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| Truckin' Up To Buffalo - July 4, 1989, Rhino Records, 2005 |
| Jerry Garcia |
Lead Guitar, Vocals |
| Mickey Hart |
Drums |
| Bill Kreuzman |
Drums |
| Phil Lesh |
Bass, Vocals |
| Brent Mydland |
Keyboards, Vocals |
| Bob Weir |
Rhythm Guitar, Vocals |
| Produziert von: Grateful Dead Productions |
Länge: 157 Min 10 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Bertha (7:56) | 7. Stagger Lee (6:01) |
| 2. Greatest Story Ever Told (4:36) | 8. Looks Like Rain (7:11) |
| 3. Cold Rain And Snow (6:45) | 9. Deal (7:53) |
| 4. Walkin' Blues (6:57) | 10. Touch Of Grey (6:30) |
| 5. Row Jimmy (10:50) | 11. Man Smart, Woman Smarter (8:47) |
| 6. When I Paint My Masterpiece (6:09) | |
| CD 2: | |
| 1. Ship Of Fools (8:13) | 6. I Will Take You Home (3:53) |
| 2. Playing In The Band (3:30) | 7. All Along The Watchtower (5:52) |
| 3. Terrapin Station (12:18) | 8. Morning Dew (11:10) |
| 4. Drums (9:00) | 9. Not Fade Away (10:08) |
| 5. Space (7:28) | 10. U.S. Blues (6:03) |
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Deadheads und Allman-Maulwürfe werden sich jetzt gelangweilt abwenden und geschmeidig zu rareren Ausgrabungen greifen, schließlich hat man die Aufnahme vom Unabhängigkeitstag 1989 sicherlich in mindestens 21 verschiedenen Versionen längst im Schrein stehen. Für "normale" Rockfans, die möglicherweise gelegentlich auch zu einem schönen Album von GRATEFUL DEAD greifen, bietet sich nun allerdings die Gelegenheit, erstmals auf normalem Weg (sprich via Laden und nicht über verschlungene Tapetrader-Internetverbindungen) diesen Auftritt zu erstehen. Um es vorweg zu sagen, lohnen wird es sich, denn neben der optisch hervorragenden Aufmachung im Digipack, bekommt man sensationellen HDCD-Sound plus einen inspirierten Auftritt geboten.
1989 waren GRATEFUL DEAD längst eine Institution, ihre Tourneen waren über Jahre die kommerziell erfolgreichsten in den Staaten, die Fans protestierten nicht mehr gegen den Vietnamkrieg, waren etabliert und bürgerlich geworden, feierten sich einfach selbst und genossen den Eventcharakter bei den Auftritten der alten Hippies. Die wiederum waren nach dem Beinahe-Tod von Jerry Garcia 1986 triumphal zurückgekehrt und werkelten fleißig an ihrem bis heute funktionierenden Imperium weiter.
Die im Oktober 1989 veröffentlichte Studio-CD "Built To Last" konnte nicht überzeugen, GRATEFUL DEAD waren an einem Punkt angelangt, wo Kreativität und Inspiration zwar vorhanden war, aber der Einfluss von Keyboarder und Drogenopfer Brent Mydland (starb im Juli 1990) gegenüber Garcia und Bob Weir überhand genommen hatte. "In The Dark" von '87 war ein eher vorsichtiges Wiederherantasten an die lange Zeit vernachlässigte Studioarbeit. Entsprechend findet man im Liveset vom Juli '89 nur je einen Titel dieser LPs wieder. Natürlich auch den Riesenhit Touch Of Grey, der die Band bis auf Platz 9 der Billboard-Charts brachte. Man sieht, GRATEFUL DEAD waren Mainstream (geworden).
Ansonsten hangeln sich G.D. eher vorsichtig und traditionell durch über zweieinhalb Stunden hinlänglich bekanntes Material. Bertha, Ship Of Fools, Playing In The Band oder Deal sind auch für Nicht-Deadheads kein neuer Stoff, machen aber in dieser schönen Verpackung und mit so tollem Sound immer wieder Spaß. Einzig Man Smart, Woman Smarter dürfte nur "Dick's Picks"-Konsumenten und vielleicht Harry Belafonte- oder Ronnie Lane-Fans bekannt sein. Relativ selten veröffentlicht war bisher auch die Dylan-Coverversion When I Paint My Masterpiece. Das wird aber alles so "eingedeadet", dass keinerlei Bruch zum gängigen Material feststellbar ist. Ebenfalls nahtlos fügt sich Looks Like Rain von Bob Weirs erstem Soloalbum "Ace" von 1972 ein.
An dieser Stelle ein grundsätzliches Wort zu GRATEFUL DEAD. Hardcorefans verklären die Band und ihre Mitglieder oftmals zu unantastbaren Ikonen. Das ist bei anderen Langzeithelden wie den ALLMAN BROTHERS oder Springsteen nicht anders. GRATEFUL DEAD waren keine musikalische Sensation; niemals! Weder technisch - man höre sich nur die eklatanten Fehler von Garcia oder die oft grenzwertigen Vocals an - noch innovativ waren G.D. jemals wegweisend. Ihre Magie resultierte aus dem unverwechselbaren Groove, der relaxten Grundstimmung und einigen (vielen) grandiosen eigenen und fremden Songs. Dass dies zu berechtigtem Kultstatus reicht, ist beispielsweise auch bei den größten Dilettanten aller Zeiten, den ROLLING STONES, zu beobachten.
GRATEFUL DEAD haben mäßige Platten zuhauf abgeliefert und sie konnten bei ihren Konzerten begeistern oder wahlweise langweilen, dass sich die Balken bogen. Ein gutes Beispiel hierfür war der fade Auftritt im WDR-Rockpalast 1981. Aber sie konnten in ihren guten Momenten eben auch Enthusiasmus entfachen und ein riesiges Publikum in ihren Bann ziehen. "Truckin' Up To Buffalo" ist einer dieser Momente, bei dem sich die Band trotz aller Routine und Geschäftsmäßigkeit ganz auf die Songs konzentrierte und kaum in sinnlose und versponnene Soundgebilde verfiel (ausdrücklich ausgenommen ist Space, das schaurig herumflirrt). Dass natürlich ein ausschweifendes Schlagzeug-/Percussionsolo nicht fehlen darf und Mydland an den Tasten brillieren muss, dürfte klar sein und ist, wenn auch heutzutage nicht mehr zeitgemäß, völlig in Ordnung.
40 Jahre irrlichtern DEAD & Co. nun durch die Rockgeschichte und existentielle Kritik verbietet sich, ähnlich wie bei STATUS QUO oder Nana Mouskouri, alleine wegen der schier unbegrenzten Haltbarkeit von selbst. Alles richtig gemacht, alt (oder tot) geworden, reich sowieso, und der Platz im Musikolymp gesichert.
Im zweiten Teil des Konzerts begab sich die Band ganz auf die sichere Seite und spielte nach Ship Of Fools, Playing In The Band, Terrapin Station, dem von Mydland toll gesungenen I Will Take You Home (erweckt nostalgische Gefühle an einen heiseren Chris Thompson) und den genannten Soli einen gepflegten "Zugabenblock" aus Coversongs. Eine knappe halbe Stunde All Along The Watchtower, Morning Dew und Not Fade Away (erinnert Ihr euch an Pete Townshend, der im Rockpalast zu den Untoten auf die Bühne stieg und meilenweit vom rechten Ton abkam?) münden in den abschließenden U.S. Blues vom grandiosen '74er-Album "The Grateful Dead From The Mars Hotel". Kein Risiko, aber konsequent hochklassig dargeboten.
Wer sich bisher der unfassbaren Flut von Liveveröffentlichungen erwehren konnte (alleine aus der "Dick's Picks"-Serie gibt es inzwischen 35 CDs), darf "Truckin' Up To Buffalo" getrost als authentische und gelungene Momentaufnahme aus der späteren DEAD-Geschichte zur Kenntnis nehmen und macht sich sicher nicht der kritiklosen Allesfresserei verdächtig. Eine schöne Veröffentlichung und man wartet relativ gespannt auf die beiden weiteren angekündigten Jubiläums-Releases aus dem Hause Warner/Rhino.
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