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George Thorogood & The Destroyers

Ride 'Til I Die

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Ride 'Til I Die
Ride 'Til I Die, Eagle Records, 2003
George Thorogood Slide Guitar, Vocals
Jeff Simon Percussion, Vocals
Bill Blough Bass
Hank Carter Saxophone, Vocals
Jim Suhler Rhythm & Lead Guitar
Produziert von: Jim Gaines & The Delaware Destroyers Länge: 47 Min 03 Sek Medium: CD
1. Greedy Man8. You Don't Love Me, You Don't Care
2. American Made9. My Way
3. Sweet Little Lady10. That's It, I Quit
4. Don't Let The Bossman Get You Down11. I Washed My Hands In Muddy Water
5. Devil In Disguise12. Move It
6. She's Gone13. Ride 'Til I Die
7. The Fixer

Nachdem ich tagelang mehr oder weniger gewollt musikalischem Wirrwarr ausgesetzt war und Songs ertragen musste, die selbst den hartgesottensten Musikfan dazu animieren können, die nächstgelegene Brücke aufzusuchen, um sich von selbiger zu stürzen, liegt nun endlich ein Silbertörtchen in meinem Player, das mich bereits nach dem ersten Hördurchgang vor Freude im Quadrat springen und mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt: GEORGE THOROGOOD und seine DESTROYERS sind an meinen Känguru-Sprüngen "schuld"!

Ja nun, sie sind halt Garanten für Spaß und das schon seit mehr als 25 Jahren. Dabei gehen sie musikalisch kompromisslos den gleichen Weg: Blues, Boogie, Bluesrock oder Boogie-Rockabilly und ihre Fans wissen das zu schätzen.
Auch das elfte Studioalbum Ride Til I Die ist wieder aus einem Guss und geht mit Vehemenz in die Vollen. Dabei bin ich überrascht, mit welcher Frische dieser Silberling eingespielt wurde.

Der Meister bedient sich hemmungslos bei ausgesuchten Coverversionen und sie werden rau, direkt, ungeschliffen und druckvoll rübergebracht. Chuck Berry, John Lee Hooker, Elmore James, Johnny Winter sowie Bo Diddley lassen grüßen.
Die Rhythmusabteilung mit Jeff Simon und Bill Blough ist ein solides Fundament für Thorogood an der Slide und seinem "neuen" Gitaristen Jim Suhler, der sich mit seinen dynamischen Licks und Riffs wunderbar in das Bandgefüge einpasst, sowie Hank Carter am Saxophon, der dem ganzen noch die letzte Würze gibt und sich die Seele aus dem Leibe bläst.

Also, ich würde sagen, wenden wir uns jetzt den einzelnen Songs zu, wobei es mir tatsächlich sehr schwer fällt, Stücke besonders hervorzuheben.
Bereits mit Eddy Shaws Opener Greedy Man geht es in die Vollen. Was für eine Albumeröffnung! Dazu diese herrliche Slide! Ja, das geht schon mal ins Ohr.
American Made von Charlie Midnight, eine Uptempo-Bluesrock-Nummer, untermalt mit einem tollen Gitarren- sowie Saxophonsolo, setzt weitere Akzente. Eine wirklich tolle Version. Da tanzt doch glatt der Bär.
Anschließend widmet sich Meister Thorogood mit Sweet Little Lady, dem einzigen eigenen Song des Albums, dem Rock'n Roll um dann mit Don't Let The Bossman Get You Down richtig schön dreckig bluesig zu werden. Genial umgesetzt und einfach anhörenswert. Hank gibt dem Stück mit seinem Saxarrangement den letzten Kick und auch beim nächsten Track, ebenfalls ein herrlicher Rock'n Roll (im Original von J.J. Cale), kommt die "Kanne" wieder zum Einsatz. Bei solcher Musik ist es kaum noch möglich, ruhig auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. Man wird geradewegs dazu animiert, das Tanzbein zu schwingen. Faule oder Bewegungsmuffel können ja wenigstens im Rhythmus den Kopf bewegen.
Anmerkung von Ulli: "Mich kannst du ja wohl kaum meinen."
Druckvoll geht es weiter mit She's Gone, welches mich ein klein wenig an Bad To The Bone erinnert. Auch hier wieder die markanten Slides, die mir Gänsehautschauer verursachen.
Höhepunkt für mich persönlich ist The Fixer (Hambridge/Fleming), welcher mit Sprechgesang und abgehacktem Rhythmus vorgetragen wird. Hier kommt der schmutzige, markante Gesang Thorogoods so richtig zur Geltung.

Mit Volldampf geht es auch bei den nächsten drei Stücken zur Sache: Rock'n Roll und krachender Boogie wechseln sich ab. Sei es Bo Diddleys You Don't Love Me (You Don't Care) oder Eddie Cochrans My Way oder That's It, I Quit (Nick Lowe): kein einziges Mal wird das Gaspedal zurückgenommen.
Es folgt I Washed My Hands In Muddy Water. Aus diesem Country-/Gospel-Klassiker wurde eine knackige Rockabilly-Version gezaubert. Sehr schön hier auch Thorogoods Gesang im Duett mit der Band.
Chuck Berrys Move It ist wieder ein packendes Stück voll auf die 13, gespickt mit dreckigen Riffs und mit 4:48 Minuten das längste Stück auf der Scheibe.
Anmerkung von Ulli: "Das längste Stück dauert keine 5 Minuten? Hmmm."
Überhaupt drücken Thorogood und seine Band jedem Song prinzipiell ihren eigenen Stempel auf.
Zum Abschluss gibt es als Rausschmeißer das von John Lee Hooker komponierte und von George leidenschaftlich gesungene Ride 'Till I Die, welches ihn dazu bewogen haben soll "die Gitarre in die Hand zu nehmen und Profimusiker zu werden". Keine schlechte Entscheidung, finde ich.

Alles in allem präsentieren sich Thorogood und seine DESTROYERS mit diesem Album in Topform. Blitzsauber produziert und mit einem ansprechenden Cover versehen.
Seine Fans werden nach dem Hören dieses Silberlings begeistert sein. Sie erhalten das was sie erwarten: Thorogood pur!
Für mich ist es sein bestes Album überhaupt.

Ilka Czernohorsky, (Artikelliste), 18.04.2003

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