vic Martin Keyboards
Pete Rees Bass
Mark Feltham Harmonica (Hard Times & Checkin' Up On My Baby)
Produziert von: Gary moore & Ian Taylor Länge: 51 Min 46 Sek Medium: CD
1. If The Devil Made Whiskey7. Evenin'
2. Trouble At Home8. Nowhere Fast
3. Thirty Days9. Checkin' Up On My Baby
4. Hard Times10. I Had A Dream
5. Have You Heard11. Sundown
6. Eyesight To The Blind

Mönchengladbach gegen FC Bayern: ein schwaches 1:1. Ursula von der Leyen hat 7 Kinder und immer noch keinen Verstand. Nokia-Siemens entlässt 3.000 Mitarbeiter. In Amerika gibt es mehr künstlich angepflanzte Rasenfläche als Baumwollfelder. Weniger Kohlendioxid, oder die Gletscher sind endgültig weg. Holland dann auch. Zig Tote bei Selbstmordanschlag im Irak. Gary Moore veröffentlicht neues Blues-Album. Das waren die Nachrichten, nun zum Wetter.

Tag für Tag hören wir diesen Mist, keinen interessiert es noch. Und mich jetzt auch nicht mehr. Schuld daran ist Gary Moore und seine neue CD "Close As You Get". Schluss jetzt, nie mehr wird aus meinen Fingern eine Besprechung einer Moore-CD kommen. Kein Bock mehr, basta.
Joachim Domrath schrieb neulich im Forum "Ich dachte, schlimmer geht's nimmer. Doch Gary Moores neues Album ist an Einfallslosigkeit und Drögheit nicht mehr zu unterbieten. Da waren ja Roy Blacks Elvis Nummern noch besser." Tja, Herr Domrath, so ganz richtig ist das nicht, denn Herr Höllerich hat seinen Elvis geliebt. Wenn dieses Bluessurrogatextrakt Liebe zum Blues darstellen soll.
"I had a dream, that you where my queen", singt Moore im unendlich langweiligen Siebenminüter I Had A Dream. Man kann Frauen auf unterschiedliche Art und Weise vertreiben, diese hier ist zweifellos die wirksamste. Wenn Nett der Bruder von Öde ist, ist "Close As You Get" der eineiige Zwilling von Helmut Kohl. DAS, lieber Joachim, ist dann wirklich ein Super-GAU.

Was soll man über ein solches Album sagen? Saft- und kraftlos, eiseskalt, seelenlos wie eine kaputte Glühbirne? Schlimmer als das ist allerdings der Menschenraub, den Moore verbrochen hat, denn anders als mit nackter Gewalt ist nicht zu begründen, dass ausgerechnet Brian Downey (ja genau, der Brian Downey von THIN LIZZY) hier Schlagzeug spielt. Spielt? Klöppelt. Vic Martin am Keyboard hat auch schon für Boy George gespielt, für den ist also Moore so was wie ein Aufstieg, aber Marc Feltham (Gallagher, NINE BELOW ZERO) scheint größere finanzielle Probleme zu haben, sonst hätte er seine spitzen Lippen nicht für "Close As You Get" hergegeben. Bezeichnend, dass einer der beiden von ihm begleiteten Songs Hard Times heißt.
Nach Ideen darf man nicht fragen. Fehlanzeige. Immerhin schiebt der Opener If The Devil Made Whiskey trotz seinem Kühlhaussound noch halbwegs bemüht daher, aber danach folgt ein einziges Desaster. Mit am schlimmsten ist dabei Chucks Thirty Days. Das ist Rock & Roll mit Sendung-mit-der-Maus-Charakter. Klingt komisch, ist aber so. Außerdem werden bemüht: Sonny Boy Williamson (2x), John Mayall (Have You Heard; über 40 Jahre alt) und Evenin', das Jimmy Witherspoon irgendwann vor 45 Jahren schon aufgenommen hat. Allerdings mit Soul, Jazz und T-Bone Walker an der Gitarre. Ein Sakrileg, genau wie die Eyesight To The Blind-Vergewaltigung. Sonny Boy Williamson dürfte eine Klage aus dem Jenseits erwägen. Oder wird sich Son House rächen und Moore für Sundown eines Nachts die Steel Guitar überbraten?

Mit "Close As You Get" hat sich Gary Moore endgültig ins Nirwana geschossen. Wo man seinen früheren Fehltritten noch die Hoffnung auf Besserung hinterherschicken konnte, bleibt nun nur noch der Abschied. Er war mal ein guter Musiker mit einem durchaus eigenen Kopf.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 06.05.2007

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