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| Songs In The Key Of Rock, Frontiers Records, 2003 |
| Glenn Hughes |
Lead & Background Vocals, Bass |
| JJ Marsh |
Guitar |
| Jeff Kollman |
Guitar |
| Gary Ferguson |
Drums |
| Ed Roth |
Keyboards |
| Alex Ligertwood |
Background Vocals |
| Chad Smith |
Drums (Get You Stoned) |
| Produziert von: Jeff Kollman & Glenn Hughes |
Länge: 49 Min 05 Sek |
Medium: CD |
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| 1. In My Blood | 6. Written All Over Your Face |
| 2. Lost In The Zone | 7. Standing On The Rock |
| 3. Gasoline | 8. Courageous |
| 4. Higher Places (Song For Bonzo) | 9. The Truth |
| 5. Get You Stoned | 10. Wherever You Go |
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Hoppla, da hat old Glenn aber ein Hämmerchen ausgepackt.
Ich konnte und kann mit mancher musikalischer Exkursion des Bass-Altmeisters nicht viel anfangen. Aber immer wenn er den Hard Rock-Knüppel aus dem Sack holt und entsprechend dazu schreit, hat er mir gefallen.
TRAPEZE waren groß - zugegeben, heute klingt vieles von dieser Band schon recht angestaubt, DEEP PURPLE haben mit ihm und Coverdale drei Geniestreiche hingelegt (oh, Purpleianer, bitte keinen Streit!) und ein paar seiner späteren Soloalben bzw. Kollaborationen mit Leuten wie Pat Thrall sind zu Klassikern geworden.
Seine "persönlichen Probleme" in den Achtzigern sind hinlänglich bekannt, Glenn selbst macht daraus keinen Hehl - auch eine Art von Therapie - und wer einmal so weit unten war und sich menschlich und künstlerisch wieder fängt, muss entweder ein echtes Talent sein oder Eric Clapton heißen und sich mittels Legendenstatus, Unterstützung von Mega-Firmen und ein paar Grammy-Awards von jeder Sucht frei kaufen. Glenn Hughes hat keinen Grammy und ist inzwischen bei Frontiers Records in Italien gelandet...
In den letzten Jahren legte er eine Art Hyperaktivität an den Tag und zwischen Platten und Tourneen mit Joe Lynn Turner (Sänger von RAINBOW, Malmsteen, DEEP PURPLE u.v.a.) und ständigen weltweiten Solo-Tourneen (wobei Japan immer noch eine Hochburg ist) haut er jetzt mit seinen Langzeitbegleitern JJ Marsh (seit 2000) und Gary Ferguson (seit "Hughes/Thrall", 1991) sowie Gitarrenwunderkind Jeff Kollman (u.a. auf der völlig unterbewerteten "Chocolate Box" von Phil Moog und Pete Way, dem UFO-Nebenprodukt, vertreten) und Keyboarder Ed Roth dieses Schmuckstück auf den Markt.
Auf "Songs In The Key Of Rock" ist ein Lied, das aufgrund seiner Andersartigkeit heraussticht: Courageous ist eine tolle Soul-Rock-Nummer mit ein paar psychedelischen Einflüssen und das ganze in absolut radiotauglicher Pop-Verpackung (diese Backing Vocals!) und trotzdem mit eingängigen Hooks. Hitgefahr!
Der Rest: Soulgetränkter Powerrock, oft an PURPLE oder RAINBOW erinnernd (in Written All Over Your Face ist charmant Mistreated eingebaut), ein-, zweimal ein dezenter Fingerzeig in Richtung WHITESNAKE - wobei Coverdale seine Fähigkeit, heute noch solche Songs schreiben zu können, erst noch beweisen muss, ganz viel purer Hardrock aus der Abteilung "back to the roots", klassische Orgeltöne aus der Lord-Schule, diese markerschütternde Röhre (Lost In The Zone sollte als K.O.-Kriterium bei allen Superstar-Castings verwendet werden), ein toller Song für John "Bonzo" Bonham (Higher Places) mit entsprechendem Drumsound, einige sehr angenehm popige Sounds in der zweiten Hälfte der CD (ohne den Rock & Roll jemals zu verleugnen) und das absolute Highlight:
Gasoline wird ganz sicher in meinen Jahres-Top 10 zu finden sein. Ein selten geiles Stück Rock & Roll. Retro to the bone natürlich, aber das Ding geht ab wie eine Rakete. Lay Down Stay Down von "Burn" ist ein vergleichbarer Knaller.
Wenig bis kein Funk ist auf der CD zu finden(Get You Stoned vielleicht ausgenommen), was aus meiner Sicht aber durchaus gerne sein könnte, ich mag Glenns Funk-Ausflüge. Aber dafür gibt es ganz viel guten alten Rock.
Und auf eine Sache muss noch eingegangen werden. Was die Band hier abliefert ist erste Sahne! Beide Gitarristen auf allerhöchstem Niveau, keine sinnentleerten Solodudeleien, ausschließlich songdienliche Meisterleistungen. Ed Roth an den Tasten hat exakt die richtigen Notenbücher gelesen, so und nicht anders müssen Keyboards in einer Rockband klingen und über Glenn Hughes selbst muss man nicht groß reden. Als Bassist ist er solide - nur Phil Lynott war auch als Basser wirklich prägend - aber als Sänger ist er ein Gigant. Er polarisiert sicherlich, auch in unserer Redaktion gibt es Kollegen, die ihn nicht favorisieren. Aber in meinen Augen gibt es nicht viele, die derart packend und intensiv shouten können. Manchmal grenzt es schier an Raserei.
Ich weiß nicht, warum die Liveperformance vor gut drei Jahren (im Vorprogramm von THIN LIZZY) so derart in die Hosen ging, diese Band möchte ich nach dieser Klassescheibe bitte demnächst live sehen!
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