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Henry McCullough Blues Band:

Belfast To Boston

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Belfast To Boston
Belfast To Boston, Walk Away Records, 2001
Henry McCullough Vocals, Guitar
Zbigniew Szularz Guitars
Tomasz Grabowy Bass
Krzysztof Zawadzki Drums
Aufgenommen am: 16. & 17.07.2001 im Studio7 in Piaseczno/Polen Länge: 44 Min 50 Sek Medium: CD
1. Old Black Coat6. Murder In My Heart
2. You Can't Do That7. Mess Of Blues
3. Hi Ya Folks8. I Can't Help Falling In Love
4. Down In The Amusement9. Belfast To Boston
5. Sick And Tired

Henrys künstlerischer Lebensmittelpunkt scheint neuerdings mehr und mehr Polen zu werden.
Angesichts der Tatsache, dass ein ordentlicher Plattendeal für den, stramm auf die 60 gehenden, Rockveteranen, wohl nicht mehr drin sein wird, backt er nun kleine, aber sehr "feine Brötchen".
Ursprünglich wollte Henry ein "Unplugged"-Album vorlegen, nun ist es aber ein richtiges, fast durchgängiges Bluesrock-Opus geworden.

Wie schon bei der Vorgänger-CD "Blue Sunset" (1998) steht ihm als Backing Band die polnische First Class Jazzband WALK AWAY beiseite, die bereits zahlreiche LPs veröffentlicht und schon mit vielen internationalen Stars gejammt hat. Die drei sind allesamt vorzügliche und Session erfahrene Musiker, die aber eben hin und wieder gerne den Blues über sich kommen lassen.

Gleichwohl legen Henry & Co. ausgerechnet mit einer schneidigen Uptempo-Nummer los, bei der man kaum Luft holen kann.
Dieser und vier weitere Songs stammen aus Henrys Feder und zeigen einmal mehr, dass er ein wirklich guter Songwriter (geworden) ist.
Hi Ya Folks kommt da als hintersinniger Blues Rock-Shuffle, gefolgt von einer Slow Rock-Ballade, die auch schon gut in das GREASE BAND Repertoire gepasst hätte.
Eine vergleichbare coole Stimmung verbreitet auch Murder In My Heart mit feinen "duelling guitars".

Interessanterweise hat Henry mit Can't Do That auch wieder einen weniger bekannten BEATLES Song gecovert, eine Lennon/McCartney Nummer aus dem 1964er Album "A Hard Day's Night".
Des weiteren, ganz getreu dem Bandmotto, interpretieren die Vier den Blues Klassiker Sick And Tired, sowie den Pomus/Shuman-Standard Mess Of Blues, den Elvis schon sang.

Das anrührendste und für mich beste Stück bleibt aber der fast 8-minütige Titelsong, der offenbar autobiografische Züge trägt. Henry präsentiert ihn ganz dezent, nur zur akustischen Gitarre (mit hübschen Verzierungen zum Schluss), eher eine Folk Ballade, die vielleicht als eine Art Reminiszenz an seine Zeit mit den SWEENEY'S MEN zu bewerten ist.

Einziger Wermutstropfen ist für mich die wiederholte Neuaufnahme von I Can't Help Falling In Love (also noch mal Elvis!), die erneut als Slow-Reggae daherkommt, gegenüber den bisherigen Versionen aber nichts Neues bringt.

Trotz alledem ist Henry mit "Belfast To Boston" ein wirklich gutes Album gelungen. Inzwischen scheint er sich mit seinen polnischen Kollegen blind zu verstehen, sie harmonieren prächtig und spielen punktgenau.
Es wäre Henry zu wünschen, dass er einmal mit dieser Truppe auf Deutschlandtournee kommen kann. Denn alle sind sie ja liveerfahren, und ich denke, "on stage" käme noch mehr Bluesgroove über die Rampe.

Zu beziehen ist die CD über Henrys Website (12 Pfund Sterling + 2 Pfund St. für Porto u. Verpackung)

Roland Schmitt, (Artikelliste), 22.12.2001

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