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| One Eye To Morocco, earMUSIC/edel Entertainment, 2009 |
| Ian Gillan |
Vocals, Harmonica |
| Michael Lee Jackson |
Guitar, Vocals |
| Steve Morris |
Guitar |
| Jesse O'Brien |
Piano, Fender Rhodes, Wurlitzer |
| Rodney Appleby |
Bass, Vocals |
| Howard Wilson |
Drums |
| Joe Mennonna |
Saxophone |
| Jaroslav Jarosil |
Cello |
| Produziert von: Michael Lee Jackson, Doctor Drew Thompson, Nick Blagona |
Länge: 43 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. One Eye To Morocco | 8. Ultimate Groove |
| 2. No Lotion For That | 9. The Sky Is Falling Down |
| 3. Don't Stop | 10. Texas State Of Mind |
| 4. Change My Ways | 11. Lonely Days Lonely Nights (Bonus Track) |
| 5. Girl Goes To Show | 12. It Would Be Nice |
| 6. Better Days | 13. Always The Traveller |
| 7. Deal With It | |
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Ein Klops ist ein Klops, egal ob du ihn nun Königsberger oder Mont Royale nennst. Und mit dem Angebot auf dieser CD wollte Ian Gillan wohl mal etwas Neues auf die Speisekarte nehmen, kochen, und weg von dem Einerlei aus DEEP PURPLE - seinem 'Day Job', wie er es auf "Live In Anaheim" nennt - und eben den von ihm auch solo gewohnten Hard Rock.
"One Eye To Morocco" ist dann eben auch kein 'normales' Gillan Album, sondern hier gibt Gillan vor allem den Sänger Gillan. Solcherlei Anwandlungen - "Ich will jetzt mal ein Album vor allem mit meinem Gesang machen, und mir nicht noch überlegen, wo ich hier Platz für ein Gitarrensolo einbauen muss" - ereilt ja so ziemlich alle Sänger von Rockbands früher oder später: Coverdale mit "Into The Light", GREAT WHITEs Jack Russell mit "For You", Roger Chapman und Robert Plant offensichtlich sowieso (und dem reist Gillan dann auch sozusagen symbolisch hinterher, der eine nach Timbuktu, der andere nach Morocco: "To have one eye to Morocco and another to Caucasus" heißt wohl übersetzt ein polnisches Sprichwort).
Also diesmal keine Klopse auf der Speisekarte, denn eigentlich ist das hier eher eine Gemüsesuppe, sprich: viele verschiedene Zutaten werden zu einem nahrhaften Menü verarbeitet, aber die sonst oft benutzten Zutaten - sprich: Leadgitarre und -keyboards - fehlen diesmal zumeist.
Beim Label heißt das dann: "Durch die Vielfalt und der einzigartigen Zusammenstellung der Songs liefert Gillan einen völlig neuen Sound ab - nicht nur für alle Purple Fans ein MUSS!", und das ist nicht nur grammatikalisch falsch, denn als Purple-Hard-Rock-Fan kannst du hier ganz schön enttäuscht sein.
Also: Gillan singt viel auf diesem Album, das ist mal sicher. Aber das ist - anders als "Go Hide Seek" - keine Resteverwertung, sondern ein neues Album, mit Gillan in guter Form. Und er ist klug genug, der Band Freiraum für instrumentale Leistungen zu lassen, sei es arabisch klingendes oder eben doch mal das ein oder andere Gitarrensolo.
Der Titeltrack überrascht anfangs mit dieser arabisch anmutenden, fremdartigen Instrumentierung und erinnert an Plants Calling To You oder anderes auf "Fate Of Nations, entwickelt sich dann aber zu einem eher normalen Slow Blues mit leichten BEATLES-Anklängen im Refrain. In der Bridge wird es dann wieder gemäßigt arabisch.
No Lotion For That ist schon eher gewohntes Gillan Rockfutter, Don't Stop bietet Latin Funk komplett mit Congas und gutem Groove, Change My Ways ist R&B mit Bläsern, Orgel und leicht manieriertem Gesang, Girl Goes To Show ein Schleicher mit Slide auf Reggaebasis, Deal With It beginnt mit verfremdetem Gesang und wird dann zu 'street-cred' Funk mit heulender Gitarre, Congas, Bongos und allem was das Herz begehrt, inklusive leicht angerappten Gesang. The Sky Is Falling Down ist ein Shuffle mit Wah-Wah Solo, Allways The Traveller ist ein Lovesong mit melancholischem Text und schönem Sax und Doobie-Wah Chören - nett. Zwischendrin gibt es noch den Rocker Texas State Of Mind, schon live auf "Anaheim" enthalten, und auch It Would Be Nice enthält starke Momente und beide retten den Albumflow vor einiger Erschlaffung zum Ende hin.
Auf der Karte stand Gemüsesuppe. Und egal ob man es Minestrone oder sonst wie nennt, genau das ist es: ein Vielerlei an Zutaten, aber kein reines Rockalbum sondern sehr hochwertiger Pop. Macht viel Spaß, aber ist kein DEEP PURPLE Album, nicht annähernd. Da es aber wahrlich genug DP Alben gibt, ist das hier ein wirklich gut gelungener Gillanscher Freizeitspaß. Das gefällt.
Wie uns Edel wissen lässt, erscheint "One Eye To Morocco" neben der hochwertig aufgemachten LP auch als 12-Track Digipak Edition sowie im limitierten Digipak in Vinyl-Optik mit dem exklusiven Bonustrack Lonely Days. Für alle Sammler und Rockfans erscheint außerdem die auf weltweit 1.000 Stück streng limitierte und handsignierte "One Eye To Morocco - Collector's Edition" bestehend aus dem CD-Album sowie einer 7'' Vinyl Single mit den beiden exklusiven Bonustracks She Thinks It's A Crime und Chandra's Coriander. Letzterer stammt aus Gillans längst vergriffenem Solo-Album "Dreamcatcher" aus dem Jahre 1997. Und dann war da noch die Version mit dem Melonenentkerner, aber die ist vergriffen (wurde eh nur in Griechenland ausgeliefert und enthielt den Song No Quickie On My Bouzouki, ähem…).
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