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Soulfully Live In The City Of Angels
Soulfully Live In The City Of Angels - DVD
Soulfully Live In The City Of Angels, Frontiers Records, 2004
Glenn Hughes Vocals, Bass
JJ Marsh Guitar
George Nastos Guitar
Chad Smith Drums
Ed Roth Keyboards
Alex Ligertwood Background Vocals
Kevin DuBrow Background Vocals
Produziert von: Glenn Hughes & Fabrizio Grossi Länge: 95 Min 29 Sek (CD), ca. 135 Min (DVD) Medium: CD & DVD
CD 1:
1. Can't Stop The Flood4. Medusa
2. Higher Places5. Wherever You Go
3. Written All Over Your Face6. Seafull
CD 2:
1. Coast To Coast5. You Keep On Moving
2. First Step Of Love6. The Healer (Bonus Studio Track)
3. Mistreated7. Change (European Bonus Studio Track)
4. Gettin' Tighter
DVD:
1. Can't Stop The Flood7. Coast To Coast
2. Higher Places8. Medusa
3. Written All Over Your Face9. Mistreated
4. First Step Of Love10. Gettin' Tighter
5. Seafull11. You Keep On Moving
6. Wherever You Go

Herr Fleißig war schon wieder tätig. Seit seinem Comeback 1992 ("Blues") hat Glenn Hughes satte 13 CDs auf dem Buckel und diese live aufgenommene Doppel-CD bzw. Einzel-DVD ist Streich Nr. 14. Verblüffend, wenn man zum Beispiel den Output eines Axl Rose als Vergleich heranzieht.
Nimmt man speziell die drei letzten Alben ("Songs in The Key Of Rock" und die beiden mit Joe Lynn Turner), kann man getrost feststellen, dass es Glenn Hughes gut geht und er einen Level an Arbeitseifer und Qualität erreicht hat, den man ihm nicht mehr zugetraut hätte.

Aufgenommen wurde dieses Konzert im Januar 2004 im Sound Image Studio in Los Angeles vor kleinem Publikum. Die Studioumgebung kann man auch hören, denn die Aufnahmen klingen mitnichten nach Club oder Halle, vielmehr nach perfekten Soundbedingungen. Ob und wie viel an diesem herausragenden Sound noch per Technik nachbearbeitet wurde bleibt dem Hörer (und DVD-Seher) verschlossen. Eines demonstriert Hughes jedenfalls zweifelsfrei: Er ist einer der besten Sänger des Planeten und am Bass kein Tölpel. Man muss nur seine Stimme mögen.

Drei Songs von seinen beiden letzten Soloplatten eröffnen den Set, dann greift er bereits massiv in die Retrokiste mit Medusa, dem Titelsong vom 71er TRAPEZE Album. Die erste knappe halbe Stunde bewegt sich also im eher gemäßigten Tempo, bevor er mit Wherever You Go (von "Songs in The Key Of Rock") erstmals das Tempo nach oben zieht. Heavy rockend ist die Show allemal, die beiden Gitarristen überzeugen und an den Drums beeindruckt Chad Smith von den RED HOT CHILI PEPPERS extrem.
Vom wunderbaren HUGHES/THRALL Album von 1982 wird ausgerechnet der mir unsympathischste Song, Coast To Coast, als Opener der zweiten CD gebracht. Wie die meisten Nummern dieser CD in Überlänge, Hughes bevorzugt live die jammige Version und pendelt sich fast immer zwischen 6 und 11 Minuten ein. Völlig korrekt, wenn nicht grad ein Schleicher wie C.T.C. sich ewig dehnt. First Step Of Love vom gleichen Album wetzt die Scharte aber wieder aus.
Zum Abschluss dann die DEEP PURPLE Pflichtkür, und wieder wird klar, dass Hughes und Coverdale als Nachfolger von Gillan seinerzeit keine Verschlechterung für die Band bedeuteten. Mistreated, Gettin' Tighter und You Keep On Moving zeigen die gesamte Vielfalt der damaligen Band, irgendwo zwischen Hardrock, Soul und Funk erster Kategorie.
Die beiden Bonus Tracks sind eher überflüssig.

Ein ganz anderes Kapitel ist die DVD. Obwohl die Tracklist beinahe identisch ist (anstatt überflüssiger Bonus Tracks gibt es überflüssige Interviews und eine fade Fotogalerie), kann man die visuelle Version dieser Veröffentlichung durchaus kritisch betrachten.
Der Sound (in 5.1 Surround) ist gigantisch, jedoch bleibt auch hier offen, ob wirklich alles live ist. Und das liegt vor allem am Bildmaterial. Damit kann man nämlich hadern. Erstens ist Bild und Ton nicht immer 100%ig synchron und zweitens wurde eine Aufnahmetechnik verwendet, die fatal an halb-dokumentarische Archivaufnahmen aus den frühen Siebzigern erinnert. Dies hat durchaus seinen Reiz, vor allem weil durch die relativ beengte Studiosituation weder Licht- noch sonstige Effekte verwendet werden konnten. Einzig die mit Teppichen belegte Bühne sorgt für eine gewisse optische Auflockerung. Allerdings bedingt die altmodische Filmtechnik offensichtlich auch eine langsamere Bildfolge und dadurch den ständigen Eindruck, der Schlagzeuger würde immer nur auf 3 zuschlagen. Als Nicht-Filmfreak und Techniklaie kann man dazu nur sagen, dass es äußerst gewöhnungsbedürftig ist.
Optisch bietet die Band natürlich außer ihrer Anwesenheit nicht besonders viel, dazu sitzt (!) das Publikum ziemlich reglos im Raum herum.

Musik: Hervorragend. Bild: Geschmackssache.
Bildformat: NTSC 4:3
Audioformat: 2.0 Stereo (gut) & 5.1 Dolby Surround (grandios)
Ländercode: 0

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.08.2004

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