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CD-Review:
George Thorogood & The DestroyersThe Hard Stuff |
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Die Leidenszeit ist vorbei. Eigentlich schon seit ungefähr drei Jahren, mit dem Erscheinen des Über-Albums "Ride 'Til I Die", welches sich in meiner ewigen Bestenliste a-l-l-e-r Rock-Alben eingenistet hat. Muss ich die Auflistung der persönlichen All-Time-Faves ändern? "The Hard Stuff" hat das Zeug dazu. George Thorogood is back! Ob es am Einstieg des Gitarristen Jim Suhler gelegen hat? Oder am Wechsel auf dem Sessel des Produzenten? Fakt ist, Suhler scheint der Band einen mächtigen Auftrieb gegeben zu haben. Kompositorisch meldet er sich ab & an zu Wort, doch was viel auffälliger ist... seit seinem Einstieg lässt sich erstmals von so etwas wie einer "richtigen" Band reden. Thorogood hatte zwar schon einmal einen zweiten Gitarristen (Steve Chrismar) in seiner Begleitband, zu Zeiten von "Born To Be Bad" (1988) und besagtem "Boogie People", doch solch ein kompakter Eindruck wie auf "Ride..." und noch stärker bei dem neuen Album drängte sich niemals auf. Oder hat das alles Jim Gaines verbrochen? Und sein "additional" Producer Tom Hambridge, der sich hier auch so einige Song-Credits verdienen durfte, was er in der Vergangenheit u.a. ebenfalls schon bei LYNYRD SKYNYRD tat. Fakt ist, dieses "Duo Infernale" hat den guten alten George wieder zurück in die richtige Spur gebracht. Richtige Spur? Klar doch, sofern man mit Boogie, Blues & Booze, Slide, Power-Rock'n'Roll und Helden wie den GEORGIA SATELLITES, FOGHAT, JASON & THE SCORCHERS und ein paar Briten namens STATUS QUO etwas anfangen kann. Und da beginnt das Dilemma. Die einen haben sich aufgelöst, die anderen sind mittlerweile verstorben, noch andere schwächeln, doch Mr. Thorogood lebt. Und wie! Klar hat Terry Manning in der Vergangenheit oft einen guten Job geleistet, aber unter der Regie des Herrn Gaines klingt das Endresultat einfach druckvoller. "Ass kickin'" ist diesem Fall noch eine zurückhaltende Beschreibung. George Thorogood findet man in gut sortierten Plattenläden unter der Rubrik "Blues", da wo ebenfalls Eric Claptons Alben eingeräumt sind. Beide haben wohl auch einst die gleiche Musikschule besucht, doch damit enden die Gemeinsamkeiten. Während Clapton mit allen Ehren abschloss, reichte es beim STONES-Verehrer Thorogood "nur" zu einem "C-minus". Eric spielt in den großen, oft unpersönlichen Hallen, während George mit seiner Musik viel besser in die Welt der Bars passt. Was stört es seine Fans, dass Bob Dylan ihn mal als den "schlechtesten ihm bekannten Gitarristen" bezeichnete? Mr. Thorogood ganz offensichtlich auch nicht, denn seine Interpretation des Dylan-Tracks Drifter's Escape beweist ganz klar, wer von den beiden der bessere Sänger ist. Die Gitarrenarbeit ist vielfältig wie auf keinem Album zuvor. Ganz eindeutig scheint Jim Suhler im Studio eine bedeutendere Rolle zu spielen als sein Chef ihm auf der Bühne zugesteht. Ein Instrumental wie Cool It! wäre auf früheren Alben undenkbar gewesen. Jürgen Ruland, (Artikelliste), 12.06.2006
Eine Platte wie ein am Balkongeländer angebundener Luftballon in praller Sonne. Erst bläht er sich auf und will schier die Schnur zerreißen, dann strebt er nur noch sanft im Wind hüpfend nach oben und am Schluss geht ihm die Luft sukzessive aus, bis er endlich schrumpelig und schlapp am Bändchen baumelt und der Schwerkraft folgt. Oder anders: Da freut man sich wie Klein-Erna auf George Thorogoods neues Album "The Hard Stuff", das objektiv gefühlt etwa 1.236te. Dann geht man ab wie Erna auf Speed (kurz bevor die Super-Nanny die malträtierten Eltern erlöst) und fuchtelt "Boogie" schreiend durchs Kinderzimmer. Irgendwann muss man Atem holen und hält inne, döst erschöpft ein und wacht plötzlich mit einem ganz eigenartigen Gefühl von Déjà-vu wieder auf. Ja ist denn heut schon 1978? Bitte, ich bin nicht so dämlich, von George Thorogood auch nur annähernd Innovatives hören zu wollen. Aber insgeheim hoffe ich nun schon seit Jahren auf einen weiteren Geniestreich a la Get A Haircut. Also einen Boogie, der einem so durchs Gebein fährt, dass man ihn auf jede seiner Party-Compilations packen muss, dass man Tag und Nacht den Text mitgrölen kann und sich dabei noch scheckig lacht, dass man nur wegen diesem einem Song ein paar hundert Kilometer zu einem Konzert fahren würde. Das ist George auf "The Hard Stuff" wiedereinmal nicht gelungen, obwohl er auf seinem neuen Plättchen gleich 15 Anläufe nimmt. Wie fast immer sind auch einige verzichtbare Songs dabei. Wer braucht noch eine Version von Fats Dominos Hello Josephine, wer braucht unbedingt eine Neuauflage von One Bourbon..., hier I Didn't Know genannt, obwohl sowohl die Ansage "This is a song with a message" als auch der Break herrlich witzig gelungen sind. Oder einen Holper-Blues wie Moving bzw. einen Plätscher-Blues wie Little Rain (gleichwohl Buddy Leach hier noch mal Vollgas tröten darf)? Davon abgesehen, Huckle Up Baby war schon auf der 1979 veröffentlichten Demo-Compilation "Better Than The Rest", und zwar nicht wirklich schwächer. Im übrigen bin ich der Meinung: Boogie on, George! Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.06.2006
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