|
|
| Brass Rock 1, CBS/Golden Reborn Classics, 1971/1996 |
| Terry Scott jnr. |
Lead Vocals, Rhythm & Acoustic Guitar, Piano |
| Eddie Harnett |
Lead Vocals, Lead & Acoustic Guitar, Arrangements |
| John James Gordon |
Bass, Background Vocals, Arrangements |
| Vic Glover |
Drums & Percussion |
| Butch Hudson |
Lead Trumpet, Flugel Horn, Piccolo Trumpet, Arrangements |
| Ray King |
Tenor Sax, Alto Sax, Soprano Sax, Flute, Clarinet |
| Derek Sommerville |
Tenor Sax, Alto Sax, Soprano Sax, Flute, Trombone |
| Derek Horler |
Trombone, Piano |
| Produziert von: Ricki Farr |
|
Medium: LP/CD |
|
 |  |
| 1. Things I should have been (E.Harnett) | 7. Number one(last request) (Heaven, R.Farr) |
| 2. This time tomorrow (E.Harnett, T.Scott jnr.) | 8. Number two (down at the mission) (Heaven) |
| 3. Never say die (E.Harnett) | 9. Dawning (Heaven, R.Farr) |
| 4. Come back (E.Harnett) | 10. Got to get away (E.Harnett) |
| 5. Song for chaos (J.J.Gordon) | Bonus Track: |
| 6. Morning coffee (a theme to a film) (Heaven) | 11. Funny lines |
 |
History-Tipp? Also eine Musikempfehlung von einem, der uns was altes aufs Auge drücken will, weil er die Welt belehren will, daß sie damals nicht das Richtige gekauft hat? Ein Besserwissi?
Und hinzu kommt, daß es sich mit History Tipps verhalten kann wie mit manch einer langjährigen Ehe - man fragt sich, warum man eigentlich noch zusammen ist. Und wenn man sich dann mal scharf ins Auge guckt - Situation: CD Wiederveröffentlichung nach 20 Jahren - überkommt eine das Grausen. Oder die Großlangweile.
Aber: Muß nicht sein. Kann auch - wie in unserem Fall - so sein, daß man sich aufs neue ineinander verliebt. Oder nie aufgehört hat, das zu tun. Und so ist das mit HEAVEN.
Wie kam man dazu, eine Ehe mit Heaven einzugehen?
Naja, irgendwann hörte man I'm a man von der Highschoolschönheit CHICAGO, mit diesem ewig langen Percussionmittelteil, oder 25 or 6 to 4 (herrlich rätselhaft - was bedeutete das bloß?). Von da zu BLOOD, SWEAT & TEARS, aber diese Mädchen war doch sehr intellektuell, eher so zum diskutieren als ... naja, also eher dazu; von da zu IF, und die war aber schon sehr sehr wenig Rock'n'Roll, aber ab und zu ... COLOSSEUM war schon wieder mehr Rock'n'Roll, zumindest auf dem sagenhaften Livealbum. Und nach all diesen Mädels stolperte man dann halt irgendwann im Plattenladen über HEAVEN, und da die eine Bläsersektion von hier bis zum Mississippi hatten und also gekauft werden mußten (so wie man ab Wishbone Ash immer nach Bands mit mindestens zwei Gitarristen Ausschau hielt), ein sagenhaftes Klappcover mit einem Totem und überhaupt ... war die Sache also gebongt.
Mal reinhören? Also - Things I should have been - Track 1. Wahrscheinlich geht es mit irgendsoeinem Jazzgedudel ... und da ist das Bläser- und Bassgitarrenintro, die Gitarren geben dann das Thema, Überleitung, und Joe Cockers Übervater singt uns ein Lullaby, das uns die Ohren freibläst - so könnte moderner, rauer Rockgesang klingen, wenn nicht alle bei Kid Rock oder sonst einem Grungy in die Schule gehen würden - man kann rauh und wild SINGEN. Und das ganze hat Melodie. Refrain, und Überleitung durch den Bass, der in der Mitte dieser Überleitung die Betonung ändert; das ganze wird von den Gitarren übernommen, Break und Sax/Bass-Solo, wieder die Gitarre mit dem Thema, die Bläser leiten über zu einer weiteren Themenvariation, und dann geht's fast wieder zurück zum Ausgang, nicht ohne der Wahwah-Gitarre Platz für ein Solo einzuräumen, und bevor es jeden nervt, leitet die zweite Leadgitarre nun endlich zum Ausgangsthema zurück, Joe Cockers Übervater brüllt sich die Seele aus dem Leibe und Zack - Schluß.
Uff. Auch noch Musik zum Zuhören.
This time tomorrow beginnt mit Flöte, aber auch hier erhebt die Gitarre die Stimme, bevor es zu lyrisch wird. Und auch hier Variationen und Themenwechsel zu Hauf.
Never say die ist schon fast - fast - Country, aber Joe Cocker's Übervater läßt das sowieso nicht zu. Come Back mit anderem Sänger, der Schlagzeuger zeigt was er kann, hier toben sich die Bläser aus, aber auch immer wieder im Zusammenspiel mit den Gitarristen. Und so geht es weiter, Dawning bietet ein Intro aus Vogelgesang, und ist im Folgenden ein Akustiksong. Zum Abschluß grandios Got to get away mit Geigen.
Zusammenfassend ist das 70's Heavy Blues Brass Rock, sehr gut produziert und fast zeitlos. Jeden Augenblick passiert was neues, aufregendes. Wer die frühen Chicago und If, aber auch Colosseum mag, liegt hier richtig.
Auf dem Cover steht: "Heaven's standard of music and professionalism in the making of this album were so high that I have rarely encountered their equal in the world of contemporary music" Yessir!
Leider gab es nur eine Platte der Band ... das Original gab es mal für Euro 75 irgendwo; die CD gibt's es mit etwas Glück bei GEMM.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|