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| Fortune Teller, Mira Vista Records, 2003 |
| Steve Grisham |
Lead Guitar, Acoustic Guitar, Vocals |
| Barry Rapp |
Piano, Hammond B-3, Vocals |
| Jimmy Bennett |
Lead Guitar, Acoustic Guitar, Lap Steel, Banjo, Vocals |
| Pug Baker |
Drums |
| Phil Stokes |
Bass, Vocals |
| Gast: |
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| Steve Alfred |
Vocals & Harmonica (Whiskey Drinkin' Woman) |
| Steve Grisham, Barry Rapp & Ghost Riders |
Länge: 48 Min 36 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Gone South | 7. Handy Man |
| 2. Roots | 8. Song For The Angels |
| 3. G.R.I.T.S. | 9. There Goes Another Love Song |
| 4. Fortune Teller | 10. Whiskey Drinkin' Woman |
| 5. Shotgun Run | 11. I Want The Blues Tonight |
| 6. Ballad Of The Ghost Rider | |
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Was passiert wohl, wenn sich zwei Musiker von ehemals etablierten Southern-Bands wie den OUTLAWS und der HENRY PAUL BAND zusammentun? Klar doch, sie machen natürlich Südstaaten-Rock!
Steve Grisham war zu "Soldiers Of Fortune" Zeiten Gitarrist an der Seite von Henry Paul und Hughie Thomasson und Barry Rapp begleitete den heutigen BLACKHAWK-Chef auf den ersten drei Solo-Alben und tat sich bei so starken Stücken wie Grey Ghost, Whiskey Talkin' oder Turn It Up als Co-Writer hervor.
Die CD der GHOST RIDERS kommt mir vor wie eine einzige Liebeserklärung an die großen Gruppen des Genres. Auch wenn mit There Goes Another Love Song nur eine Nummer relativ originalgetreu gecovert wird, wirkt das Gesamtwerk wie ein Medley durch die Geschichte des Southern Rock.
Der Opener Gone South lässt sofort Good Time Feeling à la DICKEY BETTS & GREAT SOUTHERN aufkommen. Knackige Slides, Honky-Tonk-Piano, ein paar ALLMAN BROTHERS-typische Organ-Breaks, ein bisschen Charlie Daniels-Gesang sowie eine Brise DRIVIN' SIDEWAYS, und fertig ist ein Song, den man blind auf die berühmten NASCAR-Sampler packen könnte.
Bei Roots denkt man an Stücke wie Tashauna oder One Known Soldier aus der Rossington/Collins-Zeit, als man nach dem Flugzeugabsturz wieder so langsam versuchte, musikalischen Boden unter die Füße zu bekommen. Für mich ein Highlight des Albums. Ein Stück mit viel Herzblut und Atmosphäre, sowie furiosem kurzem Gitarrenfinish.
G.R.I.T.S. ist ein Honky-Tonk-Kracher der Marke LYNYRD SKYNYRD, natürlich mit unnachahmlichem Billy-Powell-Piano-Geklimper. Good Lovin's Hard To Find, Outta Hell In My Dodge, G.W.T.G.G. oder FLA schlagen in die gleiche Kerbe.
Das Titelstück macht der ATLANTA RHYTHM SECTION alle Ehre. Champagne Jam, Doraville etc. könnten hier Pate gestanden haben.
Shotgun Run enthält diverse Elemente von Bands wie BLACKFOOT und der MARSHALL TUCKER BAND, von den Gitarren her ziemlich deutliche MOLLY HATCHET-Anteile.
Bei The Ballad Of Ghost Riders geht einem zunächst die unverkennbar dünne Stimme von Barry Rapp ins Gehör, wie sie zum Teil sporadisch mal auch auf den Henry Paul Alben zum Einsatz kam. Eine tolle Nummer mit einem Touch von Hotel California, aber sonst deutlich der Henry Paul Band nachempfunden.
Der Honky-Tonk-Blues Handy Man gibt sich in der Tradition der GREGG ALLMAN BAND. Reißende Soli von Jimmy Bennett im Stile von Dan Toler bei Songs wie Just Before The Bullets Fly oder Can't Get Over You mit einem kurzen Break wie bei T For Texas. Starke Gitarrenarbeit!
Song For The Angels ist das einzige Stück ohne Gesang. Reminiszenzen an Dickey Betts-Instrumentals der Marke Pegasus und Robin Hood von 38 SPECIAL oder Both Sides von MOLLY HATCHET kommen einem in den Sinn. Ein Hauch von DOC HOLLIDAY ist beim dahinplätschernden Whiskey Drinkin' Woman zu spüren.
I Want The Blues Tonight, eine ein wenig countryinfizierte Ballade im Stile der ganz frühen 38 SPECIAL-Platten (Take Me Back) beschließt dann die Fahrt durch die Southern-Rock-Historie.
Mein Fazit: Ein sympathisches Album mit leider etwas schwachen Gesangsleistungen (da wäre ein charismatischer Frontmann angebracht gewesen) und spärlichem Cover (ein Blatt), aber jeder Menge Südstaaten-Flair und tollen Gitarren. Absolut empfehlenswert für Sammler, Puristen und Nostalgiker!
Geile Sache. Da kommt eine handvoll in den 80ern leidlich erfolgloser Mucker auf eine Idee. Hey Mann, lass uns mal wieder eine Platte machen. Weil sie aus den Südstaaten sind, wird es natürlich eine Southern Rock Platte.
Und bei dieser einen Idee ist es für die folgenden 48 Minuten leider geblieben.
Ich habe mich wegen diesem Machwerk bereits im deutschen Southern Rock Forum in die Nesseln gesetzt (in Unkenntnis von Daniels Worten). Da steh ich zu. Eine unsinnigere und letztendlich der Szene schädlichere CD habe ich seit langer Zeit nicht mehr hören müssen.
Jetzt mag mancher Leser schreien, dass der Schmidtlein schließlich auch an den letzten CDs von LYNYRD SKYNYRD und den ALLMAN BROTHERS kein gutes Haar gelassen hat. Die haben mir halt einfach nicht gefallen. Punktum. Aber es darf mich jeder steinigen, der mich bei einem grundsätzlich bösen Wort über solche Bands erwischt. Ladies & Gents, das (und alle von Daniel oben genannten Bands) sind meine Helden! Aber eine schwache Platte ist eine schwache Platte, egal von wem. Und was für meine Ohren schwach ist, bestimme ich!
"Fortune Teller" ist arm. Ganz arm. Und im Kollegenlob da oben ist auch die ganze Begründung bereits enthalten. Auf dieser CD ist nicht eine einzige auch nur halbwegs eigenständige Idee vertreten. Nichts, aber auch gar nichts hat einen Funken von Originalität. Und eines lasse ich nicht gelten, nämlich den Einwand, dass Southern Rock schließlich längst erfunden sei und alle Noten bereits gespielt wären. Unfug. Dann könnten wir es uns ersparen, neue CDs zu hören, ständig auf der Suche zu sein und würden an den Southern Rock-Perlen dieser Welt blind vorbei laufen. Ohne Namen zu nennen, aber alleine in Deutschland haben wir einige Bands, die besser, frischer und innovativer sind. Und die machen auch Southern Rock!
Damit sind wir aber noch gar nicht beim grundsätzlichen Problem dieser Platte. Nicht nur, dass die GHOST RIDERS eine zu 100% ideenlose Zone sind, nein, sie sind auch noch banal, anbiedernd und produktionstechnisch und handwerklich allerhöchstens Kreisliga.
Fangen wir mal beim Banalen und Anbiedernden an.
Ein ganzer Haufen steinerweichende Balladen, die selbst die New-Country-Nashville-Mafia nicht schmieriger hinkriegt, immer mit einem Auge auf die vielleicht doch noch hellhörig werdende Industrie. Immerhin haben wir ja schon bei Henry Paul gespielt und der weiß schließlich, wie man in die Country-Charts kommt. Dazu ein paar halbwegs holpernde Rocker, bei denen die jeweils zitierten Originale selbstverständlich Lichtjahre besser sind.
Produktion? Gibt es! Das war die gute Nachricht. Dass die allerdings klingt wie in den schlimmsten 80ern, nur billiger (Geigen und Chöre wurden aus Geldmangel weggelassen), stört mächtig.
Und letztlich die Helden an den Instrumenten. Kirmesorgel, Fender-Gedächtnis-Geschrammel, ein Karaoke-Sänger und der Drummer starrt ständig das Metronom an. Oh ne, Jungs, so geht das wirklich nicht.
Daniel, ich erlaube mir Dich zu zitieren: "... natürlich mit unnachahmlichem Billy-Powell-Piano-Geklimper...". Ja Himmelherrgottsakrament, warum versucht es dieser zahnlose Klavierspieler dann überhaupt, den unnachahmlichen Billy Powell zu kopieren?
OK, der Titelsong groovt wirklich ordentlich. Aber dann hat sich's schon.
Und noch eine ganz dicke Ohrfeige für die Verballhornung von There Goes Another Lovesong von den OUTLAWS hinterher. Das ist eine Frechheit.
Und warum soll diese CD nun für die Southern Rock Szene schädlich sein? Weil möglicherweise Menschen Geld dafür ausgeben, anstatt ihre sauer verdiente Kohle in vernünftige CDs zu stecken! Ab in die Reihe der Sinnlosigkeiten à la SOUTHERN ROCK ALLSTARS und ARTIMUS PYLE BAND.
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